Reisetagebuch

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Bilder

2018-07-13

1. Tag: 21 Kilometer (Gesamt: 21); 237 Höhenmeter; 59 Meter max. Höhe
Strecke: Hirtshals(11:00)/Larvik (19:15) – Nähe Kvelde (21:00)
Wetter: sonnig, 28°

Warm. Es ist einfach nur warm. So warm, dass ich aus dem Zelt krieche, bevor der Wecker tönt. Ich hätte vielleicht doch beim Aufbau des Zeltes darauf achten sollen, dass es nicht direkt in der Morgensonne steht. Was ich an sich häufig genug bevorzuge, um das Kondensat los zu werden, verwandelt an diesem Morgen unsere Schlafstätte in eine Sauna, hat jedoch den Vorteil, dass uns Zeit bleibt noch etwas von unserer Umgebung zu sehen, bevor wir zur Fähre hasten.
Nachdem unsere Siebensachen im Auto verstaut, die Brötchen vom Vortag verdrückt sind und der Obolus für die Übernachtung entrichtet ist, pilgern wir gen Strand. Der Weg ist mir noch bekannt. Vorbei an den anderen Parzellen, einmal rechts, einmal links, durch die Dünen, dann liegt sie vor uns: die Nordsee. Ebenfalls ein vertrauter Anblick: links Hirtshals, im Sand eine festgefahrene Sandpiste, hier und da stehen Autos. Anders als vor zwei Jahren sieht man Leute im Wasser. In meinen Augen trotzdem Hartgesottene. Wir zählen uns nicht dazu. Belassen es dabei, einmal an der Wasserkante zu schnuppern, dann treten wir den Rückweg an. Kaum wieder zwischen den Sandhügeln, eine Schrecksekunde: vor mir bewegt sich etwas auf dem Boden. Etwas längliches. Ich kann gerade noch vermeiden, drauf zu treten. Eine Schlange. So erschrocken, wie ich stehen bleibe, verschwindet sie im Strandhafer.
Nach einem Abstecher zu Leuchtturm und Bunkermuseum heißt es warten. Warten auf der Fähre einzuchecken, warten auf die Fähre zu gelangen, warten, dass die Fähre ablegt. Letzteres auf dem Achterdeck an der frischen Luft. Die Sonne scheint immer noch. Dennoch sind Boden und Bänke nass. Kaum landet ein Möwenklecks auf meiner Hose, bekomme ich eine Idee, was die Ursache sein könnte.
Im klimatisierten Salon davor lernen wir schließlich Rolf kennen. Rolf ist 72, kommt aus Kiel und ist Norwegen Fan. Was uns eint: auch er radelt. Kaum kommen wir ins Gespräch, verfliegt die Zeit. Erlebnisse werden zum besten gegeben, Erfahrungen gewechselt, plötzlich gleiten Felsen an uns vorbei. Anschließend heißt es erneut warten. Gleiches Prozedere wie zuvor, nur rückwärts. Warten, dass die Luken sich öffnen, dass wir von Bord rollen können, dass wir am Zoll vorbei kommen, dass sich am übernächsten Kreisel das Verkehrsaufkommen teilt. Dann geht alles ganz schnell. Wir überqueren einen Fluss, biegen zweimal ab und finden das Haus von Einar auf Anhieb. Einar steht bereits in der Tür und dirigiert uns auf seinen Stellplatz. Wie wir ist Einar registriertes Warmshowers Mitglied. Ich schrieb ihn vor der Reise an, ob wir unseren Wagen bei ihm stehen lassen könnten, er antwortete „kein Problem“.
Einer herzlichen Begrüßung folgt der Gang an den Tisch. Unser Gastgeber hat gekocht. Blumenkohlsuppe, Gemüse und Truthahn aus dem Wok, zum Nachtisch gibt es noch Eis mit Erdbeeren. Erneut wird Radlerlatein gesponnen. Wir berichten von unseren Touren, Einar von seinen: diverse im eigenen Lande, andere in exotischeren Gefilden. Begriffe wie Patagonien und Südafrika fallen. Demnächst ist zusammen mit seiner Lebensgefährtin der Canal-du-Midi an der Reihe. Toulouse – Sete.
Nach einer guten Stunde der letzte Aufbruch des Tages. Der Kofferraum des Golfs wird geleert, Pedalen, Sattel sowie Vorderräder montiert, Packtaschen eingeklinkt, dann startet unsere Reise aus eigener Kraft. Die ersten Meter werden wir noch von Einar begleitet. Er will sicher gehen, dass wir den richtigen Weg einschlagen. Beruhigt stelle ich fest: die Mühe hätte er sich nicht machen brauchen. Das, was mir das Navi soufliert, deckt sich mit den Empfehlungen des Ortskundigen. Wie aber auch immer – die Strecke startet vielversprechend. Hügelig, manchmal auch steiler, einstweilen jedoch immer nur kurze Abschnitte, eingebettet in eine malerische Landschaft. Immer wieder fahren wir an imposanten Felsformationen vorbei, der Numedalslågen fließt uns entgegen, darüber hinaus viel Nadelwald und Felder, hin und wieder stehen Häuser am Straßenrand. Den Asphalt haben wir so gut wie für uns allein.
Einen ersten Campingplatz lassen wir nach 15 Kilometern rechts liegen, auf dem nächsten fünf Kilometer weiter schlagen wir das Zelt auf. Er ist ruhig gelegen, äußerst überschaubar und bietet alles, was uns für den Moment wichtig ist. Eine Toilette, eine Dusche, eine ebene Wiese.



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