Reisetagebuch

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Epilog
Bilder

2011-07-10

Ich kann es selbst kaum fassen – meine Frau und ich sind unterwegs, die erste Etappe ist absolviert! Die Nacht zuvor legte ich noch eine kleine Nachtschicht ein. Ich hatte mir vorgenommen, noch einen Notfallplan zu entwerfen für den Fall, dass die Technik versagt oder abhanden kommt. Das Ergebnis: ein beidseitig bedrucktes DIN A4 Blatt mit den einzelnen Tagesetappen, den wichtigsten Zwischenzielen, den anzusteuernden Campingplätzen und den zurückzulegenden Kilometern. Zum ersten Mal sah ich die überschlägige Hochrechnung: knapp 1900 Kilometer. Einen Großteil der folgenden Stunden verbrachte ich schlaflos im Bett. Freude, Dankbarkeit, ein emotioneller Cocktail unterschiedlichster Gedanken. Irgendwann steckte ich mir Kopfhörer in die Ohren und ließ mich von der Robert Cray Band in den Schlaf wiegen. Ich bilde mir ein, die erste CD des Albums „Live from across the pond“ noch komplett mitbekommen zu haben, irgendwann muss ich dann eingeduselt sein. Um 08:00 Uhr ging der Radiowecker – was ich zuerst hörte, war der Wetterbericht: überwiegend sonnig, im zunehmenden Tagesverlauf zunehmende Schauerneigung. Nach dem Gang ins Bad stand zunächst die Wahrnehmung bürgerlicher Pflichten. Köln durfte darüber abstimmen, ob der Godorfer Hafen ausgebaut werden sollte oder nicht. Anschließend ging es beim Bäcker vorbei, Brötchen für das Frühstück und die Zwischenmahlzeit unterwegs zu besorgen. Der Start war für 10 Uhr geplant. Nachbarn und Freunde hatten sich eingefunden, um uns zu verabschieden. Nachdem die Räder bepackt, die Fotos im Kasten und Hände geschüttelt bzw. die guten Seelen gedrückt waren, ging es begleitet von den besten Wünschen los – das Navi dokumentierte die Abfahrt mit 10:19 Uhr. Freunde hatten uns 2 Tage zuvor mit T-Shirts ausgestattet, die unser Ziel auf die Brust gedruckt trugen: from Cologne to Formentera. Den ersten Kilometer noch von einer Freundin meiner Frau begleitet, dann trennten sich unsere Wege und es ging über die Felder Richtung Bonn. An der Kölner Stadtgrenze zogen wir die Oberteile wieder aus und verstauten sie – bei strahlend blauem Himmel wollten wir die guten Stücke nicht direkt vollschwitzen, sondern für besondere Anlässe schonen. Auf der bereits 2 Wochen zuvor genutzten Siegfähre kamen wir ins Gespräch mit einer Dame, die unserem Vorhaben nur Unverständnis entgegen bringen konnte – gut 4 Wochen unterwegs, und dann nur die paar Klamotten zur Verfügung, die in unsern Packtaschen untergebracht waren. Das geht ja überhaupt nicht. Für die nächste Begegnung dieser Art nahm ich mir vor zu kontern: Warum? Passt doch! 4 Wochen, 4 Unterhosen, 4 Paar Socken, 4 T-Shirts! Wo ist das Problem? Wir genossen die Freiheit der nahezu freien Tagesgestaltung. 3 Stunden nach unserem Aufbruch und gut 40 geradelten Kilometern legten wir unsere erste Rast ein. Bonn, Königswinter und Unkel hatten wir hinter uns gelassen, und es zog sich mehr und mehr zu. Beim Verzehr unserer Wegzehrung stellten wir fest, dass wir die extra für unterwegs gekauften Brötchen zu Hause liegen gelassen hatten. So teilten meine Frau und ich uns ein vom Vortag verbliebenes Baguette und genossen die anschließende Siesta auf einer Wiese. Herrlich, noch nahezu die gesamte Strecke lag vor uns! Wir waren noch immer von unserem Glück, unser Vorhaben umsetzen zu können, überwältigt. Eine gute Stunde später setzen wir die Fahrt fort, genossen den gut ausgeschilderten rechtsrheinischen Radweg und ließen uns auch von einem einsetzenden Nieselregen den Spaß nicht verderben. In Linz gönnten wir uns noch ein Eis aus der Hand, bevor es auf zum Endspurt ging, den ein etwas steilerer Anstieg wenige Kilometer vor dem Campingplatz markierte. Als wir den Scheitelpunkt erreicht hatten, kam uns ein Pärchen entgegen, die auch einige Runden mit dem Rad zu drehen schienen und auf dem Weg zu ihrer Pension nach Linz waren. Sie ließen uns wissen, dass sie ihre Touren nach dem Wetterbericht ausrichteten – auch eine Möglichkeit. Die letzten paar Meter ging es bergab, da vermochte uns auch nicht mehr eine Relaxliege für 2 Personen am Wegesrand aufzuhalten, und so standen wir mit knapp 62 gefahrenen Kilometern um kurz nach 17:00 Uhr vor der Rezeption des Campingplatzes in Leutesdorf. Nach dem Aufschlagen des Zeltes ließ der Nieselregen nach und der Niederschlag wurde ergiebiger. Zwischenzeitlich hatten wir die Duschen aufgesucht, feststellen können, dass in letzter Zeit dort nur die unbedingt erforderlichen Renovierungsarbeiten stattgefunden haben können und warteten auf eine Unterbrechung des Tropfens auf unser Zelt. Gegen 19:30 Uhr war es dann so weit, wir inspizierten die Lokalitäten des Ortes und wurden fündig in einem Bed & Bike Hotel, in dem für eine Übernachtung locker das 4-fache ausgegeben hätten. Nach einer Niederschrift der Ereignisse des Tages beendeten wir kurz vor Mitternacht unseren ersten Tag.



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Mit dem Rad von Köln nach Formentera - es geht auch anders ...




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Live Vortrag

Zurzeit ist leider nichts geplant, die Liste unter Vorträge wird jedoch ständig aktualisiert.
Falls Sie selbst Interesse haben, mich einzuladen oder Sie einen Veranstalter kennen, treten Sie gerne mit mir in Kontakt. Es erwarten Sie unterhaltsame anderthalb bis zwei Stunden Fotoshow mit live vorgetragenen Erlebnissen und Anekdoten sowie Musik untermalten Passagen. Für Fragen oder einen kleinen Plausch stehe ich Ihnen während einer kurzen Pause oder im Anschluss gerne zur Verfügung und ich würde mich freuen, Sie persönlich kennen zu lernen!




Zum "mitnehmen"

Auch wenn ich keinen Verleger für eine Papier Fassung finden konnte - wer die hier beschriebene Reise "am Stück" nachlesen will, interessiert ist zu erfahren, wie der Urlaub endete bzw. Equipment und Protagonisten zurück nach Köln gelangten, und über einen E-Book Reader oder die i.d.R. entsprechend kostenlos erhältliche Software für PC, Tablet oder Smartphone verfügt, der wird im einschlägigen Handel fündig. Die für kleines Geld erhältliche Auflage (Umfang: ca. 270 Seiten eines gedruckten Buches) enthält gegenüber den hier während der Reise formulierten Erlebnissen zudem die Schmankerl, die unterwegs fehlendem Strom und zu knapp bemessener Zeit zum Opfer fielen. Dass dabei die Sätze so enden, wie sie angedacht waren, und das Maß an Rechtschreib- sowie Zeichensetzungsfehler reduziert wurde, versteht sich von selbst ...

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