Reisetagebuch

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Epilog
Bilder

2011-07-11

Obwohl auch des Nachts Züge und Motorräder durch unser Zelt fuhren, riss uns der Wecker um 08:00 aus dem Schlaf. Da wir uns für 12:00 Uhr mit Günter, einem Onkel meiner Frau, in Koblenz verabredet hatten, war es unser Ziel, zeitig aufzubrechen. Ein Blick aus unserer Behausung zeigte, dass es aufgehört hatte zu regnen und die Sonne durchkam. Um aus dem Zelt zu gelangen, musste ich zunächst das zum Trocknen aufgehängte Handtuch und T-Shirt unter dem Zelteingang aus dem Weg räumen. Kaum lagen die noch klammen Sachen auf meiner Iso-Matte, bemerkte ich ein munteres Gewimmel. Ein gutes Dutzend Ohrenkneifer hatte die feuchten Textilien als neuen Lebensraum auserkoren und suchte nach meiner Intervention einen neuen Unterschlupf. In ihrer Ruhe gestört nahm sich meine Frau der Krabbelviecher an, während ich mich in Richtung Waschraum aus dem Staub machte. Gegen 10:30 Uhr saßen wir in etwa wie gleich wie am Vortag auf unseren Rädern und steuerten zunächst eine Metzgerei an, die uns am Vortag bei unserer Fahrt durch den Ort aufgefallen war und mit belegten Brötchen lockte. Direkt an der Straße frühstückten wir jeder ein Brötchen mit einer daumendicken Scheibe lauwarmen Leberkäs; für jeden ein weiteres Brötchen wanderte in den Fressalienbeutel für unterwegs. Eine halbe Stunde später folgte der eigentliche Start der Tagesetappe. Zunächst weiterhin rechtsrheinisch bis Neuwied, dort über eine Brücke auf die andere Seite des Stromes, bis wir bei Koblenz die Mosel zu überqueren hatten. Auf der anderen Seite am Deutschen Eck saß bereits Günter. Dem Hallo folgte eine kurze Runde Fotoshooting im mehrsprachigen Durcheinander vor dem Denkmal an der Moselmündung, wo außerdem die stattfindende Bundesgartenschau dafür sorgte, dass es an Attraktionen nicht mangelte. Mit dem Onkel meiner Frau schlenderten wir schließlich vorbei an einigen Sehenswürdigkeiten durch die Gassen der Altstadt, erhielten Hintergrundinformationen bzw. quatschten über Gott und die Welt. Nach der Stadtführung genossen wir noch eine Limo und einen kleinen Imbiss in einem netten Innenhof, bevor sich unsere Wege um 15:00 Uhr trennten und wir weiter über Boppard den Rhein entlang bis St. Goar bzw. noch einige Meter weiter bis zum Campingplatz Loreleyblick unsere Reise fortsetzten. Kurz vor Rhens machten wir Halt an einem Trinkwasserbrunnen des gleichnamigen Wasserlieferanten und füllten unsere Flaschen mit dem erfrischenden Nass auf, dem nach Angaben des Betreibers weder Eisen noch Schwefel entzogen bzw. Kohlensäure zugesetzt war. Der Haken an der Angelegenheit war nur, dass das Wasser nicht so kontinuierlich lief, dass die Flaschen im Nu gefüllt wären, aber wir hatten ja Zeit. Gerne hätten wir auch noch mehr Zeit geopfert, um an einem Freibad entlang des Weges in die Fluten zu springen, aber dafür hatten wir den Tag dann doch schon anderweitig ausgefüllt, so dass wir uns dieses Vergnügen für folgende Tage ließen. Nach gut 68 Kilometern waren wir froh, abermals unser Zelt aufschlagen zu können. Da die T-Shirts mittlerweile einige Schweißränder aufwiesen, auch andere Kleidungsstücke danach rochen, dass eine Behandlung angebracht erschien und auch die Sonne zum Trocknen einlud, machten wir uns auf die Suche nach einer Waschgelegenheit. Erschwert wurde das Bestreben lediglich dadurch, dass entweder in den Geschirrspülbecken das Wäsche waschen untersagt war bzw. die Waschbecken in den Waschräumen nicht über einen Stöpsel verfügten; meine Frau fand jedoch Wege zur Improvisation und entsprechend zierte eine zwischen den Rädern gespannte Wäscheleine mit kleiner Wäsche gegen 21:00 Uhr die Umgebung unseres Domizils. Der anschließende Gang zu nahe gelegenen Restaurants blieb jedoch vergebene Mühe, die Küchen hatte bereits geschlossen. Bedingt durch die Zweck Entfremdung unserer Fortbewegungsmittel machten wir uns also zu Fuß auf ins Dorf. Der Weg führte entlang der Straße uns sollte uns ca. eine Viertelstunde aufhalten. Als ich den ersten Wagen hinter uns hörte, hielt ich den Daumen in die gewünschte Richtung, und siehe da, der herannahende Mercedes setzte den Blinker, blieb vor uns stehen und die Beifahrertür öffnete sich. Ein (geschätzter) Frührentner, den es nach St. Goar verschlagen hatte, nahm uns mit und kurze Zeit später fanden wir uns in einem Biergarten wieder, dessen Küche uns noch eine warme Mahlzeit bereitete. Nichts weltbewegendes, aber mit Schnitzel bzw. Currywurst und Pommes auch nichts Verächtliches, dazu sogar für mich ein (bzw. es wurden zwei) Glas Kölsch – wahrscheinlich das Letzte für die nächsten Tage. Für den Rückweg konnten wir keine Mitfahrgelegenheit finden, so wurde der kleine Marsch zum Verdauungsspaziergang erklärt. Zurück im Zelt kopierte ich noch schnell den ersten Reisebericht via Drahtlos Internet des Campingplatzes, schob die Bilder dazu hinterher ebenso wie die aktualisierte Karte, die im Zweifelsfall unter www.dirk-prueter.de/CGN-BCN.kml abgerufen und mittels Google Earth angezeigt werden kann, wenn auf der einleitenden Seite lediglich die Karte als Bild zu sehen ist und dem Browser das Google Earth Plugin fehlt. Ebenso wie am Vortag fand der Tag für uns gegen Mitternacht sein Ende, begleitet vom Lärm vorbeifahrender Züge beiderseits des Flusses.



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Mit dem Rad von Köln nach Formentera - es geht auch anders ...




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Zurzeit ist leider nichts geplant, die Liste unter Vorträge wird jedoch ständig aktualisiert.
Falls Sie selbst Interesse haben, mich einzuladen oder Sie einen Veranstalter kennen, treten Sie gerne mit mir in Kontakt. Es erwarten Sie unterhaltsame anderthalb bis zwei Stunden Fotoshow mit live vorgetragenen Erlebnissen und Anekdoten sowie Musik untermalten Passagen. Für Fragen oder einen kleinen Plausch stehe ich Ihnen während einer kurzen Pause oder im Anschluss gerne zur Verfügung und ich würde mich freuen, Sie persönlich kennen zu lernen!




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