Reisetagebuch

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Epilog
Bilder

2011-07-13

Um 07:40 Uhr wurde ich wach – und dass ohne Wecker. Zunächst dachte ich, dass auf dem Kiesweg vor unserem Zelt der halbe versammelte Campingplatz auf und ab läuft, doch es waren Regentropfen, die auf das Tuch über unseren Köpfen auftrafen. Ich ließ meine Frau noch ein wenig schlafen und begab mich ins Bad. Die meisten der Nachbarn waren bereits verschwunden bzw. standen im Aufbruch. 2 Stunden später waren wir soweit. Die Wäsche auf der Leine war eher feuchter als am Vorabend, und ebenso schafften wir es nur notdürftig, das Zelt trocken zu verstauen. Erbaulicher war schon eher, dass sowohl ca. 10% der Strecke als auch der Zeit unserer Reise ohne Komplikationen hinter uns lagen; ausreichend, um uns daran zu freuen, zu wenig, als dass ein Ende absehbar war. Entsprechend bisheriger Urlaubserfahrungen war es bislang die zweite Urlaubshälfte, die viel schneller als die Erste verstrich – eine Problematik, die meines Erachtens einer Doktorarbeit wert wäre, da mathematisch/logisch meines Erachtens absolut nicht erklärlich. Die Fahrt ging zunächst im Nieselregen über Schotterpisten weiter den Rhein hinauf. Nachdem der Regen nachgelassen hatte, fanden wir uns zwischen Weinbergen wieder und legten einen Einkaufsstopp in Nierstein ein. Bei der Einfahrt in das Dorf kam uns eine Schulklasse mit Rädern entgegen, die sich entsprechend der Packtaschen ebenso auf einer mehrtägigen Tour befand – in unseren Augen mittlerweile eine tolle Idee. Nach der Einkehr beim Metzger ließen wir uns kurze Zeit später am Rheinufer nieder, um unsere Leberkäsbrötchen – wir waren auf den Geschmack gekommen – zu vertilgen. Eine halbe Stunde später, die Kirchenglocken läuteten gerade Mittag ein, ging es weiter. Wie wir tags zuvor herausgefunden hatten, gab es mit dem Eicher See ein Zwischenziel, an dem wir eine weitere Rast einlegen wollten – am besten bei Sonnenschein mit Füßen im Wasser. An Wasser mangelte es uns nach Erreichen des Freizeitgebietes zwar nicht, allerdings hatte es erneut zu regnen begonnen und entwickelte sich zu einem ergiebigen und länger anhaltendem Schauer. So suchten wir einen Biergarten auf, der nicht gerade gut besucht war, und orderten uns ein Mittagessen: Zanderfilet für die Dame, Tagliatelle für den Herren. Das Mahl war üppig und gut, und das Wetter trug ein Übriges dazu bei, großzügig zu verweilen. Nach gut anderthalbstündiger Pause ging es weiter Richtung Worms. Der Regen setzte für eine Weile aus, rechtzeitig mit Erreichen des Ortseingangsschildes begann es aber wieder zu prasseln. Im einsetzenden Berufsverkehr hinterließ die Stadt einen ähnlichen Eindruck auf uns wie Mainz tags zuvor. Diesmal beschäftigten wir uns hingegen gar nicht erst mit Alternativlösungen zum Campen, sondern deckten uns noch in einem Supermarkt mit einer Notfallmahlzeit ein. Der Weg zum Campingplatz stellte sich passend zum Wetter als nicht planmäßig dar. Die ausgesuchte Straße war für Fahrradfahrer gesperrt und Ausweichrouten mussten aufgrund zahlreicher Baustellen mühsam gesucht werden, doch wir freuten uns bereits auf eine warme Dusche. Es galt nur noch, die Nibelungenbrücke über den Rhein zu passieren, und dann sollte der nächste Campingplatz auch schon vor uns liegen. Die Angelegenheit stellte sich jedoch nicht so einfach dar, wie es den Anschein hatte. Zum einen war da die Rheinbrücke, die gerade renoviert wurde und eigentümlicher Zufahrtswege bedurfte. Als nächstes durften wir feststellen, dass es den Campingplatz nicht mehr gab; Worms schien sich selbst aufzulösen. Ein wenig ratlos und frustriert packten wir in einer Unterführung den Rechner aus und begannen, einen neuen Campingplatz in noch erreichbarer Entfernung ausfindig zu machen, der uns zudem nicht all zu sehr von der Route abbringen sollte. Ohne Internet in freier Wildbahn gar nicht so einfach: wir konnten die elektronische Hilfe drehen und halten wie wir wollten, die nächstbeste Gelegenheit fand sich mit einem Platz am Rande des Neckars in Mannheim – gute 30 Kilometer weiter als die paar-und-50 Kilometer, die wir bereits zurück gelegt hatten. Während wir so überlegten und abwägten, kam ein älterer Herr vorbei, der mit einem Hund seine Gassi Runde drehte. Wir schilderten unsere Situation, erfuhren, dass der Campingplatz vor ca. 4 Jahren geschlossen wurde und bekamen den Hinweis, dass es ganz in der Nähe, keine 5 Kilometer entfernt, einen privaten Campingplatz am Altrhein geben sollte. Neuen Mutes machten wir uns auf den Weg, und tatsächlich, die beschriebene Bleibe gab es. Hinter ein paar Büschen auf einer lang gezogenen Wiese reihten sich einige Wohnwagen, die allerdings einen verlassenen Eindruck machten – an sich nicht ungewöhnlich, schließlich war Mittwoch, und es gab auch noch Leute, die Arbeiten gehen mussten. An einem Caravan wurden wir jedoch fündig. Eine Mutter schälte Kartoffeln, die Kinder warteten auf das Abendessen, und dann kamen da so ein paar nass Geregnete wie wir um die Ecke, den Kopf voller dummer Ideen und von der Realität eingeholt. Auf abermalige Schilderung der Umstände wurden wir aber freundlich in Empfang genommen, die Dame zeigte uns das Plumpsklo und die provisorische Dusche, und der Abend war gerettet; dass es in der Dusche kein Licht gab (da der Generator nicht lief), der Akku des Rechners leer war (der fehlende Internetzugang blieb damit unerheblich) und die Anziehsachen klamm, geriet zur Nebensache bzw. war dann der Grund dafür, dass mit Einbruch der Dunkelheit nach Verzehr der Notration der Tag ein frühzeitiges Ende fand.



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Mit dem Rad von Köln nach Formentera - es geht auch anders ...




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Auch wenn ich keinen Verleger für eine Papier Fassung finden konnte - wer die hier beschriebene Reise "am Stück" nachlesen will, interessiert ist zu erfahren, wie der Urlaub endete bzw. Equipment und Protagonisten zurück nach Köln gelangten, und über einen E-Book Reader oder die i.d.R. entsprechend kostenlos erhältliche Software für PC, Tablet oder Smartphone verfügt, der wird im einschlägigen Handel fündig. Die für kleines Geld erhältliche Auflage (Umfang: ca. 270 Seiten eines gedruckten Buches) enthält gegenüber den hier während der Reise formulierten Erlebnissen zudem die Schmankerl, die unterwegs fehlendem Strom und zu knapp bemessener Zeit zum Opfer fielen. Dass dabei die Sätze so enden, wie sie angedacht waren, und das Maß an Rechtschreib- sowie Zeichensetzungsfehler reduziert wurde, versteht sich von selbst ...

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