Reisetagebuch

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Epilog
Bilder

2011-07-24

Um 07:15 Uhr wach geworden, nachdem draußen der große Aufbruch herrschte. Es schien, als seien alle Holländer und Deutsche, die gestern mit uns eingetroffen waren, zeitig auf, um weiter in Richtung Süden zu ziehen. Ich döste noch eine halbe Stunde vor mich hin, hatte ein wenig Angst um unsere Räder, dass diese ohne uns an das Mittelmeer gelangen könnten und dachte zurück an einen Traum, den ich die Nacht hatte. Irgendwie kamen darin meine ehemaligen Arbeitskollegen vor, die ebenso wenig wie ich verstehen konnten, warum die Geschäftsleitung sich von uns trennen wollte. Aber gut, Geschichte; ich hoffte nur, dass die Kollegen, die bislang noch keinen neuen Job gefunden hatten, die Zeit der Freistellung wenigstens ansatzweise so unbeschwert genießen konnten wie ich, und dass auch bei wenigen Mitstreiter, von denen sich die Firma nicht getrennt hatte, der Spaßfaktor nicht auf der Strecke blieb.
Meine Frau und ich genossen zumindest die Freiheit, den Tag weitestgehend ohne Zwänge gestalten zu können. Um kurz nach 10:00 Uhr waren Zelt und Gepäck in den Taschen verstaut und wir genehmigten uns auf dem gepflegten Campingplatz noch einen Kaffee zum Frühstück zu unserem Baguette.
Eine knappe Stunde später waren wir wieder unterwegs. Wie geplant ging es lang gezogene Hügel mühsamer herauf als herab, wobei wir leer gefegte Dörfer durchquerten. Nachdem wir die gute Hälfte unseres Tagespensums erreicht hatten, fanden wir gegen 14:00 Uhr ein geöffnetes Restaurant entlang unserer Route. Auf dem Schild vor der Terrasse bewarb man 4 verschiedene Varianten des Tagesmenüs, doch wir wurden enttäuscht – die Küche hatte bereits geschlossen. Die Frage nach einem Stück Kuchen wurde hingegen positiv beantwortet. So gönnte sich meine Frau ein Stück Apfelkuchen mit Sahne, während ich ein Stück Aprikosentorte wählte; dazu bekam jeder einen Milchkaffee. Als die Leckereien verdrückt waren rätselten wir, was uns der Spaß wohl kosten würde. Einig waren wir uns, dass kaum mit mehr als 10 € zu rechnen sei, ich tendierte eher Richtung 8 €, wurde aber an der Kasse eines Besseren belehrt: 14.10 €, und dass an einer Durchgangsstraße ohne Ausblick auf Sehenswürdigkeiten, dafür aber mit abblätterndem Putz von Decken und Wänden! Entsprechend gab es auch prompt trotz freundlicher und verständnisvoller Bedienung bzgl. unserer Sprachbarrieren (ein Stück Kuchen ohne Sahne, das andere mit) kein Trinkgeld; Leben wie Gott in Frankreich hieß anscheinend, dass der Schöpfer des Himmels und der Erde über ein gut gefülltes Konto verfügte.
Nur eine Straßenecke weiter erwartete uns ein kleiner Park mit 2 Bänken in der Sonne. Meine Frau nutzte eine für ihre Siesta, ich die andere, um auf dem Rechner die bisherigen Tageserlebnisse in Erinnerung zu halten und für den folgenden Tag die Alternativroute über Asphaltpisten auszuarbeiten, die uns in den Norden Lyons führen sollten.
Gegen 16:00 Uhr folgte der letzte Aufbruch des Tages. Macon hatten wir rechts liegen gelassen, nun ging es noch knappe 15 Kilometer gen Campingplatz, den wir eine Stunde später erreichten. Hatten wir während unserer Tour jemals so früh am Tage das Ziel erreicht? Ohne einen Blick auf die GPS Aufzeichnungen gingen wir davon aus, dass es eher nicht der Fall war – möglicherweise lag es an den nur 57 Kilometern, die wir uns weiter gen Barcelona vorgekämpft hatten. Entsprechend der bisherigen Planung, keinen Ruhetag einzulegen, hatten wir damit die zeitliche Hälfte unserer Reise hinter uns gebracht.
Der Campingplatz machte einen familiären Eindruck. Keine Holländer, die uns wie am Vortag (bislang unerwähnt) mit Narrenkappe auf dem Schädel und Alaaf begrüßten, keine Schlange bei der Anmeldung, statt dessen knapp 15 € über den Tresen und anschließend an einem Bachlauf in ruhiger Umgebung bei Sonnenschein das Zelt aufbauen – so hatten wir uns Camping schon eher vorgestellt. Nach den vorangegangenen Schmuddelwettertagen gab es dafür ein wenig Wäsche zu waschen und für mich das allwöchentliche Ritual mit der Haarschneidemaschine hinter mich zu bringen.
Um 20:00 Uhr machten wir uns dann erneut auf zur Anmeldung, wo es das Abendessen gab. Meine Frau entschied sich für eine Auswahl vom verbliebenen Frühstücksbuffet bis zum Abwinken sowie ein Schnitzel mit Stampfkartoffeln, wie sich später herausstellen sollte. Ich vermied Experimente und bestellte mir eine Pizza.
Den Internetzugang bekamen wir nicht ans Laufen, entweder gab es einen Übertragungsfehler des 13-stelligen Hexadezimalcodes, oder die Technik des Campingplatzes hatte anderweitige Probleme. Ebenso wie das frühe Erreichen des Tagesziels fanden wir uns bereits vor 23:00 Uhr in den Schlafsäcken wieder, nachdem es uns auf der Terrasse des Restaurants zu schattig geworden war.




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Mit dem Rad von Köln nach Formentera - es geht auch anders ...




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