Reisetagebuch

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Epilog
Bilder

2011-07-25

Vom Sonnenschein des vergangenen Tages war beim Aufwachen nicht mehr viel zu merken. Die Zeltwiese war um kurz nach 08:00 Uhr noch voller Tau und der Himmel arg bedeckt. In der Nacht hatten wir zudem den Eindruck gehabt, dass ein paar Regentropen auf dem Zelt niedergegangen sind, der Abbau unserer Behausung gelang uns aber noch im Trocknen.
Kaum saßen wir auf den Sätteln, änderte sich die Lage – ein Nieselregen setzte ein, der zeitweise auch etwas an Intensität zunahm; zunächst begnügten wir uns allerdings mit unseren Regenjacken. Im Dorf, es war mal wieder Montag und auch hier hatte man sich dem Brauch angeschlossen, diverse Geschäfte geschlossen zu halten, wurde schnell eine geöffnete Bäckerei gefunden. Als meine Frau mit dem Baguette unter dem Arm erneut auf dem Drahtesel Platz nahm, eierte der Reflektor des vorderen Scheinwerfers auf den Boden. Eine spätere Begutachtung zeigte, dass das Plastikgehäuse an einer Stelle gebrochen war und die Lampe unentdeckt auf der Straße geblieben sein muss. Zwei ältere Franzosen lenkten uns aber zunächst ab und interessierten sich über unser woher und wohin und warfen mit Namen um sich, die ich als deutsche Tour de France Teilnehmer interpretierte. Nützlich machten sich die Beiden für uns, indem sie uns mitteilten, wo der nächste Supermarkt zu finden war. Dort angekommen entschlossen wir uns, auch die Regenhosen überzuziehen; es hatte aufgehört, langsam zu regnen.
Wurden wir von einer Dame mit einem Kommentar auf unser GPS Gerät an der Lenkertasche angesprochen, als meine Frau den Supermarkt betreten wollte, so bot uns eine weitere jüngere Frau an, bei ihr im Hotel zu Duschen. Ob wir einen entsprechenden Geruch ausstrahlten (den wir selbst nicht wahrnahmen), oder ob die Gute Hintergedanken hatte, von denen wir nichts ahnten, erfuhren wir nicht – wir lehnten dankend ab mit dem Hinweis, dass wir sowohl am Vortag auf dem Campingplatz in den Genuss einer Wäsche gekommen sind als auch damit rechneten, dass sich das Vergnügen gegen Abend wiederholen sollte.
Die anschließende Fahrt Richtung Lyon wich von der des vorangegangenen Tages ein wenig ab. Zunächst war da der Regen, der Tags zuvor eine Pause eingelegt hatte. Dann gab es am Straßenrand eine platt gefahrene kleine Schlange (1 Meter geschätzte Länge); mit derartigen Begegnungen hatten wir uns gedanklich noch gar nicht auseinander gesetzt. Zudem waren die Straßen deutlich befahrener als die beiden Tage zuvor, was wir mal auf den Werktag schoben.
Als wir mal wieder an der Saone vorbei kamen und ein asphaltierter Weg den Fluss entlang einlud, folgte das nächste Ereignis. Die gut ausgebaute Piste hielt nicht lange an, und schon bald folgten Schotter und Treckerspuren. In letzteren rutschte meine Frau in einer Pfütze mit dem Rad aus und fand sich mit dem Lenker zwischen den Rippen auf dem Boden wieder. Schmerzhaft war der Sturz auf jeden Fall, auch die Regenbekleidung attestierte Lehm verschmiert das Missgeschick, doch weitergehende Beeinträchtigungen waren zunächst nicht erkennbar. Das wir kurze Zeit später wieder auf der Straße von Autos überholt wurden, verstand sich von selbst.
Nach kurzer Verschnaufpause im Regen erreichten wir gegen 15:30 Uhr die Brücke über die Saone bei Neuville, die den anstrengenderen Teil des Tages markieren sollte. Ging es nach Kurzem zunächst eine steilere Straße bergauf, die uns vom Rad zwang, schoben wir bei nächster Gelegenheit die Räder über einen Wanderweg mit lockerem Gestein. Der Anstieg hatte gefühlte 45% Steigung (wahrscheinlich also eher die Hälfte), zog sich über knapp 2 Kilometer bzw. 1 Stunde und führte uns fast 400 Meter den Mont d´Or hinauf, wenn wir die Beschilderung richtig verstanden. Nahezu ebenso problematisch gestaltete sich der weitere Verlauf. Dem einzuschlagenden Weg stand mal wieder eine gesperrte Schranke im Wege, und zunächst fiel uns nicht viel ein, wie wir weiter verfahren sollten. Ein Jogger aus Dänemark, der in der Gegend bei Verwandten seinen Urlaub verbrachte und uns mit einem Blick auf eine Karte seine Hilfe anbot, erwies sich als wertlos. Er lief weiter mit seinem Hinweis, sein Haus befände sich 200 Meter von unserem Standpunkt, während wir noch den ausgepackten Rechner verstauten; leider war es das Letzte, was wir von ihm sahen, da wir in der gezeigten Richtung und genannten Entfernung kein Gebäude ausfindig machen konnten. Während meine Frau weiter nach ihm suchte, fand ich auf dem Display des Navis einen alternativen Weg, der uns auf die geplante Route zurück führen sollte, und tatsächlich erreichten wir gegen 18:20 Uhr mit weiteren 58 zurückgelegten Kilometern den Campingplatz.
Die Idee, in einem benachbarten Hotel zu residieren, verwarfen wir ebenso schnell, wie sie aufgekommen war, nachdem man mir dort am Schalter mitteilte, dass der Übernachtungspreis 20 € über dem Limit lag, das wir uns mit 100 € für die Option gesetzt hatten, ohne dass ein Frühstück im Preis inbegriffen war.
Den verpflegungstechnischen Tagesausklang bildeten 2 Pizzen und ein Salat – keine kulinarische Entschädigung für die Strapazen des Tages, aber zu weitschweifigeren Ausflügen in die nähere Nachbarschaft fehlte uns der Antrieb.



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Mit dem Rad von Köln nach Formentera - es geht auch anders ...




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