Reisetagebuch

2011-07-10
2011-07-11
2011-07-12
2011-07-13
2011-07-14
2011-07-15
2011-07-16
2011-07-17
2011-07-18
2011-07-19
2011-07-20
2011-07-21
2011-07-22
2011-07-23
2011-07-24
2011-07-25
2011-07-26
2011-07-27
2011-07-28
2011-07-29
2011-07-30
2011-07-31
2011-08-01
2011-08-02
2011-08-03
2011-08-04
2011-08-05
2011-08-06
2011-08-07
2011-08-08
2011-08-09
2011-08-10
2011-08-11
Epilog
Bilder

2011-07-26

Die vergangene Nacht war ein wenig unruhig. Nachbarn in nach Planwagen aussehenden Wohnwagen hatten noch bis tief in die Nacht getagt, sich dabei gut unterhalten sowie zu Musikinstrumenten gegriffen. Der störendere Bestandteil aber waren die Schmerzen meiner Frau, die aus ihrem Sturz bei bestimmten Bewegungen sowie beim Atmen resultierten.
Beim Aufstehen entschieden wir, Not gedrungen einen Ruhetag einzulegen und einen Medizinmann zu konsultieren. Der Rezeptionist des Campingplatzes zeigte sich kooperativ, telefonierte mit einem Krankenhaus, kündigte uns dort an und rief uns ein Taxi, womit die Zeit des Wartens begann. Zuvor hatten wir unser Gepäck bei den Nachbarn deponiert, die sich für ihre Fete bzw. dessen Nebenwirkungen bei uns entschuldigten. Wir zeigten uns verständnisvoll und die Truppe aus Dänemark, 4 Familien und allesamt Musiker, revanchierten sich mit ihrer Unterstützung hinsichtlich der Gepäckaufbewahrung.
Als uns das Taxi am Krankenhaus absetzte war es mittlerweile kurz nach 12:00 Uhr. Die Anmeldeformalitäten erfolgten in Englisch, und anschließend hieß es wieder warten. Eine gute Stunde später widmete sich ein Arzt meiner Frau. Blutdruck, Puls und Körpertemperatur waren zu seiner Zufriedenheit; er sprach ein paar Worte Deutsch und versuchte uns begreiflich zu machen, dass seines Erachtens nichts Ernsthaftes vorläge und Röntgen aufgrund nicht betroffener Rippenknochen nicht erforderlich sei bzw. keine weiteren Erkenntnisse liefern würde. Meine Frau solle sich darauf einstellen, dass sie 10 bis 20 Tage mit Schmerzen zu rechnen habe, grundsätzlich aber nichts gegen eine Weiterreise per Rad spräche, womit wir die zwischenzeitlich ins Auge gefassten Notfallpläne nieder legten. Lyon hatte zwar unserer Meinung nach eine optimale Verkehrsinfrastruktur, selbst der Campingplatz lag einfach von der Autobahn zu erreichen, doch die Aussicht, doch noch gemeinsam per Rad Barcelona zu erreichen war größer als der Schmerz.
Nach einem Zwischenstopp an einer Apotheke, an der man uns entsprechend des Rezeptes mit einem Sack Schmerzmittel und einer Bandage versorgte, so dass ich fürchtete, einen Anhänger an das Rad hängen zu müssen, kamen wir gegen 15:00 Uhr wieder auf dem Campingplatz an. Wir verlängerten unseren Aufenthalt für eine Nacht und mieteten dazu ein so genanntes „Mobile Home“ an, in der Hoffnung, das Gekrabbel und die Verrenkungen für meine Frau in Grenzen halten zu können.
Die Dänen zeigten bei der Abholung unseres Gepäcks große Anteilnahme am Schicksal meiner Frau und wünschten uns für den weiteren Verlauf alles Gute.
Unsere neue Absteige basierte meiner Einschätzung nach auf einem umbauten Wohnwagen mit kleiner Terrasse, roch aber beim Betreten etwas gewöhnungsbedürftig – unser eigener Mief im Zelt war uns da schon vertrauter gewesen. Nichts desto trotz bereuten wir den Umzug nicht, setzte mit fortschreitendem Tagesverlauf das uns mittlerweile wohl bekannte Wetter wieder ein, nachdem der Tag halbwegs sonnig begonnen hatte.
Während meine Frau sich ein wenig auf dem Bett ausruhte, suchte ich einen Supermarkt auf. Stolz hatte man mir an der Rezeption des Campingplatzes mitgeteilt, dass in 5 Minuten Entfernung zu Fuß ein entsprechender Laden zu finden sei, der kaum Wünsche offenließ. In der Tat fand ich mich kurze Zeit später in einem dieser Märkte wieder, in die mehrere Fußballfelder hinein passen. Ich hasste diese Dinger. Abgabemengen der Artikel gemäß der Bedürfnisse von Anstalten bzw. Anzahl mäßig nicht mehr erfassbarer Großfamilien sowie Verkäufer, die das eigene Sortiment nicht mehr überblicken, wenn man etwas sucht und zumindest einen Angestellten findet. Meine Frau hätte ihre Freude an dem Einkauf gehabt, für mich war es die Hölle; lieber hätte ich eine doppelte Tagesetappe zurückgelegt. Doch mit der Mikrowelle in der temporären Bleibe war der Wunsch aufgekommen, das Abendessen nicht Fremden zu überlassen, wobei die Lasagne auch von Niemandem aus unserem Bekanntenkreis in den Karton gepresst worden sein konnte.
Ein weiterer zweifelhafter Vorteil unseres „Mobile Homes“ bestand darin, dass dieses über eine eigene Toilette verfügte. In intimer Atmosphäre entleerte ich in aller Ruhe meinen Darm, was zur Folge hatte, das der Kübel bei den ersten Spülvorgängen zum Überlaufen neigte, was wiederum mit der Bewertung des Tages einherging – große Sch...e, doch noch gaben wir die Hoffnung nicht auf.




Bericht zurück
2011-07-25
Seitenanfang
2011-07-26
Bericht vor
2011-07-27



Mit dem Rad von Köln nach Formentera - es geht auch anders ...




Newsletter

Sie wollen per E-Mail über neue Einträge auf dieser Seite informiert werden?
Kein Problem!
Klicken Sie auf Newsletter und folgen Sie den dort beschriebenen Anweisungen.




Live Vortrag

Zurzeit ist leider nichts geplant, die Liste unter Vorträge wird jedoch ständig aktualisiert.
Falls Sie selbst Interesse haben, mich einzuladen oder Sie einen Veranstalter kennen, treten Sie gerne mit mir in Kontakt. Es erwarten Sie unterhaltsame anderthalb bis zwei Stunden Fotoshow mit live vorgetragenen Erlebnissen und Anekdoten sowie Musik untermalten Passagen. Für Fragen oder einen kleinen Plausch stehe ich Ihnen während einer kurzen Pause oder im Anschluss gerne zur Verfügung und ich würde mich freuen, Sie persönlich kennen zu lernen!




Zum "mitnehmen"

Auch wenn ich keinen Verleger für eine Papier Fassung finden konnte - wer die hier beschriebene Reise "am Stück" nachlesen will, interessiert ist zu erfahren, wie der Urlaub endete bzw. Equipment und Protagonisten zurück nach Köln gelangten, und über einen E-Book Reader oder die i.d.R. entsprechend kostenlos erhältliche Software für PC, Tablet oder Smartphone verfügt, der wird im einschlägigen Handel fündig. Die für kleines Geld erhältliche Auflage (Umfang: ca. 270 Seiten eines gedruckten Buches) enthält gegenüber den hier während der Reise formulierten Erlebnissen zudem die Schmankerl, die unterwegs fehlendem Strom und zu knapp bemessener Zeit zum Opfer fielen. Dass dabei die Sätze so enden, wie sie angedacht waren, und das Maß an Rechtschreib- sowie Zeichensetzungsfehler reduziert wurde, versteht sich von selbst ...

Kennen Sie das?
Sie haben den Supermarkt gerade hinter sich gelassen da fällt Ihnen ein, was Sie unbedingt besorgen wollten - dann aber doch vergessen haben. Das ist nicht nur on tour blöd, sondern Zuhause ebenso. Und da Stift und Zettel sich häufig genug nicht in greifbarer Nähe befinden, der kleine elektronische Störenfried hingegen schon und weil es obendrein viel praktischer ist: verwenden Sie, sofern Sie es nicht bereits tun, Pruedis Einkaufsliste.   Die App für Ihr Android Smartphone, der Sie nicht nur vertrauen können, die Sie nicht mit Werbung belästigt, die auf das Wesentliche reduziert ist, die sich einfach bedienen lässt und die auch dort funktioniert, wo es vielleicht mal kein Internet gibt.
Sie kennen Pruedis Einkaufsliste noch nicht? Dann wird's aber Zeit - jetzt kostenlos testen!