Reisetagebuch

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Epilog
Bilder

2011-08-01

The technique never sleeps - der Wecker riss uns tatsächlich mit einem "es ist 07:00 Uhr - sie wollten geweckt werden" aus den Daunen. Dem Gang ins Bad, Aufräumen und Zeltabbau folgte diesmal ein Frühstück in der Cafeteria des Campingplatzes; am Vorabend hatten wir dem Schriftzug auf einer Tafel entnommen, dass es ein Croissant, ein Stück Baguette, einen Orangensaft sowie ein Heißgetränk für 5 € gab. Parallel dazu kopierte ich die letzten Bilder nebst Tagesbericht ins Internet. Den Aufbruch bekamen wir trotz früheren Aufstehens erst um 11:00 Uhr hin.
Die ersten paar Kilometer trugen dann ein Übriges dazu bei, dass wir nicht all zu früh das Meer erreichen sollten; den Satellitenaufnahmen war mal wieder nicht zu entnehmen gewesen, dass ein Feldweg in Privatbesitz überging und der Eigentümer diesen mit einem Tor gegen fremde Eindringlinge abgesichert hatte. Die Suche nach einer Umgehung gestaltete sich ein wenig aufwändiger. Letztendlich landeten wir auf einem schmalen Pfad, der kaum breiter war als die Lenker unserer Drahtesel, und auf den gelegentlich dorniges Gestrüpp ragte. Irgendwann lichtete sich jedoch das Dickicht wieder und wir gelangten über einen weiteren Feldweg auf eine Asphaltstraße, die nach einigen Kilometern mit der der geplanten Route übereinstimmte.
Anschließend führte die Fahrt über eine nur wenig befahrene Landstraße, von der wir in Mas-Thibert abwichen, um im Ort einen Supermarkt ausfindig zu machen. In einer Apotheke mussten wir jedoch erfahren, dass es derartiges im Dorf nicht gab. Dafür versorgte uns der deutschsprachige Herr im weißen Kittel mit allerlei anderweitigen hilfreichen Informationen, wie z.B. der, dass, nach einer weiteren toten Schlange am Straßenrand tags zuvor, wir uns hinsichtlich der Reptilien keine Sorgen machen sollten. Es gäbe eine Reihe von Arten, die aber allesamt ungiftig seien. Eher sollten wir uns in der Camargue vor den Stieren in Acht nehmen.
Zunächst ging es aber weiter über die Landstraße hin zur Fähre über die Rhone nach Salin-de-Giraud. Die Strecke wurde irgendwann ein wenig eintönig, zudem hinderte uns ein mäßiger Westwind am zügigen Vorankommen, doch gegen 14:30 Uhr überquerten wir auch diesen Strom ein letztes Mal; die Überfahrt war für Radler kostenlos. Angekommen in Salin-de-Giraud setzten wir uns in ein Restaurant, nachdem man uns mitteilte, dass der gegenüber gelegene Supermarkt erst um 16:00 Uhr seine Pforten wieder öffnen würde. Bei leckeren Salaten und netter Unterhaltung mit zwei französischen Radlern, die gerade aus der Richtung kamen, in die wir wollten, verging die Zeit wie im Flug. Von den beiden erfuhren wir, dass die längeren Schlangen zwar ungiftig seien, wesentlich kürzere hingegen, Vipern, mit dreieckigem Kopf, beim Biss den Griff zum Handy und der Notrufnummer 112 sinnvoll erscheinen ließen.
Vor einem Supermarkt trafen wir dann noch auf ein älteres deutsches Ehepaar im Radlerdress, das ebenfalls 12 Kilometer durch die Carmague geradelt war. Sie schwärmten uns von der Landschaft, den Flamingos und dem wilden Campen vor, das dort noch wie in guten alten Zeiten praktiziert wurde.
Nachdem wir uns mit Wasser, Brot und Eistee eingedeckt hatten, ging es für uns in das Naturschutzgebiet. Auf zum Teil staubigen Pisten waren zahlreiche Autos unterwegs, doch wir waren begeistert von der Landschaft und ihren Bewohnern.
Wildpferde und Stiere waren hin und wieder nur einen Steinwurf weit entfernt (durch einen Zaun und/oder Graben von uns getrennt); für die Flamingos wäre schon ein neuer Weltrekord erforderlich gewesen, doch mittels Zoom der Kamera sollten einige Exemplare als solche auf Fotos zu erkennen sein, die sich zuhauf im flachen Wasser tummelten.
An dem Strandabschnitt Beauduc erwartete uns nach etwas weniger als 60 Tageskilometern der wilde Campingplatz bzw. soweit wir das Meer entlang überblickten, sahen wir Wohnmobile, Campingwagen und vereinzelt Zelte. Am Himmel schwebten zahlreiche Lenkdrachen und auf dem Strand peste ein Strandsegler auf seinem Dreirad vor uns auf und ab. Zu unserem Erstaunen waren nur wenige Leute im Wasser, und die, die wir sahen, waren zwar einige Meter weit draußen, doch maximal bis zu den Knien im Meer.
Mit den Rädern kämpften wir uns zwischen den Campern hindurch bis in die erste Reihe, parkten unsere Gefährte im Sand und nahmen nacheinander ein Bad, soweit möglich. Das Knöchel tiefe Wasser war recht warm, doch wurde es kaum tiefer. Ich schritt ein ganzes Stück weit hinein, gab jedoch auf, nachdem die Badehose gerade nass wurde. Dort schwamm ich ein wenig herum, bemerkte, dass der Salzgehalt des Meeres recht gering war, und als ich wieder zurück am Strand ankam, war ich bereits fast trocken.
Nach dem Bad meiner Frau machten wir uns daran, unser Zelt im hinteren Teil des Strandes aufzuschlagen. Ausgeräumt wurde nur das Nötigste, und kurze Zeit später hockte ich vor unserer Behausung und hämmerte die noch jungen Eindrücke in den Rechner. Mit Einbruch der Dämmerung rückten uns die Moskitos wieder in Scharen auf die Pelle. Wir kapitulierten ansatzweise und widmeten und dem Abendessen.
Meine Frau hatte von Nachbarn zu ihrem Geburtstag 2 Portionen Outdoor Mahlzeit nebst Besteck erhalten. Entsprechend der Gebrauchsanweisung brauchten wir nur die Verpackung aufreißen, den Alubeutel mit kochendem Wasser zu füllen und 8 Minuten warten. Das einzig kleine Problem bestand darin, dass es nicht mehr so warm war, dass die Sonne unser eingekauftes Wasser zum sieden brachte. Kurzerhand fragten wir Nachbarn mit einem Campingmobil, ob sie uns behilflich sein könnten. Auch wenn mein Französisch nicht für derartige Fragestellungen ausreichte, so schafften ich es dennoch, mein Anliegen begreiflich vorzutragen; vielleicht mag es aber auch an den mehrsprachigen Hinweisen auf dem Beutel gelegen haben. Auf jeden Fall löffelten wir 20 Minuten später im Schummerlicht der untergegangenen Sonne ein Nudelgericht mit bunter Gemüsemischung und ließen uns dabei das Stunden zuvor erworbene Baguette schmecken. Nach dem Mahl gaben wir uns vollständig vor den Mücken geschlagen und verzogen uns um kurz nach 22:00 Uhr in unser Schlafgemach, ohne dass uns vorbei donnernde Züge, Lastwagen oder ähnliches belästigten.



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Mit dem Rad von Köln nach Formentera - es geht auch anders ...




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Auch wenn ich keinen Verleger für eine Papier Fassung finden konnte - wer die hier beschriebene Reise "am Stück" nachlesen will, interessiert ist zu erfahren, wie der Urlaub endete bzw. Equipment und Protagonisten zurück nach Köln gelangten, und über einen E-Book Reader oder die i.d.R. entsprechend kostenlos erhältliche Software für PC, Tablet oder Smartphone verfügt, der wird im einschlägigen Handel fündig. Die für kleines Geld erhältliche Auflage (Umfang: ca. 270 Seiten eines gedruckten Buches) enthält gegenüber den hier während der Reise formulierten Erlebnissen zudem die Schmankerl, die unterwegs fehlendem Strom und zu knapp bemessener Zeit zum Opfer fielen. Dass dabei die Sätze so enden, wie sie angedacht waren, und das Maß an Rechtschreib- sowie Zeichensetzungsfehler reduziert wurde, versteht sich von selbst ...

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