Reisetagebuch

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Epilog
Bilder

2011-08-03

Entsprechend des Angebotes vom Vortag brachte ich nach dem Gang ins Bad den Rechner zur Rezeption, um dem Akku eine neue Ladung zukommen zu lassen.
Die Sanitäranlagen des riesigen Campingplatzes waren nicht in dem Zustand, dass sie zum längeren Verweilen einluden, was zur Folge hatte, dass wir trotz Kartenupdate des GPS Gerätes vor dem Rezeptionsgebäude nach dem Check-Out den mit etwas über 34 € bislang teuersten Campingplatz zu gewohnter Stunde um 11:00 Uhr verließen.
Den heraus gefahrenen Vorsprung kompensierten wir dadurch, dass zunächst einmal wieder ein Weg nicht wie geplant befahrbar war. Wir fuhren eine Weile den Strand entlang, bevor der Weg in Richtung eines Klosters abknickte. Eine Fortsetzung durch die umgebenden Weinfelder war jedoch aufgrund eines verschlossenen Tores nicht möglich. Die paar hundert Meter zurück und der alternative Versuch, von der anderen Seite aus auf die geplante Route zurück zu finden, waren nicht das Problem. Abschreckender war da schon der Weg einen Kanal entlang, der laut Straßenschild und entgegen unserer Intention für Radfahrer gesperrt war. Ein Blick auf die Karte des elektronischen Pfadfinders zeigte, dass wir großzügig einen Binnensee zu umfahren hatten, die Wege in der Karte sich jedoch spärlich zeigten mit dem Resultat, dass wir uns einige weitere Male verfuhren. Bei einem Reiterhof wollte ich eine gerade mit dem Auto aufbrechende jüngere Dame um Rat fragen, die jedoch meine Gesten ignorierte und mich in ihrer Staubwolke stehen ließ. Der Versuch, auf dem Hof hilfreiche Hinweise zu erhalten, endete ähnlich. Auf meine „Pardon“ und „Halo“ Rufe reagierte niemand. Als ich an einer offene Tür klopfte, vernahm ich das Knurren eines Hundes. Einen Augenblick später sah ich mich einem Boxer und einem Jagdhund gegenüber, die mich mit bösen Blicken und respektablem Gekläffe zur Grundstücksgrenze eskortierten.
Bei nächster Gelegenheit war ich mit meinem Anliegen erfolgreicher. Den Worten und Gesten des angesprochenen Herrn entnahm ich, dass es sehr wohl möglich sei, den von mir geplanten Weg entlang des Kanals zu fahren, lediglich der elegante Rückweg war nicht so ganz einfach zu vermitteln, da ich nicht vorhatte, die gefahrene Strecke so zurück zu fahren, wie wir gekommen waren. Aber das Glück blieb uns treu, und kurze Zeit später fragten wir jemanden, der auch mit dem Rad unterwegs war, und uns ein Stück des Weges geleitete, ohne dass wir die Hügel noch einmal rauf und wieder herunter gemusst hätten; insgesamt hatte uns der Umweg jedoch gut 10 Kilometer und gut eine Stunde Zeit gekostet.
Nach einem guten Stück Schotterpiste den Kanal entlang bekamen wir eine Vorstellung davon, warum der Weg als gesperrt ausgewiesen war. Er verwandelte sich in eine Baustelle mit tiefen Furchen im lehmigen Boden, die insbesondere nach dem Sturz meiner Frau mit dem Rad nicht ganz unbesorgt zu nehmen waren. Dazu kam, dass stellenweise nur einen Meter weiter der Kanal ohne weitere Abgrenzung verlief. Doch auch diese Herausforderung meisterten wir erfolgreich und unbeschadet, und 1 ½ Stunden später war Séte erreicht.
Wir umfuhren die Stadt, schlängelten uns durch das Chaos zwischen den Autos und ernteten wildes Gehupe, nachdem wir an einer Straße den Strand entlang den Verkehr aufhielten. Das Schild, dass die Durchfahrt für Radfarer verboten war, ignorierten wir nach den gemachten Erfahrungen diesmal ohne Bedenken. An dieser Stelle jedoch war durch Kantsteine entlang Straße diese so breit, dass sich das Überholen höchst beschwerlich gestaltete. Erst der Hinweis eines Taxifahrers, dass parallel zur Straße auch ein Radweg verlaufe, brachte für alle Beteiligten Erleichterung mit sich.
Nachdem wir zahlreiche Wege Richtung Strand passiert hatten, entschlossen wir uns, einem der Wege zu folgen und einen Badestopp einzulegen. Es gelang uns, die Räder am Strand abzustellen, und nacheinander ging es in die Wellen des Mittelmeers. Meine Frau gab sich recht zügig geschlagen, im eher frischen Wasser und der Brandung zu verweilen, ich hingegen genoss die erste Runde Schwimmen im Salzwasser, wobei sogar entlang des zuvor zurück gelegten Weges an jedem Zugang zum Strand eine Dusche sowie ein Toilettenhäuschen existierte.
Als wir nach anschließendem Nickerchen in der Abendsonne und Pausensnack die Fahrt fortsetzten, war es bereits 18:30 Uhr geworden. Nach gut einer Stunde Radelei steuerten wir noch vor Erreichen unsers Tagesziels den ersten Campingplatz an in der Hoffnung, so noch ohne Probleme einen Flecken für unser Zelt ohne Probleme zu erhalten. Der Platz warb mit 4 Sternen, machte einen guten Eindruck, jedoch konnten wir an der Anmeldung mit unserer Absicht, Geld für eine Nacht zu hinterlassen, keinen Blumentopf gewinnen – ausgebucht. Auf dem nächsten Platz erging es uns nicht besser. Erst im dritten Anlauf, mittlerweile nur noch 6 Kilometer von unserem Tagesziel Agde entfernt, waren wir auf einem öffentlichen Campingplatz in Marseillan-Plage erfolgreich. Bei der Anmeldung kam ich mit einer Engländerin ins Gespräch, die wie wir mit dem Rad unterwegs war, allerdings aus Spanien kam. Sie berichtete mir, dass ihr überfüllte Campingplätze nicht mehr unbekannt waren, und sie schon einige Male wild an Flüssen ihr Zelt aufgeschlagen hatte. Zwischenzeitlich hatten andere Deutsche meiner Frau angeboten, auf „ihrem“ Stellplatz unsere Bleibe aufzubauen, doch wir brauchten auf das Angebot nicht zurückzugreifen. Die bezahlte Stromversorgung ließen wir zwar mangels ausreichend kurzem Kabels des Rechners weitestgehend ungenutzt, aber wir hatten eine offizielle Unterkunft gefunden, die sogar gut 6 € preiswerter war als die Letzte. Was die Sanitäranlagen anbelangte, so unterschied sie sich leider nicht deutlich. Welche Anlage letztendlich schlechter war, ließen wir vorsichtshalber unbewertet.
Zum Abendessen fuhren wir in das nahe gelegene Dorf. Auch hier reihte sich Fressbude an Fressbude, an der sich Menschenmassen vorbei schoben; ähnliches hatten wir in Playa-del-Ingles auf Gran Canaria kennen gelernt bzw. verband sich mit unseren Vorstellungen mit Mallorca und den Ortern der noch vor uns liegenden Costa Blanca. In dem von uns gewählten Lokal lernten wir ein französisches Pärchen kennen, die eine Woche Urlaub in einem „Mobile Home“ der Firma verbrachten, in der Er beschäftigt war; für eine zweite Woche hatten die beiden ein Studio angemietet. Beim Essen erörterten wir die hiesigen Gewohnheiten der Öffnungszeiten und kamen auf unsere Tour zu sprechen mit dem Resultat, dass ich nach der Rückkehr ins Zelt die vor uns liegende Etappe begleitet vom Lärm einer Kirmes überarbeitete.



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Mit dem Rad von Köln nach Formentera - es geht auch anders ...




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Zum "mitnehmen"

Auch wenn ich keinen Verleger für eine Papier Fassung finden konnte - wer die hier beschriebene Reise "am Stück" nachlesen will, interessiert ist zu erfahren, wie der Urlaub endete bzw. Equipment und Protagonisten zurück nach Köln gelangten, und über einen E-Book Reader oder die i.d.R. entsprechend kostenlos erhältliche Software für PC, Tablet oder Smartphone verfügt, der wird im einschlägigen Handel fündig. Die für kleines Geld erhältliche Auflage (Umfang: ca. 270 Seiten eines gedruckten Buches) enthält gegenüber den hier während der Reise formulierten Erlebnissen zudem die Schmankerl, die unterwegs fehlendem Strom und zu knapp bemessener Zeit zum Opfer fielen. Dass dabei die Sätze so enden, wie sie angedacht waren, und das Maß an Rechtschreib- sowie Zeichensetzungsfehler reduziert wurde, versteht sich von selbst ...

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