Reisetagebuch

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Epilog
Bilder

2011-08-04

Unser Hochzeitstag unterschied sich zunächst nicht deutlich von den vorangegangenen Tagen. Das Wetter meinte es weiterhin gut mit uns, und die Fahrt verlief weitestgehend entspannt, wenngleich uns ein Lüftchen aus West entgegen blies, das an unserer Kondition nagte. Wir folgten in der Karte ersichtlichen Pfaden und mussten keine größeren Korrekturen vornehmen. Rund um Agde fanden wir uns in dichterem Verkehr wieder, wobei ich dort einmal fast unter einem LKW landete; ich hatte am Randstreifen auf meine Frau gewartet und mich gerade wieder auf die Straße begeben, als hinter mir die Hupe des Lastwagens tönte. Der Fahrer machte einen aufgebrachten Eindruck und gestikulierte wild herum - meine Frau teilte mir kurz darauf mit, dass da nicht fiel Platz war zwischen mir und dem Transporter, doch ich konnte mich auch nicht in Luft auflösen und hatte angenommen, dass die Warnwesten unsere Präsenz signalisierten.
Den größten Teil der Strecke legten wir auf ruhigeren Landstraßen bzw. Radwegen entlang von Flüsschen und Kanälen zurück. An einer der Wasserstraßen legten wir Mittags in der Nähe von Béziers eine Pause ein, nachdem die Liegestühle eines Restaurants am Wegesrand lockten. Im Schatten einer Überdachung stillten wir unseren Durst mit Radler und Cola bzw. stärkten uns mit einer Quiche und einem Teller mit Schinken, Parmesan und Tomaten.
Darüber hinaus gab es entlang der Strecke zahlreiche Freizeitparks, die mit Achterbahnen, Riesenrädern, Wasserrutschen, Kartbahnen und dergleichen mehr allerdings nicht unseren Geschmack trafen, sondern eher zur Verschandelung des Landschaftsbildes beitrugen.
Zwischen Weinstöcken an einem Feldweg fanden wir es da schon einladender. Geschafft vom Gestrampel gegen den Wind breiteten wir die Zeltunterlage aus, unterzogen die reifen Trauben einer Geschmacksprobe (schön süß) und dösten ein wenig im Schatten einer Trauerweide. Nach einer knappen Stunde Rast ging es weiter bis Narbonne.
Dort bummelten wir ein durch die Gassen der Altstadt, bewunderten alte Gemäuer, ließen Geld in einer Apotheke, versorgten uns an einem Geldautomaten mit Neuem und gönnten uns mal wieder ein Eis. Es wurde kurz nach 19:00 Uhr, bevor wir den nächsten Campingplatz ansteuerten. Dieser lag ein paar Kilometer außerhalb der Stadt und ausreichend weit vom Meer entfernt, so dass wir nicht davon ausgingen, hier abgewiesen zu werden.
Der Platz machte einen einladenden Eindruck, doch an der Anmeldung ließ man uns wissen, dass wir mit unserer Annahme hinsichtlich der Belegung daneben lagen – ausgebucht, wegen Überfüllung keine weitere Anreise möglich. Der Hinweis auf den nächsten Campingplatz war auch nicht hoffnungsvoller; dem Kenntnisstand der Dame an der Anmeldung sollte auch dieser Platz belegt sein. Wir überlegten kurz, was zu tun sei, deckten uns für den Notfall mit Brot und Wasser ein und versuchten unser Glück bei der Konkurrenz ein paar Kilometer weiter.
Bereits vor der Zufahrt wies ein Schild auf den schon angekündigten Status hin. Zudem war mit 20:00 Uhr der Zeitpunkt erreicht, zu dem die Rezeptionisten in den Feierabend geschickt wurden. Ich probierte es dennoch, erhielt aber freundlich die Absage, dass da nicht mehr zu machen sei – nach gut 75 Kilometern mit dem Wind vor der Brust waren wir ziemlich begeistert.
Auf den letzten Metern beim Vorbeifahren am Campingplatz war meiner Frau ein Stellplatz auf der anderen Seite des Zaunes aufgefallen, der an sich eine ausreichend freie Fläche für unser Zelt aufwies. Sie fuhr dort noch einmal vorbei, doch die Bewohner des daneben stehenden Zeltes waren ausgeflogen.
Abermals folgte eine kurze Lagebesprechung mit dem Ergebnis, dass wir auf der Terrasse des Campingplatzrestaurants noch eine warme Mahlzeit zu uns nehmen wollten, um anschließend Ausschau zu halten nach einem nicht explizit ausgewiesenen Aufstellort für unsere Behausung irgendwo am Wegesrand. Außerdem gedachte sich meine Frau zu erdreisten, die Sanitäranlagen des Platzes für eine Dusche zu nutzen.
Ich saß bereits am Tisch und hatte ein Glas Durst löschendes Radler vor mir, als meine Gattin nach einer Weile frisch und fröhlich auftauchte und mir mitteilte, dass sie für uns einen Zeltplatz gefunden habe. Sie hatte eine holländische Familie angesprochen, die gegenüber den Duschen Quartier bezogen hatte und auf deren Parzelle noch Platz für unsere betuchte Unterkunft bestand. Ich war skeptisch und sprach zunächst einen Angestellten des Campingplatzes an, der sich gerade mit einer Pizza sein Abendbrot aus dem Restaurant geholt hatte. Nach ein wenig hin und her und Rücksprache mit einem Kollegen gab er uns sein Einverständnis. Da die Parzelle ja bereits bezahlt war, sah er auch keine Veranlassung für uns, am nächsten Morgen noch einmal in der Rezeption vorstellig zu werden. Froh und dankbar über das Entgegenkommen entschieden wir, uns bei unseren Asylgebern mit einer Flasche Rose zu bedanken. Ich lernte das Ehepaar kennen, als auf unserem Tisch im Restaurant die Lasagne dampfte. Im weiteren Verlauf des Abends quatschten wir noch ein wenig miteinander und wurden freundlich als Untermieter aufgenommen. Die beiden bot uns ihre Campingstühle an, während sie noch bei Freunden verweilten, erlaubten uns, ihren Kühlschrank zu benutzen sowie uns mit Strom für die leeren Akkus unserer Elektronik zu versorgen und waren auch darüber hinaus äußerst nett und hilfsbereit. Nebenbei erfuhren wir, dass sie selbst vor einigen Jahren in eine ähnliche Situation geraten waren und sich ihrerseits über entsprechendes Entgegenkommen freuen durften.
Meine Frau schlich irgendwann noch ein wenig über den Campingplatz und folgte den Klängen des Animationsprogramms, was aber rechtzeitig vor Mitternacht verstummte. Insgesamt wirkte die Anlage sehr gepflegt und komfortabel und wir hätten auch bereitwillig unseren Obolus geleistet, hätte man uns nur gelassen ...



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Mit dem Rad von Köln nach Formentera - es geht auch anders ...




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