Reisetagebuch

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Epilog
Bilder

2011-08-06

Die dunklen Wolken hatten sich Morgens verzogen, doch ein wenig diesig war es geblieben. Beim Frühstück wurden wir erneut von unseren Nachbarn auf dem Campingplatz mit Stühlen und Küchenutensilien versorgt, so dass einem Obstfrühstück nichts mehr im Wege stand; aus vorangegangenen Einkäufen war noch eine Melone und Bananen übrig geblieben.
Als meine Frau einen zeitintensiveren Gang ins Bad antrat wollte ich noch eine Korrekturlesung des vorherigen Tagesberichtes vornehmen, doch ließ ich mich von unserem Nachbar davon abgehalten – wir plauderten noch ein paar Minuten über unsere Tour, Routenplanung per GPS und seine Erkenntnisse hinsichtlich unserer weiteren Strecke.
Kurz vor der Abfahrt um 11:30 Uhr lud ich schließlich den am Abend zuvor fabulierten Bericht in das Internet und aktualisierte die Karte. Der Weg führte uns weiter über teilweise gut ausgebaute Radwege, endete aber bei einem in der Route verzeichneten Weg quer durch den Hafen von Canet.
wo uns ein englischsprachiger Skipper mit seinem offenen Kastenwagen bei heruntergeklappter Frontscheibe auf den rechten Weg lotste.
Einige Meter später legten wir eine Stunde nach unserer eine Pause für das Zweitfrühstück ein. Meine Frau fand in den Regalen eines Supermarktes Sandwiches, die wir vor der Tür zu uns nahmen, als uns von den Betreibern des Ladens 2 Klappstühle angeboten wurden, was wir dankend annahmen.
Frisch gestärkt ging es zunächst den Strand entlang weiter. Hatten wir am Vortag
die Pyrenäen klar und deutlich vor uns gesehen, so waren sie an diesem Tag nicht mehr zu erblicken. Sollte sich der Wunsch meiner Frau erfüllt haben, dass sie rechtzeitig vor unserem Eintreffen aufgelöst haben und eine entspannte Weiterfahrt am Strand möglich sein?
Kurz vor Argeles löste sich die Hoffnung ebenso wie die Dunstschaden auf, welche die Bergkette bis dahin verhüllte. Dafür wurden wir bei der Einfahrt in die Stadt von einer Gruppe Holländer mit lautstarken Rufen ihres Heimatlandes anzufeuern versuchten – abermals wurde die Farbe unserer Packtaschen und der Warnwesten falsch interpretiert, doch wir nahmen den Ansporn kommentarlos lächelnd entgegen.
An der Strandpromenade hatte sich Coca Cola mit antik aussehenden Gefährten breit gemacht und versorgte Passanten kostenlos mit kleinen Proben des braunen Zuckerwassers; wir ließen uns nicht lumpen und kippten die gut gekühlte Flüssigkeit in die durstigen Kehlen. Im Anschluss bedankte ich mich bei meiner Frau für ihre Begleitung, und versuchte sie darauf vorzubereiten, dass zunächst einmal der spaßige Teil der Fahrt vorbei sei. Nach dem Umfahren des Hafens hatten wir direkt den ersten Anstieg vor uns; zwar fuhren wir den Weg wieder zurück, da er an einer Barriere endete, die eher Wanderern ein weiteres Fortkommen ermöglichte, doch auch der Weg über die Straße war nicht viel besser.
Schnell stiegen Puls und gefühlte Betriebstemperatur, und etliche Meter wurden Rad schiebend bewältigt. In der Ebene hatten wir unsere Durchschnittsgeschwindigkeit schleichend von ca. 15 km/h auf 20 km/h gesteigert, doch fiel diese Berg auf rapide ab und ließ sich auch nicht mit denen der Abfahrten kompensieren, wo wir ab 30 km/h die Bremsen anzogen. Die Pausen nahmen ebenso wie die zu bewältigenden Hügel zu, meine Frau fragte sich zwischenzeitlich erschöpft, warum sie sich die Quälerei antue, doch gegen 18:15 Uhr erreichten wir nach der Durchfahrt einiger französischer Dörfer am Fuße der Berge die Grenze zu Spanien.
Eine knappe Stunde später standen wir in Cholera, unserem Tagesziel, nach gut 76 Kilometern auf dem Campingplatz. Der Betreiber runzelte zwar die Stirn, als ich ihn wissen ließ, dass wir gerne für eine Nacht unser Zelt bei ihm aufschlagen wollten, doch er zeigte uns seinen angeblich letzten freien Stellplatz, der im Weg zum Sanitärgebäude lag. Mangels Alternativen und aufgrund des Wunsches, nur noch duschen und die Beine hochlegen zu wollen, nahmen wir das Angebot für 23 € und damit vergleichsweise günstig direkt an.
Der staubige und steinige Boden für unsere Bleibe war derartig hart, dass ich meine Schwierigkeiten hatte, die Heringe mit Hilfe meines Leatherman Universalwerkzeugs einigermaßen tief in die Erde zu drücken, doch ein belgischer Nachbar konnte sich meine stümperhaften Bemühungen nicht lange anschauen und schnell hielt ich einen von ihm überreichten Hammer in meinen Händen, was das versenken der Metallstäbe deutlich vereinfachte.
Neben der Dusche genossen wir auch noch den Pool und die spanischen Öffnungszeiten der Restaurantküche, beides weniger eng gefasst als bei den Berufskollegen zuvor in Frankreich erlebt. An diesem Samstag Abend gab es zudem Live Musik, die aber weniger aufdringlich war als die der Vortage; ein Gitarrist, bei einigen Stücken begleitet von der Stimme seiner Begleiterin, ansonsten von seiner elektronischen Kapelle im Hintergrund, gab ruhige Weisen in Spanisch und Englisch zum Besten. Lediglich die Lautstärke hätte ein wenig gedämpfter sein können.
Mangels Strom in erreichbarer Nähe, die Energieversorgung des Mobiltelefons im Restaurant während des Essens erschien uns wichtiger, mussten die Erlebnisse des Tages zunächst in Form eines Mind Maps auf Papier gebannt werden, doch das Gefühl, auch diesen Meilenstein der Reise gemeistert zu haben, ließ uns großzügig die kleineren Einschränkungen vergessen.



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Mit dem Rad von Köln nach Formentera - es geht auch anders ...




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Zurzeit ist eine Veranstaltung geplant, die Liste unter Vorträge, in der Sie Details zum Wann, Wo und Worüber finden, wird jedoch ständig aktualisiert.
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Ich freue mich über Ihren Besuch und bin gespannt darauf, Sie kennen zu lernen!




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Auch wenn ich keinen Verleger für eine Papier Fassung finden konnte - wer die hier beschriebene Reise "am Stück" nachlesen will, interessiert ist zu erfahren, wie der Urlaub endete bzw. Equipment und Protagonisten zurück nach Köln gelangten, und über einen E-Book Reader oder die i.d.R. entsprechend kostenlos erhältliche Software für PC, Tablet oder Smartphone verfügt, der wird im einschlägigen Handel fündig. Die für kleines Geld erhältliche Auflage (Umfang: ca. 270 Seiten eines gedruckten Buches) enthält gegenüber den hier während der Reise formulierten Erlebnissen zudem die Schmankerl, die unterwegs fehlendem Strom und zu knapp bemessener Zeit zum Opfer fielen. Dass dabei die Sätze so enden, wie sie angedacht waren, und das Maß an Rechtschreib- sowie Zeichensetzungsfehler reduziert wurde, versteht sich von selbst ...

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