Reisetagebuch

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Epilog
Bilder

2011-08-07

Trotz steinharten Bodens verbrachten wir auf unseren Isomatten eine geruhsame Nacht – wahrscheinlich hatte das Rauf und Runter über die Berge dazu beigetragen, dass weitere Empfindungen in den Hintergrund rückten; lediglich beim Krabbeln aus dem Zelt bzw. wieder zurück machte sich der nicht ganz für unsere Unterkunft vorgesehene Aufstellplatz an den Knien bemerkbar, doch wir waren weiterhin froh, wenigstens diesen erhalten zu haben. Auch nach der Nacht hatte meine Frau den Eindruck, dass sie längere Beine als noch vor der Fahrt hatte bzw. ihr saß die Anstrengung des Vortags noch in den Knochen. Wir überlegten ernsthaft, ob es für sie hinsichtlich der anstehenden Etappe mit der restlichen Überquerung der Pyrenäen eine Alternative mit der Bahn gäbe, doch konnte uns zunächst niemand mit entsprechenden Hinweisen weiterhelfen. Der Verweis auf den Betreiber des Campingplatzes erwies sich auch als wenig hilfreich, war dieser irgendwo unterwegs, als wir in seinem Büro vor seinem leeren Schreibtisch standen.
Im Schatten der Anmeldung gab es jedoch einen Stromanschluss sowie einen Internetzugang. Ich nutzte die Gelegenheit, lud letzte formulierte Ereignisse sowie Bilder und den aktualisierten Fortschritt unserer Reise auf der Karte auf meine Internetseite und informierte die Leserschaft in kurzen Worten über den erreichten Meilenstein.
Zudem warf ich noch einmal mittels Google Earth einen Blick auf das Höhenprofil des weiteren Weges. Entgegen meiner bis dahin bestehenden Einschätzung, dass wir bis auf 500 Meter die Pyrenäen hinauf müssten, stellte ich fest, dass es nur die gute Hälfte sein sollte, dass die Anstiege im Wesentlichen nicht mehr so steil wie am Vortag und die Kraxellei nach 33 Kilometern einschließlich Talfahrten ein Ende haben sollte. Ich zeigte die Informationen meiner Frau und wir nahmen wieder Abstand von dem Vorhaben, für sie eine Alternative mit dem Zug zu suchen.
Statt dessen starteten wir um kurz nach 11:00 Uhr bei stark bewölktem Himmel, sahen am Ortseingang Camper, die anscheinend keinen Platz mehr gegen Entgelt erhalten hatten, erklommen die Hügel hinauf mit über 7 km/h und ließen uns bis zu 40 km/h auf der anderen Seite wieder herunter rollen. Wenn meiner Frau die Puste ausging, hielten wir kurz an, nutzten dabei die meist vorhandene Gelegenheit zu ein paar Fotos oder schoben die Räder ein Stück weiter. Nachdem wir Llanca und El-Port-de-la-Selva hinter uns gelassen hatten, wählten wir mit der GI-613 eine Landstraße, die uns vom Meer weg bis zur Kreuzung mit dem Abzweig nach Cadaqués führte. Der Weg bis dahin verlief langsam aber stetig bergauf und war nur mäßig von Autos benutzt – es war Sonntag, und damit so gut wie kein Lastwagen unterwegs. Zwischenzeitlich wurden wir von einigen Rennradfahrern überholt, die uns ebenso wie entgegenkommende Radler zumeist mit einem netten „Hola“ grüßten; auch von einigen Autofahrern erhielten wir den nach oben gerichteten Daumen angezeigt oder bekamen einen dankenden Wink, wenn wir ihnen an unübersichtlichen Stellen signalisierten, dass sie an uns vorbeiziehen konnten. Darüber hinaus genossen wir die Aussicht in den Hügeln, blickten stolz auf die Kurven zurück, die wir bereits hinter uns gelassen hatten bzw. verschafften uns einen Ausblick auf das, was sich vor uns weiter die Felsen entlang schlängelte. Kurz nach dem Abzweig nach Cadaqués ging es dann im Wesentlichen abwärts weiter und mit dem Erreichen von Roses gegen 14:00 Uhr hatten wir die zum Meer hin auslaufende Bergkette zwischen Frankreich und Spanien hinter uns gelassen. Als man uns an einer roten Ampel von der Terrasse eines Restaurant aus fragte, wo wir herkamen und hinwollten und nach unserer Antwort applaudierte, waren wir so gerührt, dass es uns ein wenig Selbstbeherrschung kostete, Tränen zu verdrücken.
Von der Strandpromenade aus informierten wir per Telefon unsere Lieben daheim von unserer Ankunft in Spanien und der Bewältigung der Pyrenäen. Anschließend gönnten wir uns ein 3 Gang Menü für kleines Geld - Gazpacho bzw. Salat als Vorspeise, Spinat gefüllte Tortellini mit Käsesauce als Hauptgericht sowie zum Nachtisch ein Fertigeis aus dem Becher.
Nach unserer Weiterfahrt deckten wir uns in einem auch Sonntags geöffneten Lidl Supermarkt nochmals mit Eistee und Fressalien ein; bestechend war hier, an der Costa Brava, der hohe Anteil an Autos mit deutschen Nummernschildern auf dem Parkplatz. Die restlichen knapp 19 Kilometer nach Sant-Pere-Pescador radelten wir entlang der geplanten Route über kleinere Land- oder Dorfstraßen, ohne dass uns widrige Umstände vom Erreichen des erstbesten Campingplatzes abhielten. Neben einer Französin mit 2 Mädchen, die dort eine Woche ihren Urlaub verbrachte und uns mit unserem Vorhaben für leicht verrückt erklärte, schlugen wir gegen 17:30 Uhr unser Zelt auf, kühlten uns ein wenig im Pool ab und erledigten die üblichen Kleinigkeiten: Duschen, Wäsche waschen, mein allwöchentliches Ritual der Entfernung der Gesichtsbehaarung war wieder fällig, und das alles ohne Eile; wir waren in Spanien und es drängten keine knappen Öffnungszeiten. Später setzten wir uns noch einmal an den Tisch, um noch einen Hamburger und eine Portion Brot mit Allioli zu vertilgen, wobei die Gelassenheit hier dazu führte, dass das Brot erst noch aufgebacken werden musste und erst auf dem Tisch stand, nachdem die Teller geleert waren. Ansonsten war auch dieser Campingplatz gut besucht, was dazu führte, dass auf eine freie Dusche schon einmal ein Augenblick gewartet werden musste bzw. dass Jugendliche an den Türen der Toiletten herum rappelten, um entweder Freunde zu suchen oder drängenderen Umständen Ausdruck zu verleihen.
Wie auch immer, nachdem uns auf der Terrasse gegen 22:30 Uhr in Shorts zu frisch geworden war, verzichteten wir auf den zunächst noch geplanten Spaziergang zum gut 1 Kilometer weit gelegenen Meer und zogen uns in das Zelt zurück, erfreut darüber, dass langsam Ruhe in der Anlage einkehrte.



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Mit dem Rad von Köln nach Formentera - es geht auch anders ...




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Zurzeit ist eine Veranstaltung geplant, die Liste unter Vorträge, in der Sie Details zum Wann, Wo und Worüber finden, wird jedoch ständig aktualisiert.
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Ich freue mich über Ihren Besuch und bin gespannt darauf, Sie kennen zu lernen!




Zum "mitnehmen"

Auch wenn ich keinen Verleger für eine Papier Fassung finden konnte - wer die hier beschriebene Reise "am Stück" nachlesen will, interessiert ist zu erfahren, wie der Urlaub endete bzw. Equipment und Protagonisten zurück nach Köln gelangten, und über einen E-Book Reader oder die i.d.R. entsprechend kostenlos erhältliche Software für PC, Tablet oder Smartphone verfügt, der wird im einschlägigen Handel fündig. Die für kleines Geld erhältliche Auflage (Umfang: ca. 270 Seiten eines gedruckten Buches) enthält gegenüber den hier während der Reise formulierten Erlebnissen zudem die Schmankerl, die unterwegs fehlendem Strom und zu knapp bemessener Zeit zum Opfer fielen. Dass dabei die Sätze so enden, wie sie angedacht waren, und das Maß an Rechtschreib- sowie Zeichensetzungsfehler reduziert wurde, versteht sich von selbst ...

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