Reisetagebuch

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Epilog
Bilder

2011-08-08

Der Tag begann um 08:17 Uhr, da ich vergessen hatte, den Tags zuvor ausgeschalteten Wecker wieder einzuschalten. Entsprechend verschob sich unser Tagesablauf um die knappe halbe Stunde weiter nach hinten. Zudem nutzte ich die Gelegenheit, den Reisebericht für den 4.8. an der Rezeption fertig zu schreiben und für 2 € ins Internet zu stellen, nachdem mir spanische Nachbarn 2 Stellplätze weiter entgegen gekommen waren, den Rechner in ihrem Wohnmobil aufzuladen. Letztendlich traten wir um 11:30 Uhr in die Pedale. Zunächst ging es an einem Naturschutzgebiet am Strand entlang weiter. Das Wetter war nur wenig einladend für ein Sonnenbad, dafür blies ein kräftiger Nordwind, was den Surfern auf dem Wasser und den Leuten mit den Drachenschnüren an Land entgegen gekommen sein dürfte und auch unser Fortkommen zumeist begünstigte.
Einige Kilometer später knickte unser Weg in L´Escalá landeinwärts ab, um ein paar Hügel zu umfahren. Die Straßen waren gut befahren bis leicht verstopft und wir freuten uns, als wir auf Schotterpisten bzw. kleinere Landstraßen ausweichen konnten, indem wir der ausgearbeiteten Route folgten.
Während der Fahrt gaben wir uns ein wenig der Gefühlsduselei hinsichtlich der zurück gelegten Reise und des absehbaren Endes hin. Hatten wir Anfangs uns noch damit beschäftigt, welchen Anteil wir bereits gefahren waren, so hatten wir spätestens ab Lyon und damit der Hälfte keinen Gedanken mehr an solche Nichtigkeiten verschwendet, sondern einfach nur das Vorankommen genossen (von den Anstiegen in den Pyrenäen mal abgesehen, was meine Frau betraf).
Die in diversen Ortschaften verstopften Straßen hielten uns weniger auf als die Autofahrer, die sie zumeist verursachten. An anderen Stellen sorgten Markt- oder Verkaufsstände dafür, dass man sich gegenseitig im Wege stand.
Abschnittweise fanden wir ausgeschilderte Radwege vor, die in der Regel aber auf geschotterten Pisten eher für die Fahrer von Gelände- als Rennrädern geeignet waren. Gegen Nachmittag legten wir mal wieder für eine Stunde eine Pause am Wegesrand ein, spannten die Wäscheleine zwischen einem Rad und einem Baum für die Nachts nicht ganz trocken gewordenen Bekleidungsstücke wie auch Handtücher und vernaschten bei zwischenzeitlich blauem Himmel Pizzakekse, Snickers, Gummibärchen und Bananen.
Auf der Weiterfahrt nach Palamós endete ein weiteres Mal die geplante Route im Nichts; eine geteerte Straße wurde wohl nicht mehr benötigt und ging plötzlich nahtlos in ein Feld über. Doch mittlerweile geübt mit dieser Situation fuhren wir die letzten paar hundert Meter zurück, auf der Karte fand sich schnell eine Alternative und gegen 18:30 Uhr standen wir vor der Anmeldung eines Campingplatzes an einem Hügel von Palamós. Nach einer knappen ¼ Stunde Warterei und dem Hinweis, dass wir unsere Zeit umsonst investiert hatten - der Platz war belegt - wechselten wir die Straßenseite und probierten unser Glück bei der Konkurrenz.
Hier trugen wir unser Anliegen erfolgreicher vor und durften uns in der „Zona libre“ einen Platz aussuchen. Was sich so großzügig formuliert anhörte, stellte sich als ein mittelschweres Unterfangen heraus. Zunächst einmal war es gar nicht so einfach, das entsprechende Gebiet zu finden, und dann ein geeignetes Plätzchen ausfindig zu machen, bei dem wir keine Angst haben mussten, Nachts mit unserem Zelt den Hang hinunter zu rutschen. Irgendwann entdeckten wir aber neben weiteren Radreisenden eine ausreichend große freie Fläche. Nach dem Zeltaufbau suchten wir den Dialog mit den neuen Nachbarn. Das jüngere Pärchen kam aus Holland, hatte seine Reise in Lyon im Regen begonnen und war auf dem Weg nach Barcelona – Zufälle gibt es im Leben! Mit 50 bis 60 Kilometern pro Tag waren ihre Tagesetappen etwas kürzer als die unsrigen, dafür hatten die Beiden aber eine andere Route über die Pyrenäen gewählt, die sie auf 700 Meter hoch in die Berge führte; ihrem Reiseführer nach war der von uns eingeschlagene Weg gefährlicher, was allerdings letztendlich niemand von uns aufgrund direkter Vergleichsmöglichkeiten beurteilen konnte. Auf dem Campingplatz hatte das Pärchen bereits ein paar Nächte verbracht und schwärmte von dem Pool mit Meerblick vor, den meine Frau dann auch in Anspruch nahm; für mich wurde es unter Berücksichtigung der ausgewiesenen Öffnungszeiten zu knapp, und so machten wir uns nach meinem Gang unter die Dusche auf zum Restaurant. Auf der Terrasse orderten wir uns als Vorspeise Gazpacho und Salat, sowie von der reichlich bebilderten Speisekarte Frikandel mit Pommes sowie eine Tortilla de Patatas. Die Vorspeise wurde fix serviert, doch kaum hatten wir unser Besteck in den Händen, standen auch bereits die warmen Gerichte vor uns auf dem Tisch, was uns dann doch zu einem deutlichen Abzug in der B-Note bewegte. Nicht zuletzt der während unseres Essens ausgerufene Musikquiz, bei dem 15 Fragen zu beantworten waren, die jeweils in Spanisch, Englisch und Französisch ebenso lautstark wie wortreich zu angespielten Musiktiteln gestellt wurden, ließen uns den Aufbruch gegen 22:30 Uhr nicht schwer fallen. Wir siedelten um zum Rezeptionsgebäude, wo meine Frau auf eine Rezeptionistin traf, die von unserer Tour ganz angetan war, während ich ein paar Minuten nutzte, um an der Steckdose angeschlossen den Rechner mit Stichworten des Tagesablaufs zu füttern sowie einen Datenaustausch mit dem Navi vorzunehmen. Leider wies man uns eine ¼ Stunde später darauf hin, dass das Gebäude nun geschlossen würde, was uns hinsichtlich der Berichterstattung nicht sonderlich weiter half, sondern uns statt dessen Richtung Kopfkissen trieb.



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Mit dem Rad von Köln nach Formentera - es geht auch anders ...




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