Reisetagebuch

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Epilog

Epilog

Es dauerte noch ein paar Tage, bis wir auch mit dem Kopf auf Formentera angekommen waren, wobei auch eine Woche nach unserer Ankunft, als diese Zeilen entstanden, einiges immer noch ein wenig unwirklich erschien. Zwar hatten wir am ersten Abend nahezu traditionell im Sol-y-luna Restaurant gespeist, den Abend darauf in San Fernando einem Konzert einer spanischen Insel Band beigewohnt, am Samstag Abend das von uns so genannte Kurkonzert (Jazz a la plaza) in San Francisco genossen und waren Sonntags hoch zum Hippie Markt gepilgert, doch dauerte es beispielsweise noch einen weiteren Tag, bevor das Kajak aus der Garage an den Strand verlegt sowie eine erste Runde auf dem Wasser gedreht wurde – ein Ritual, das bis dahin meist keine 24 Stunden auf sich warten ließ.
Wir versäumten es nicht, bei jeder passenden wie unpassenden Gelegenheit über unsere Anreise per Rad zu berichten und freuten uns über die Glückwünsche, die uns per E-Mail, Telefonat und sogar von bis dato unbekannten Menschen nahezu auf der Straße erreichten (ein großes Dankeschön an all diejenigen, denen ich bislang noch nicht persönlich geantwortet habe). Ebenso waren wir überwältigt von dem Interesse an dieser Seite im Internet. Über das Formentera Forum Fonda.de gab es zahlreiche Aufrufe, und auch von anderer Stelle im Netz verriet der Log des angemieteten Rechners Zugriffe.
Bei unseren Fahrten mit dem Rad über die Insel kam uns diese noch nie so flach vor; meine Frau bewältigte zum ersten Mal die Serpentinen der Mola ohne einen Meter zu schieben oder zu pausieren. Und auch darüber hinaus erlebten wir den uns wohl bekannten Flecken Erde irgendwie anders. Lag es daran, dass in den ersten Tagen die Aufarbeitung des Reisetagebuches oder die Reinigung der Ausrüstung noch einige Zeit in Anspruch genommen hatte, oder waren es die Erlebnisse der vorangegangenen Tage, die sich immer wieder in das Bewusstsein drängten?
Ansonsten blieb mit knapp einer Woche Abstand festzuhalten, dass die Tour für uns im wahrsten Sinne des Wortes eine tolle Erfahrung war, die wir auf keinen Fall missen möchten. Es machte Spaß, dem Ziel Tag für Tag einige Kilometer näher zu kommen, zumeist nette Menschen und deren Geschichten kennen zu lernen und die unterschiedlichsten Eindrücke aufzunehmen. Auch wenn die Fahrt nicht dazu beitragen konnte, uns zu Anhängern des Campings werden zu lassen, so würden wir bei einer ähnlichen Gelegenheit wieder diese Form für die Übernachtung wählen.
Auch hinsichtlich der Ausrüstung waren wir sehr zufrieden mit dem, was uns die Verkäufer nahe legten bzw. wozu wir uns entschieden hatten. Angefangen mit den Rädern, aber ebenso zutreffend für Campingausstattung, Bekleidung, Packtaschen, Elektronik und was wir sonst noch alles dabei hatten, fühlten wir uns bestens ausgestattet und können die Produkte nur weiter empfehlen. Als überflüssig stellte sich lediglich der Fön heraus, mit dem meine Frau zwischendurch an Regentagen versuchte, Wäsche zu trocknen, ebenso wie ein Buch und ein Französisch Kurs, das ich für mich im Reisegepäck hatte; auf die wenigen Seiten, die ich zum Lesen gekommen bin, hätte ich schmerzlos verzichten können, für das Sprachtraining fehlten Zeit und Muße. Ein während einer Vorbereitungstour noch mitgeführtes aber nicht benutztes Scrabble Spiel hatte ich bereits Zuhause gelassen, dafür würde ich bei nächster Gelegenheit darüber nachdenken, eine Solar Stromversorgung anzuschaffen sowie ein mindestens 10 Meter langes Verlängerungskabel einstecken.
Die Sache mit dem Kartenmaterial sah ich weiterhin als nicht ganz einfach an. Es wäre schön, wenn die Openstreetmap Gemeinde in Frankreich und Spanien wachsen würde und sich tatkräftig engagierte; die 400 € für das Garmin Kartenmaterial erschienen mir auch im Nachhinein als zu teuer, kommt man nicht dazu, es regelmäßig zu nutzen.
Sollte jemand die Tour oder Teile davon nachfahren wollen, so rate ich unbedingt von dem von uns eingeschlagenen Weg den Mont d´Or bei Lyon hinauf ab (vgl. Bericht zum 25.7.); ansonsten gibt es abschnittweise wahrscheinlich auch attraktivere Routen, doch im Großen und Ganzen war ich zufrieden mit den von uns eingeschlagenen Wegen. Bzgl. unseres Tagespensums sei angemerkt, dass ich uns nicht gerade als Sportskanonen bezeichnen würde; wer ambitionierter ist, wird ohne große Probleme die Strecke in einer kürzeren Zeit bewältigen, oder aber die Gelegenheit nutzen, sich intensiver den zahlreichen Sehenswürdigkeiten zu widmen. Uneingeschränkt kann ich den „Umweg“ durch die Carmague empfehlen; alte Gemäuer gab es vielerorts zu bewundern, das Naturschutzgebiet empfand ich hingegen als einzigartig.
Wie bereits an anderer Stelle erwähnt, so kann sowohl die ursprünglich geplante Tour als auch die tatsächlich gefahrene mit allen Umwegen und Schlenkern zu Supermärkten und dergleichen abgerufen werden unter http://www.dirk-prueter.de/CGN-BCN.kml. Zur Anzeige ist das Programm Google Earth erforderlich, auf das es unter „Links“ einen Verweis gibt; mittels GpsBabel sollte sich die Datei zudem in die gängigsten Formate von Routenplanern konvertieren lassen.
Was die Statistik betrifft, so ergab das Zusammenzählen vorliegender Daten, dass wir lt. GPS einschließlich der Stadtrundfahrt durch Barcelona und bis zum Erreichen der Ferienresidenz auf Formentera 2094 Kilometer geradelt sind. Sah meine erste Abschätzung vor, mit 50 € pro Tag auszukommen, so revidierte ich diese nach unseren Vorbereitungsrunden bereits auf 70 €. Tatsächlich schafften wir es, während der 33 Tage, die wir insgesamt unterwegs waren und dabei unseres Erachtens nicht in Saus und Braus lebten, ca. 2500 € für Unterkunft und Verpflegung auszugeben (ohne Berücksichtigung der Kosten zur Behandlung der Folgen des Sturzes meiner Frau, Fähre Barcelona/Formentera sowie Gebühren zur zwischenzeitlichen Bargeldversorgung), d.h. wir landeten bei ca. 80 € pro Tag. Die Übernachtungspreise auf den Campingplätzen variierten dabei zwischen 12 € und knapp 44 €, ohne dass der Obolus nach unserem Empfinden in Relation zu Ausstattung oder Sauberkeit stand; spätestens entlang des Meeres ließ man sich die Lage schlicht und ergreifend mit bezahlen.
Ungezählt hingegen blieben die zahlreichen Liter Lipton Pfirsich Eistee, Snickers Riegel sowie Carte D´Or Eiskugeln, bei denen ich die Geschmacksrichtungen Schokolade sowie Rum bevorzugte, während meine Frau sich ohne deutliche Schwerpunkte für Fruchtigeres entschied. Zudem sollte das Kölner Gaffel Brauhaus seine Strategie überdenken und seine Fassbrause mindestens landesweit, wenn nicht gar über die von uns besuchten Teile des Kontinents vermarkten.

Würden wir gefragt werden, warum wir ein derartiges Vorhaben in die Tat umgesetzt haben, so gäbe es keine rational nachvollziehbare Antwort – war es letzten Endes doch nur eine verrückte Idee? Wie auch immer, wir bereuten unseren Entschluss nicht und können nur jedem, der sich mit ähnlichen Gedanken trägt, zu einer Umsetzung ermuntern.
Ob es eines Tages für uns eine Fortsetzung geben würde, war zunächst nicht absehbar, doch an mangelndem Interesse sollte es nicht liegen.



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2011-08-11
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Mit dem Rad von Köln nach Formentera - es geht auch anders ...




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Zum "mitnehmen"

Auch wenn ich keinen Verleger für eine Papier Fassung finden konnte - wer die hier beschriebene Reise "am Stück" nachlesen will, interessiert ist zu erfahren, wie der Urlaub endete bzw. Equipment und Protagonisten zurück nach Köln gelangten, und über einen E-Book Reader oder die i.d.R. entsprechend kostenlos erhältliche Software für PC, Tablet oder Smartphone verfügt, der wird im einschlägigen Handel fündig. Die für kleines Geld erhältliche Auflage (Umfang: ca. 270 Seiten eines gedruckten Buches) enthält gegenüber den hier während der Reise formulierten Erlebnissen zudem die Schmankerl, die unterwegs fehlendem Strom und zu knapp bemessener Zeit zum Opfer fielen. Dass dabei die Sätze so enden, wie sie angedacht waren, und das Maß an Rechtschreib- sowie Zeichensetzungsfehler reduziert wurde, versteht sich von selbst ...

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