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2013-05-05

9. Tag: 96 Kilometer (Gesamt: 651)

Was auf dem Komfort Campingplatz stört, ist die A27, die direkt hinter einem Wall verläuft, der das Rauschen des Verkehrs aber nicht vollständig schluckt. Als der Wecker zu gewohnter Stunde trotz Sonntag tönt bemerken wir, dass auch der Stellplatz nur suboptimal gewählt war. Der Tag verspricht schön zu werden, doch unser Zelt steht tief im Schatten einiger Bäume und ist noch voller Tau. Die am Vorabend gewaschene Wäsche hänge ich auf eine Absperrleine, die bereits in der Sonne liegt, doch die Zeit bis zum Aufbruch reicht nicht, die Kleidungsstücke zu trocknen. So wandern diese im Wäschesack auf den Gepäckträger, was jedoch auch nicht den gewünschten Effekt zur Folge hat.
Einfacher verhält es sich mit zwei Telefonaten, die an diesem Morgen anstehen. Birgit, eine Freundin aus Unna, hat ihren 50'sten Geburtstag, und meine Eltern starten in Richtung Formentera, und Dank Mobilfunknetz in Reichweite werden wir unsere Glückwünsche bzw. Wünsche für einen schönen Urlaub los.
Während Ute und ich unser Gepäck zusammen packen, steht plötzlich ein Vater mit seiner wahrscheinlich fünfjährigen Tochter vor uns und interessiert sich für uns. Wir geben bereitwillig Auskunft und es dauert nicht lange, dann stehen auch die Mutter mit einer weiteren Tochter neben dem Rest der Familie. Wir erfahren, dass ER aus Köln kommt, SIE aus Bremen und man seit Jahren in Holland wohnt, wenn man nicht, wie im Moment, die Verwandschaft besucht. Im Sommer ist eine Radtour durch die Heimat des Nachwuchses geplant, und wir könnten uns noch eine Weile weiter unterhalten, wenn nicht die bisher Kilometer reichste Etappe drängen würde. Ebenso tut es mir leid, mich gegenüber unseren Nachbarn aus der Nähe Hannovers kurz zu fassen. Sie gönnen sich eine Auszeit während ihrer Tour und versehen ein Rad mit neuen Speichen, da von den alten bislang pro Tag zwei zu Bruch gingen. Dass auch mein Rad an diesem Tag von einer ersten Panne nicht verschont bleibt, ahne ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht.
Es wird 11:40 Uhr, bevor wir den Campingplatz verlassen. Die letzte halbe Stunde verbringe ich an der Rezeption, um den Pfand für einen elektronischen Türöffner zurück zu erhalten, dann lassen wir Bremen langsam aber sicher hinter uns. Im Einzugsbereich der Stadt haben wir noch viele Gleichgesinnte um uns herum, die das herrliche Wetter für einen Ausflug nutzen, und auch die Biergärten, Cafes und Lokale am Wegesrand sind gut besucht. Je weiter wir jedoch Richtung Nordosten vorankommen, desto rarer werden die Einkehrmöglichkeiten und die Zahl derer, die es dorthin ziehen würde. Unser Weg führt einmal mehr über Felder und durch kleine Dörfer, von denen die meisten einen verlassenen Eindruck machen. Nach 36 Kilometern finden wir gegen 14:00 Uhr ein Café, in dem wir noch ein Mittagessen erhalten. Unsere Wahl fällt auf einen Salatteller mit Sesamhähnchen, und während wir unbesorgt unsere Teller leeren, scheppert es mit einem Male und mein Rad verschwindet aus dem Blickfeld. Als ich es wieder aufstellen will stelle ich fest, dass der Ständer gebrochen ist – also bin ich einstweilen darauf angewiesen, den bepackten Drahtesel irgendwo anzulehnen, was die Sache auch nicht gerade einfacher gestaltet.
Nach einer knappen Stunde folgt der nächste Aufbruch. Bis Zeven, wo wir uns ein Eis gönnen, haben wir die Wege nahezu für uns alleine. Ich denke daran, dass, wären wir nicht auf Tour, wir auf Birgits Geburtstagsfeier Kaffee und Kuchen vernichten würden. Ginge es nach Ute, so würde sie sich am liebsten dorthin beamen lassen, doch ich will nicht tauschen. Nicht, dass ich mich im Kreise ihrer Gäste nicht wohl fühlen würde, doch ich genieße auch die gegenwärtigen Annehmlichkeiten.
Die letzte Etappe nach Heidenau zum dortigen Campingplatz zieht sich, nicht nur über die Felder, sondern zunehmend auch in den Beinen bzw. Oberschenkeln. Die 96 Kilometer stecken wir doch nicht ganz spurlos zurück. Als wir unser Ziel erreichen, ist die Rezeption des Campingplatzes bereits geschlossen, doch die herbei telefonierte Betreiberin lässt uns nicht lange warten, und auch im Restaurant bekommen wir um 20:00 Uhr noch etwas zu essen.
Das Zelt baue ich anschließend nahezu im Dunkeln auf, und als wir gegen 23:00 Uhr in den Schlafsäcken liegen, dauert es nicht lange, bis uns die Augen zufallen, auch wenn es diesmal die A1 ist, die in zweieinhalb Kilometern Entfernung für Hintergrundgeräusche sorgt.




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Mit dem Rad von Köln nach Formentera - es geht auch anders ...




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Ich freue mich über Ihren Besuch und bin gespannt darauf, Sie kennen zu lernen!




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