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Reisetagebuch

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2013-05-14

18. Tag: 83 Kilometer (Gesamt: 1316)

Wäre ich abergläubisch, so müsste heute Freitag der 13. sein, aber ich bin es nicht, und so wird es Zufall sein, dass an diesem Dienstag den 14. einiges nicht so läuft, wie wir es uns wünschen.
Es beginnt damit, dass der Tag so beginnt, wie der vorangegangene endete – es regnet. Nun müssen wir eingestehen, dass wir bislang davon verschont geblieben sind, unser Zelt im Nassen abzubauen, aber heute ist es soweit. Ein Blick zum Himmel zeigt tief hängende Wolken, überwiegend dunkel. Also wird im Innern unserer guten Stube soweit wie möglich alles zusammen gepackt, was möglich ist. Aufgrund der nicht mal 4 Quadratmeter, die uns zur Verfügung stehen, sind wir uns mehr selbst im Wege als alles andere, doch wir überstehen auch diese Herausforderung, ohne einander handgreiflich zu werden oder in eine Beziehungskrise zu verfallen.
Eingehüllt in Regenkleidung verlassen wir den Campingplatz um kurz vor 11:00 Uhr, und mit dem Aufbruch ändert sich das Wetter. Es bleibt frisch, der Wind erwischt uns überwiegend von der Seite mit wahrscheinlich 3 Stärken. Unser erstes Etappenziel, den 12 Kilometer entfernten Ort Køge, erreichen wir nach einer guten ¾ Stunde fahrt. Wir irren ein wenig durch die Straßen, doch schließlich finden wir, wonach wir Ausschau halten – eine Bäckerei. Bei Kaffee und belegten Brötchen steigt die Laune, und während wir auf einer Bank gegenüber der Backstube sitzen, fällt unser Blick auf einen Laden, vor dessen Tür das Fähnchen eines Outdoor Bekleiders weht. Da Ute ein langärmeliges Shirt für die Nacht fehlt, steht die nächste Anlaufstelle fest, und der freundliche Verkäufer macht ein gutes Geschäft. Neben dem Oberteil erstehen wir einen Gürtel, da Utes Hose zu rutschen beginnt, eine weitere Rolltasche, da zwischen querliegender Packtasche und dem Gepäckträger des Damenrades ein ungenutzter Hohlraum besteht, und für mich finde ich noch ein T-Shirt zum wechseln, da die zwei für unterwegs schon mal beide auf ihre Wäsche warten.
Um 12:45 Uhr geht es weiter Richtung Kopenhagen. Der Weg führt uns zunächst weiter über die Felder und durch kleinere Ortschaften, die immer mehr ineinander übergehen. Nach weiteren drei Stunden Fahrt ist es Zeit für eine nächste Pause. In einem Supermarkt haben wir uns mit einem Salat und Brötchen eingedeckt, doch bis wir eine einigermaßen schön gelegene Bank am Wegesrand finden, müssen wir uns eine Weile gedulden. Es kommt, wie es kommen muss, kaum brechen wir auf, gelangen wir zurück an die Ostsee und die Rastmöglichkeiten werden viel attraktiver. Als wir den Campingplatz von Brøndby gegen 18:00 Uhr erreichen, stellt sich für uns die Frage, ob wir uns hier niederlassen oder weiterfahren. Am Rande eines Naturschutzgebietes auf der Kopenhagen vorgelagerten Insel hatte ich während der Vorbereitung eine weitere Übernachtungsmöglichkeit ausgemacht, die uns für den nächsten Tag mehr Zeit lässt zum Stadtbummel. Wir entscheiden uns dazu, die 17 Kilometer noch anzugehen, und radeln weiter der Hauptstadt entgegen. Die Straßen werden zweispurig, der Verkehr nimmt zu, und auf dem abgetrennten Seitenstreifen einer Autobahnbrücke gelangen wir in das überwältigende Naturschutzgebiet. Zunächst strampeln wir vor dem Deich gegen den Wind, irgendwann wechseln wir die Seite und durchqueren weitläufige Wiesen, auf denen Kühe, Rehe und wer-weiß-was-noch-alles grasen.
Als wir den Punkt erreichen, an dem laut Karte ein Zelt markiert ist, werden hingegen die Gesichter lang. Es besteht lediglich eine in einen Erdwall gebaute Holzkonstruktion, vor der ein Grillplatz auszumachen ist und auf dessen anderer Seite ein Wasserhahn installiert ist. Ein wenig entnervt überlegen wir, wie es weiter gehen soll. Erneut zurück zum vorherigen Campingplatz scheidet für uns kategorisch aus. Der nächstgelegene Zeltplatz liegt hinter Kopenhagen und stellt somit ebenfalls keine Alternative dar. So schlage ich Ute vor, in der Stadt nach einem Hotel Ausschau zu halten. Es dämmert bereits, als wir eine halbe Stunde später in den Ausläufern der Stadt vor einem Crown Plaza Hotel stehen. Ich lege meine Warnweste, Helm und Handschuhe ab, begebe mich zur Rezeption und lächele die Dame auf der anderen Seite des Schalters an. Ob wir ein Zimmer für zwei Personen für eine Nacht bekommen könnten, fabuliere ich in englisch.
„Do you have a reservation?“, bekomme ich als Gegenfrage zurück.
Ich verneine.
Dann gäbe es keine Möglichkeit, so die finale Antwort. Es gäbe gerade einen Kongress und alle Zimmer seien ausgebucht. Ich erkundige mich noch danach, ob mir die Hotelangestellte etwas bei der Konkurrenz empfehlen könne, erhalte auch den Hinweis auf den nächsten Hotelklotz, den wir bereits gesichtet haben, und ich verlasse die Herberge.
Vor der Tür feixt noch eine junge Frau aus Spanien mit uns herum, doch im Moment steht uns der Sinn nach anderem, und auch die Begleiter sorgen dafür, dass wir uns nicht festquatschen.
Als nächstes werden wir in einem Betrieb vorstellig, der den Eindruck macht, dass es sich um eine Jugendherberge handelt. Über dem Empfangstresen hängt bereits ein Schild, auf dem „fully booked“ steht, doch ich frage vorsichtshalber noch einmal nach – erfolglos.
Als letzten Versuch steuern wir das Hotel an, das uns die Rezeptionistin des ersten Hotels empfohlen hatte, doch auch dort werde ich abgewiesen – alle 700 Zimmer seien belegt oder reserviert.
Ich erstehe bei der Nachfrage zu einem Preis, für den wir bereits campiert haben, noch einen Liter Wasser, dann radeln wir zurück an den Rand des Naturschutzgebiets, aus dem wir gekommen waren. Bei einbrechender Dunkelheit schlagen wir unser Zelt an der erstbesten Stelle auf, an der man nicht direkt über uns stolpert. Eine Autobahn verläuft in akustischer Reichweite, auch Bahngleise sind nicht fern, und ebenso starten oder landen Flugzeuge in der Nähe. Der Flecken Erde, für den wir uns entscheiden, ist übersät mit Kürtelchen von Schafen, doch im Moment ist uns alles so ziemlich egal. Nachdem unsere Behausung um 22:00 Uhr steht, krabbeln wir verklebt wie wir sind in unsere Schlafsäcke und verdrücken noch die restlichen beiden belegten Brötchen, die wir Mittags in Køge erstanden haben. Zum Abschluss des Tages und zur Bekämpfung des Frustes reiße ich anschließend noch eine 300 Gramm Tüte mit Lakritz und Gummibärchen auf, die schon seit Tagen Stauraum kostet, wir vernichten den Inhalt restlos, und es ist noch vor 23:00 Uhr, als wir versuchen, die Augen zu schließen.




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