Reisetagebuch

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2013-05-19

23. Tag: 80 Kilometer (Gesamt: 1653)

Als wir an diesem Morgen, es ist Pfingstsonntag, aus dem Zelt schauen, ist der Himmel Wolken verhangen. Sollte der Wetterbericht, den wir am Abend zuvor an der Rezeption entdeckt haben, recht behalten, so können wir zum Nachmittag mit Regen rechnen. Doch so wie es aussieht, dürften wir schon vorher mit Schauern konfrontiert werden. Entsprechend packe ich meine Lederhose in eine der Packtaschen und suche mir die Radfahrerhose heraus, an der ich die Beine abtrenne (per Reißverschluss natürlich!).
Den Campingplatz verlassen wir gegen 09:20 Uhr, anschließend steht ein Abstecher in den Hafen von Varberg auf dem Programm. Ute hatte im Rahmen einer Jugendfreizeit hier schwedischen Boden betreten und lässt vor Ort Erinnerungen Revue passieren.
Da wir es versäumen, uns in der Stadt mit einem Frühstück einzudecken, müssen wir zunächst einmal bis kurz vor 12:00 Uhr radeln, bevor sich die nächste Gelegenheit bietet. Der Weg führt uns wie bereits in den letzten Tagen auch mal ein wenig in das Hinterland, dann wieder zurück an die Küste. Auf den Straßen entdecken wir auffallend viele amerikanische Straßenkreuzer, die wahrscheinlich ebenso alt sind wie wir, wenn nicht sogar betagter. Beim Abendessen tags zuvor wurden wir bereits Zeuge, wie derartige Karossen dort vor- beziehungsweise abfuhren, von denen einer die Stoßdämpfer (?) nach dem Parken so weit absenkte, dass das die Insassen fast ebenerdig aussteigen konnten.
Kurz bevor wir das Kattegat verlassen, legen wir nach kurzem Schauer eine letzte Pause an diesem Abschnitt der Ostsee ein, um das Frühstück nachzuholen. Bei dieser Gelegenheit rufe ich meine Eltern auf Formentera an und erfahre, dass das Wetter dort die Woche über wenig mit sonnigem Süden zu tun hatte. Dafür steht ab diesem Wochenende ein Wechsel bevor, der sich bereits ankündigt – wie bei uns, stelle ich mit Bedauern fest. Doch ich will nicht klagen. Wir hatten schöne Tage gehabt, und auf Regen folgt Sonnenschein, oder halt anders herum.
Mit der Stadt Åsa verabschieden wir uns von der Küste, dann führt uns das Navi auf dem Lenker in nordöstlicher Richtung landeinwärts. Spätestens am dem Lygnern See werden die Anstiege steiler, und es geht in einer Tour auf und ab, wobei es sich über unseren Köpfen ergießt. Gegen 16:30 Uhr fällt uns an der Straße ein Café auf, und da mittlerweile sowohl die Kalorien des mittäglichen Frühstücks als auch die einiger Snickers und Bananen verbrannt erscheinen, kehren wir ein. In dem museumsartigen Stübchen sind zwei Tische besetzt, uns bleibt nur der an der Tür, doch was bedauerlicher ist, die Küche hat bereits geschlossen; es gibt nur noch Kaffee und Kuchen. Letzterer ist zwar nicht schlecht, doch wir hätten gerne etwas handfesteres bevorzugt.
Nach einer Stunde schwingen wir uns mit lahmen Beinen erneut auf die Räder, bringen die letzten 10 Kilometer sowie weitere Höhenmeter hinter uns, dann erreichen wir den Ort Sätila. Den Hinweisschildern beziehungsweise dem Navi folgend lassen wir uns den Weg zum See hinunterrollen, dann stehen wir auf dem Campingplatz. Gestalteten sich die vorangegangenen schwedischen Übernachtungsmöglichkeiten dieser Art für Unmengen von Gästen, so macht dieser Platz einen überschaubaren Eindruck. Die Rezeption ist in einer kleinen Holzhütte untergebracht, der Betreiber schlurft aus einem Campingwagen gegenüber heran, und die Sanitäranlagen sind mehr als einfach. Für den letzten Gang der Verdauung gibt es ein Plumpsklo, welches nicht unbedingt zur Benutzung einlädt, und die Dusche ist quasi unter freiem Himmel. Lediglich ein Wellblech sorgt dafür, nicht vom Regen nass zu werden, ansonsten sind es drei Bretterwände sowie ein Duschvorhang, die für ein minimales Maß an Intimsphäre sorgen.
Das Zelt bauen wir im Regen auf, wo wir auch den Abend verbringen. Die Fahrt in den Ort scheuen wir zum einen aufgrund des steilen Hügels, der uns von einem Restaurant trennt, das wir im Vorbeifahren wahrgenommen haben, zum anderen ist sich der Campingplatzbetreiber unsicher, wie lange wir dort eine warme Mahlzeit. So begnügen wir uns mit den Resten unseres mittäglichen Einkaufs, zweier Brötchen, sowie zur akustischen Unterhaltung mit dem, was aus dem Wohnwagen 10 Meter neben uns herüber dringt und wir sind uns einig, dass dies einer der miesesten Zeltplätze ist, auf denen wir eine Nacht verbracht haben. Ute tut mir an diesem Abend leid. Es ist der letzte als unter 50 jährige, sie hat sich die Hügeln rauf tapfer geschlagen und wird mit gelegentlichen Schauern, keiner warmen Mahlzeit und einem Campingplatz belohnt, gegen den Wildcampen fast die angenehmere Alternative gewesen wäre – sie hätte wahrlich Besseres verdient ...



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Mit dem Rad von Köln nach Formentera - es geht auch anders ...




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