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Reisetagebuch

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2013-05-20

24. Tag: 55 Kilometer (Gesamt: 1708)

Pfingstmontag - ein Tag, der sich von den vorangegangenen unterscheidet. Ist Ute noch am Vorabend als 49 jährige eingeschlafen, so gratuliere ich ihr an diesem Morgen zum runden Geburtstag. Wäre es nach ihr gegangen, so sähe der Tag anders aus, doch da sie mich nicht allein reisen lassen wollte, muss sie sich nun mit den Gegebenheiten arrangieren.
So bekomme ich zu hören, dass unser kauzige Nachbar vom Stellplatz nebenan noch vor den Vögeln den Tag begonnen und nicht gerade leise telefoniert hat. Ich habe von all dem nichts mitbekommen, mich schmeißt um 06:30 Uhr der Wecker aus dem Schlafsack. Den schlafgestörten Telefonisten lerne ich kennen, als ich damit beschäftigt bin, unser Zelt abzubauen. Der ältere Herr steht plötzlich neben unserer Behausung und lädt uns zum Frühstück ein - „you want to eat something?“.
Nach dem, was ich bislang von dem Mann mitbekommen habe, lautstarke Musik am Abend zuvor, dass der Platzwart mehrere Male an der Tür des Wohnwagens klopfte, um zur Ruhe zu mahnen, Ute Schilderung des Telefonierens, einiger leerer Bierdosen auf dem Tisch vor seinem Vorzelt, schätze ich ihn als jemanden ein, der es nicht leicht mit seinen Mitmenschen hat, oder diese mit ihm. Dankend lehne ich seine Einladung ab und er macht sich grummelnd wieder davon. Wenig später verlässt er knatternd mit seinem Motorroller den Campingplatz.
Wir brauchen noch unsere Zeit. Bei grauem, Wolken verhangenem Himmel bekommen wir unsere Sachen noch im Trocknen gepackt und Ute nimmt bereits die ersten Glückwünsche zu ihrem 50'sten per Handy entgegen. Anschließend noch ein Blick auf den Lygnern See, an dem wir uns befinden, dann lassen auch wir den Campingplatz hinter uns und starten zurück ins Dorf, um uns im Supermarkt für den Tag einzudecken beziehungsweise die ersten Brötchen zum Frühstück zu verdrücken.
Als wir auch den Ort Sätila verlassen, beginnt es zu regnen. Also ein erneuter Halt, Regenjacke überziehen, und weiter geht es, doch wir kommen nicht so recht voran. Utes Telefon klingelt noch einige Male, und sie freut sich darüber, dass an sie gedacht wird. Mit dem Anruf meines Bruders und seiner Frau wird uns bewusst, dass wir den Geburtstag meiner Schwägerin am Vortag vergessen haben – herzlichen Glückwunsch nachträglich daher nochmals auf diesem Wege.
Die Strecke setzt sich zunächst so fort, wie tags zuvor endete, nämlich hügelig, aber mit nicht mehr ganz so langen beziehungsweise steilen Anstiegen. Gegen Mittag hört es auf zu regnen, und es bleibt unterschiedlich bewölkt, aber trocken.
Als wir nach gut 50 Kilometern die Stadt Borås erreichen brauche ich Ute nicht lange zu überreden, die Fahrt für den Tag hier enden zu lassen und in Anbetracht des Anlasses nach einem Hotel Ausschau zu halten. Als ich einen Taxifahrer auf eine entsprechende Unterkunft anspreche, weist dieser uns in die Innenstadt, gibt uns aber auch den Hinweis, dass es vor Ort einen Campingplatz gäbe, was wahrscheinlich die preiswertere Alternative sei. Zwar gebe ich ihm recht, lasse ihn aber auch wissen, warum ich mich für ein Hotel interessiere. Lachend winkt er mich zu sich heran und gibt zu bedenken „do you have Viagra?“.
Auch wenn sich die genannten Pillen nicht im Reisegepäck befinden, wir folgen der Beschilderung in das Zentrum der Stadt, fragen uns noch ein wenig durch, und schließlich entdecken wir ein Gebäude mit dem entsprechenden Schriftzug. Ich lege Warnweste, Helm und Fahrradhandschuhe ab, warte brav, bis der Herr vor mir an der Rezeption bedient ist, dann trete ich an den Schalter und trage mein Anliegen vor. Geschult durch die Erfahrungen in Kopenhagen schiebe ich hinterher, dass sich im Gepäck auch frische Kleidungsstücke befinden und lasse auch Utes Geburtstag nicht unerwähnt. Die Dame mir gegenüber fragt noch einmal nach, „Double bedroom, one night“, ich erfahre, dass eine Tagung stattfindet und man gut belegt sei, doch nach einem Blick auf den Bildschirm kommt die erlösende Antwort, dass noch ein Zimmer verfügbar sei. Was den Preis anbelangt, so verschweige ich ihn Ute. An sich hätte man uns in Sänften durch das Haus tragen müssen, doch ich empfinde es bereits als zuvorkommend, dass wir den „Gepäckwagen“ benutzen dürfen, um unsere Taschen in einem Rutsch auf das Zimmer transportieren zu können und dass man uns behilflich ist, die Räder in einem Innenhof unterzustellen. Das Apartment selbst ist eher Standard. Das Bett ist bequem, der Luxus eines Bades ganz für uns allein äußerst angenehm, und dass neben Strom ohne Nachfrage auch ein Internetzugang besteht, zeigt uns, woran wir uns mittlerweile gewöhnt haben.
Nachdem all die Annehmlichkeiten genutzt und die Glückwünsche per E-Mail abgearbeitet sind (vielen Dank den Gratulanten) sowie der letzte Reisebericht verfasst ist, folgen wir dem Bauchgefühl und begeben uns noch mal auf die Straße. Nach kurzem Schlendern durch die Fußgängerzone zieht es Ute in ein thailändisches Restaurant, wo wir zur Abwechselung Reis als Beilage zu fleischigem serviert bekommen.
Auch wenn der Tag nicht so verlaufen ist, wie meine Frau ihn sich vor der Planung der Reise vorgestellt hat, so äußert sie sich nicht unzufrieden und ich habe den Eindruck, dass der Groll sich hinsichtlich nicht konformer Erwartungshaltung in Grenzen hält.



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Mit dem Rad von Köln nach Formentera - es geht auch anders ...




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