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2013-05-30

34. Tag: 74 Kilometer (Gesamt: 2353)

Der Regen in der Nacht hat Ute ein wenig den Schlaf gekostet, als ich jedoch um 07:00 Uhr den Wecker ausstelle, ist es trocken und der Tag hält sich an das vorher gesagte Wetter – es wird sonnig, das Thermometer steigt auf gut 20 Grad, und der Wind hält sich in Grenzen.
Was den 60 Kilometer entfernten Supermarkt anbelangt, so ignorieren wir dies, anstatt, wie zwischenzeitlich geplant, die wahrscheinlich 5 Kilometer nach Svärdsjö zurück zu radeln. Die ersten 15 Kilometer geht unser Weg nur bergauf, was zur Folge hat, dass wir nach einer Stunde erst 10 Kilometer hinter uns lassen und zum ersten Snickers Riegel greifen. In Gedanken sind wir bei unserem Sohn Tim, der gerade seinen Urlaub in Ägypten verbringt, sowie bei Bekannten auf Formentera, die an diesem Abend hoffentlich die alljährliche Fiesta genießen können; mit Live Musik auf dem Kirchplatz in San Fernado beziehungsweise bei Felix in seiner Kneipe Bon Sol. Gerne wäre ich auch dieses Jahr wieder dabei gewesen, aber alles geht halt nicht, jedes Ding hat seinen Preis, und im Moment genieße ich es, bei blauem Himmel einen Hügel nach dem anderen zu bezwingen, auch wenn der Wind häufig genug versucht, dem entgegen zu wirken.
Gegen 13:00 Uhr haben wir weitere 25 Kilometer zurückgelegt, als uns an einem See eine Bank mit Tisch zum Verweilen einlädt. Wir machen uns über das letzte Brötchen des Vortags her, dann begeben wir uns in die Horizontale, um neue Kraft zu schöpfen. Nach einer Stunde beenden wir unsere Mittagsruhe und es dauert nicht lange, dass wir in dem Dorf Åmot nach insgesamt gut 40 Kilometern ein Geschäft finden, in dem wir uns mit den üblichen Leckereien versorgen. Da wir davon ausgehen, die Nacht nicht auf einem Campingplatz oder einem festen Quartier zu verbringen, decken wir uns ebenfalls mit Reis und Tomatensauce ein. Für die 36 Euro, die wir an der Kasse lassen, hätten wir zwar ebenso gut essen gehen können, doch der Vergleich hinkt natürlich ein wenig, außerdem erwarten wir nicht, auf ein Restaurant zu stoßen.
Nach gut 60 Kilometern halten wir gegen 17:30 Uhr so langsam nach einem Flecken Ausschau, auf dem wir unser Zelt aufschlagen können, doch wir werden nicht so richtig glücklich mit dem, was wir entlang der Strecke sehen. In Gruvberget, die Ansammlung von Häusern als Dorf zu bezeichnen, wäre meiner Ansicht nach etwas übertrieben, erblicken wir auf einer Terrasse ein älteres Ehepaar, das die Sonne genießt. Wir sprechen sie auf eine Übernachtungsmöglichkeit an, und Minuten später folgen wir ihrem Auto. Die Hilfsbereitschaft verschlägt uns ein weiteres Mal nahezu die Sprache. Die beiden zeigen uns zunächst eine Stelle am See, an der wir bequem baden oder uns waschen können, dann geht die Fahrt entlang unserer Route weiter zu einer Blockhütte im Wald. Das Holzhaus ist für wohl Wanderer gedacht, verfügt über einige Tische und Bänke sowie Schlafgelegenheiten, auf denen der erschöpfte Naturfreund seine Isomatte und Schlafsack ausbreiten kann; ein Plumpsklo wenige Schritte weiter im Wald vervollständigt das Angebot dessen, was man braucht. Darüber hinaus erfahren wir, dass es hier in der Gegend einen weltweit einzigartigen offenen Vollzug für Strafgefangene gibt, der es den Verurteilten gestattet, zusammen mit ihren Familien zusammen zu leben und sich innerhalb eines gewissen Radius frei zu bewegen. Wir bräuchten uns aber nicht zu sorgen, es habe bislang keine Übergriffe gegeben.
Nachdem wir wieder alleine sind, überlegen wir, was wir tun, entschließen uns dann aber, dem Rat unserer Helfer zu folgen und radeln zurück an den See. Während Ute es vorzieht, sich vorsichtig ein wenig vom Schweiß des Tages zu befreien, schreite ich ein wenig tiefer in das frische Nass und schwimme ein paar Züge. Das Wasser ist zwar für mein Empfinden noch arg frisch, doch es tut gut, in der Abendsonne andere Muskeln zu beanspruchen als die, die tagsüber dazu dienen, voranzukommen. Der Erfrischung folgt das Mahl auf dem Kocher, dann geht es zurück zur Blockhütte, wo wir uns ab 21:00 Uhr noch für zwei Stunden dem Abendprogramm widmen – den Handgriffen am PC, um die Navis mit frischem Datenmaterial zu versorgen, die Bilder von der Kamera herunter zu kopieren sowie der täglichen Berichterstattung.



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Mit dem Rad von Köln nach Formentera - es geht auch anders ...




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Ich freue mich über Ihren Besuch und bin gespannt darauf, Sie kennen zu lernen!




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