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2013-06-08

43. Tag: 103 Kilometer (Gesamt: 3063)

Als wir an diesem Samstag aus dem Fenster unseres Hotelzimmers in Umeå schauen, deckt sich das, was wir sehen, gar nicht so recht mit dem, was wir erwarteten. Es ist ziemlich grau, der Himmel Wolken verhangen. Auch unsere Unterkunft konnte uns nicht so recht überzeugen. Zwar findet Ute Gefallen an dem eigenen WC, doch dass die Gardinenleiste beim Auf- beziehungsweise Zuziehen des Vorhangs ein paar Zentimeter aufgrund fehlender Dübel herunterkommt, das Wasser im Waschbecken nicht richtig abfließt und wir in den weichen Matratzen versinken, kann auch sie nicht zu Begeisterungsstürmen hinreißen.
Während wir um 09:00 Uhr frühstücken, klart es sich allmählich auf, und als wir eine Stunde später das Hotel verlassen, hat sich ein blauer Himmel mit weißen Wolken durchgesetzt. Dass es eine gute weitere Stunde dauert, bis wir aus der Stadt radeln, liegt daran, dass wir zunächst auf einen Schweden auf der Straße treffen, der sich für uns interessiert, anschließend Ute in einem Supermarkt die Besorgungen für den Tag erledigt und schließlich noch eine Drogerie findet, in der sie Cremes für ihr geschundenes Sitzfleisch ersteht.
Im Zuge unserer Erkundungstour durch das Zentrum entdecken wir dann auch noch ein Hinweisschild, das Umeå 2014 europäische Kulturhauptstadt sein soll, was die vielen Baustellen und die aufgerissene Fußgängerzone erklärt. Der Weg aus der Stadt heraus ist mal wieder ein wenig verworren, führt uns entlang des Universitätsgeländes, bevor wir schließlich durch Grünanlagen das Stadtgebiet verlassen, das nahtlos in das nächste Waldgebiet übergeht. Über geschotterte Wege radeln wir irgendwann durch eine Gegend, die an die Wahner Heide rund um den Köln-Bonner Flughafen erinnert, nur dass hier andere Dimensionen herrschen. Der Boden ist sandig, verstreut liegen dicke Gesteinsbrocken herum, und wo der Mischwald nicht so dicht ist, wächst üppig Wollgras. Sobald wir stehen bleiben, fallen Mücken über uns her, ansonsten fühlen sich andere kleinere Flieger von unseren orangenen Westen angezogen. Ob in den Wald mehr Augen hinein als heraus schauen, bezweifeln wir, doch zu sehen bekommen wir keine größeren Bewohner.
Irgendwo im Nirgendwo machen wir laut Navi die 3000 Kilometer seit Start unserer Tour komplett. Ob es tatsächlich der gefahrenen Strecke entspricht, vermag ich nicht zu beurteilen. Wir haben keinen Kilometerzähler montiert, der den Umfang des Laufrades berücksichtigt und die Umdrehungen zählt. Wie bereits während der Vorbereitung der Reise festgestellt, kommen Google Earth und Garmin mit Openstreetmap Kartenmaterial zu unterschiedlichen Ergebnissen, und selbst unsere beiden GPS Geräte weisen am Ende eines Tages häufig genug ein paar hundert Meter Differenz auf, obwohl wir den gleichen Weg hinter uns lassen. Unterm Strich will ich die Zahlen aber auch nicht überbewerten.
Gegen 14:30 Uhr haben wir mit 50 Kilometern die Hälfte dessen zurück gelegt, was wir uns für den Tag vorgenommen haben, als wir bei Ratan ein weiteres Mal an die Ostsee stoßen und dort einen kleinen aber feinen Campingplatz entdecken. An einer Sitzgruppe lassen wir uns nieder und machen uns über den Salat her, den Ute diesmal im Supermarkt zusammen stellen konnte. Anschließend ruhen wir uns noch ein wenig aus, dann geht es weiter. Hatten wir am späten Mittag bereits einen leichten Sprühregen abbekommen, der auf dem von der Sonne erwärmten Asphalt schnell wieder verdampfte und eine Luftfeuchtigkeit wie in der Sauna hinterließ, so zieht es sich zum Abend hin immer weiter zu und wir werden noch mal nass, bevor wir um kurz nach 19:00 Uhr das Nest Ånäset und damit das Tagesziel erreichen. Der Supermarkt hat bereits geschlossen, eine nebenan befindliche Pizzeria an sich auch, doch wir können den Besitzer, der gerade seinen Laden schließen will, noch dazu überreden, uns ein Abendessen zuzubereiten. Was uns hingegen nicht gelingt ist, die warme Mahlzeit am Tisch im Restaurant zu verspeisen. So sitzen wir auf der Terrasse unter einer Markise, während der nächste Schauer über uns hinweg zieht.
Eine Stunde später stehen wir an der Rezeption des Campingplatzes. Die dicke graue Wolke hält sich beharrlich am Himmel, und da der Preisunterschied nicht all zu groß ist, investieren wir in eine Holzhütte anstatt den Stellplatz für unser Zelt. Beim Vorbereiten der Anlaufstellen für die nächsten Tage an dem kleinen Tisch unseres Häuschens stelle ich mit einem Blick auf die verbleibenden Etappen Richtung Nordkap fest, dass das Ziel überschaubar nahe gerückt ist. Sollten wir weiterhin mit circa 70 Kilometern pro Tag beziehungsweise 500 Kilometern die Woche vorankommen, so trennen uns nur noch drei Wochen von unserem ersten großen Richtungswechsel, sofern keine unerhofften Zwischenfälle uns davon abhalten.




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Mit dem Rad von Köln nach Formentera - es geht auch anders ...




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