Reisetagebuch

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2013-06-18

53. Tag: 79 Kilometer (Gesamt: 3849)

Im Ruheraum unserer umfunktionierten Sauna werden wir ein paar Mal wach – entweder liegt es daran, dass wir am Abend zuvor zu früh in die Schlafsäcke gekrochen sind oder an den Regenschauern, die auch am Morgen noch andauern. Nach dem Aufstehen um 08:00 Uhr machen wir von dem Angebot unseres Asylgebers Gebrauch, klopfen bei ihm an und nutzen Toilette und Waschbecken.
Als wir gegen 10:30 Uhr aufbrechen erhalten wir ungefragt das, was uns am Vortag verwehrt blieb – eine Dusche. Erschien uns Stunden zuvor die Frage danach als zu unverschämt, so meint es nun die Natur gut mit uns. Der immer noch andauernde Regen hat zwischenzeitlich den Boden in einen Schwamm verwandelt, dessen Aufnahmekapazität überschritten ist. Auf der Wiese steht das Wasser und Nachschub tropft in einer Intensität nach, dass auch ich mich in Regenjacke, Regenhose und Gamaschen einpacke. Es dauert noch nicht mal eine Stunde Fahrt, da haben die darunter befindlichen Kleidungsstücke den Grad an Feuchtigkeit erreicht, mit dem ich diese am Vortag mit Unbehagen angezogen hatte.
Die Strecke von Masugnbyn bis Vittangi bewältigen wir in zwei Stunden. Temperaturen knapp im zweistelligen Bereich laden nicht unbedingt zu Pausen ein, so dass wir die 30 Kilometer ohne anzuhalten absolvieren. Überlegen wir anschließend, womit wir uns im dortigen Supermarkt eindecken sollten, so fällt mein Blick auf ein Restaurant einige Meter weiter auf der anderen Straßenseite. Es hat geöffnet und wir disponieren um – zunächst eine warme Mahlzeit, und dann mal weitersehen. Ein weiteres Mal handelt es sich um eine Pizzeria, die zwar nicht unbedingt den einladensten Eindruck macht, in Folge ausbleibender Alternativen aber die erste Wahl darstellt. Einige Tische sind belegt, und mit unseren von innen wie von außen nassen Regensachen steuern wir die entlegenste Ecke an, legen nach und nach Bekleidungsstücke ab und bestellen uns dann jeweils eine Lasagne. Auf das Wetter vom Nachbartisch angesprochen bekommen wir mitgeteilt, dass es doch so schlimm gar nicht sei für diese Jahreszeit; es könnte auch schneien. Auch wenn wir uns nicht beschwert haben, von der in Aussicht gestellten Variante wollen wir lieber verschont bleiben.
Nach wohltuend heißen Nudeln und einem Kaffee, der mal wieder bis zum Abwinken bereits im Preis enthalten ist, folgt der Gang zum Supermarkt, bevor wir um 14:30 Uhr unsere Fahrt fortsetzen. Vorbei geht es an dem Campingplatz, der uns am Vortag einige Kilometer zu weit entfernt war. Einige Meter weiter erblicken wir einen Radfahrer, dessen Gefährt wie unsere reichlich mit Gepäck beladen ist. Während wir einen Hügel hinauf strampeln, geht es für ihn hinunter, doch er bremst und spricht uns in bayrischem Dialekt auf deutsch an. Der Mann ist wahrscheinlich etwas älter als wir und wir erfahren, dass er in Kirkenes (Norwegen) gestartet sei, nun 1000 Kilometer zurück gelegt hat und sein Ziel mit Trelleborg Schwedens Süden ist. Da er in diesem Land den Weg gekommen ist, den wir noch vor uns haben, sprechen wir ihn darauf an, ob ihm zwischen unserem Treffpunkt und der Grenze zu Finnland bei Karesuando nicht ein Campingplatz aufgefallen sei. Doch, da war etwas, lässt er uns wissen, bevor unsere Begegnung nach ein paar Minuten auch schon wieder beendet ist.
Im weiteren Verlauf des Nachmittags lässt der Regen nach, wir bekommen sogar mal unseren Schatten auf dem Asphalt zu sehen, ansonsten gibt es aber keine radikalen Veränderungen. Am Horizont zeichnen sich etwas höhere Berge oder Hügel ab, etwas, was uns in den letzten Tage erspart blieb, und obwohl wir uns seit Vittangi mit der E45 auf einer Europastraße befinden, so haben wir die Piste noch immer minutenlang für uns allein.
Gegen 18:30 Uhr erblicken wir beim Überqueren einer Brücke über den Lainio Fluss ein paar Holzhütten, die denen ähneln, wie wir sie auf Campingplätzen kennen gelernt haben, und tatsächlich gibt es ein entsprechendes Hinweisschild am anderen Ufer. Als wir an einer Haustür schellen, öffnet eine ältere Dame und wir bringen in Erfahrung, dass eine Nacht im Ferienhaus (Cabin) 350 Kronen kostet. Unsere letzten schwedischen Geldscheine zusammen suchend nehmen wir das Angebot an und werden zu den ersten Gästen der Saison, die am nächsten Tag starten soll. Die Bleibe, die wir im Gegenzug erhalten, ist für sechs Personen ausgelegt und bietet ausreicht Platz für uns und die zu trocknende Wäsche, womit ein weiterer Abend unter festem Dach seinen gewohnten Lauf nimmt.




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Mit dem Rad von Köln nach Formentera - es geht auch anders ...




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