Reisetagebuch

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2013-06-26

61. Tag: 26 Kilometer (Gesamt: 4435)

Nach den letzten beiden Tagen mit 100 Kilometern lassen wir es diesen Mittwoch geruhsam angehen. Der Wecker geht um 09:00 Uhr, zwei Stunden später will ich zum Flughafen aufbrechen, um die Weiterreise Richtung Aberdeen zu organisieren, doch es wird mal wieder etwas später. Diesmal lasse ich mich durch zwei Motorradfahrer aufhalten, deren Maschinen mit Kölner Kennzeichen vor unserem Fenster stehen. Wir quatschen ein wenig, dann starte ich alleine bei grauem Himmel und eisigem Wind. Im Abfertigungsgebäude angekommen suche ich den einzigen Schalte auf, den es dort gibt. Hinter einer Glasscheibe sitzt ein Herr mittleren Alters, einige Schweißperlen auf der Stirn und irgendwelche Papiere vor sich. Ich schildere ihm den Grund meines Besuchs, er bittet um eine Viertel Stunde Geduld – in drei Minuten lande ein Flugzeug und er habe zu tun. Wenig später sitzt er auf dem Gepäckwagen und steht auf dem Rollfeld; das Bodenpersonal scheint hier einen abwechselungsreicheren Job zu haben als andern Orts.
Der Flieger legt auf der kurzen Landebahn einen Bilderbuchanflug hin, dann verlassen die ersten Fluggäste das Gebäude. Bis ich bedient werde, ist es 12:15 Uhr, das Ergebnis jedoch niederschmetternd. Das Allround Talent, nun wieder hinter seinem Schreibtisch, kann mir zwar einen Standard Preis nennen, doch bezüglich eventuell verfügbarer Rabatte und anderes mehr verweist er mich an die Kollegin aus dem Reisebüro am Hafen – dafür hätte ich nicht warten brauchen.
Der Weg in das Dorf und die kompetentere Beratung dort kostet mich weitere 60 Minuten, doch als ich mich gegen den Wind zu Ute zurück zum Campingplatz durchgekämpft habe, füllen Buchungsunterlagen für eine Fähre nach Hammerfest sowie Flüge via Tromsø und Bergen nach Schottland die Geldbörse.
Um 14:07 Uhr brechen wir auf zum ersten Wendepunkt unserer Reise. Für ein Treffen mit Stephan, Utes Cousin aus München, der mit der Fähre drei Tage später hier sein soll, wird es dann doch nichts, an den letzten Tagen kamen wir zügiger voran als gedacht. Das Wetter hingegen erfüllt eher die Erwartungshaltung. Der Wind bläst unvermindert aus Nordwest, laut Internet sind es 10° - Nordkap Wetter; immerhin ist es nicht nebelig. Auf dem Weg an das nördliche Ende der Insel treffen wir einige uns mittlerweile bekannte Radler wieder. Einen Hügel hinauf treffen wir auf die Dame aus Norwegen, die wir am Vortag in Olderfjord kennen lernten. Während sie ihr voll bepacktes Rad schiebt, strampeln wir gegen Wind und Steigung in besserem Schritttempo mit leichtem Gepäck empor. Ein paar Kurven weiter kommt uns der in Hamm gestartete und nach Australien umgesiedelte Hans-Jürgen entgegen, mit dem wir Stunden des letzten Abends verbrachten. Er ist in Begleitung einer jungen Dame aus Norwegen, die wir ebenso wenige Stunden zuvor kennen lernten. Mit allen wechseln wir ein paar Worte auf dem Asphalt, bevor nach zweieinhalb Stunden die 1155 Höhenmetern bewältigt sind. Es ist ein emotionaler Moment. Vor der Mautstelle fallen Ute und ich uns auf dem Rad in die Arme, drücken einander, schlucken ein paar Tränen hinunter. All die Begegnungen, Eindrücke und nicht zuletzt Anstrengungen sind noch so frisch, doch es ist ein ergreifendes Gefühl, dieses Etappenziel erreicht zu haben.
Augenblicke später legen wir die letzten Meter zurück, ohne eine Eintrittspreis entrichten zu müssen, den man den nicht aus eigener Kraft Anreisenden abknöpft. Es folgen die obligatorischen Fotos unter dem Globus, ein paar Schritte um die Nordkaphalle, dann gehen wir hinein, um uns aufzuwärmen und zu sehen, was man dort dem Besucher bietet – Souvenirs, Snacks, eine Videovorführung sowie weitere Dinge mehr. Wir schaffen es nicht, uns alles anzuschauen, da wir mit dem Bus um 20:00 Uhr den per Deklaration nördlichsten Punkt wieder verlassen. Im Gegensatz zu der Fahrt hinauf benötigt der Bus keine halbe Stunde, bevor wir unsere Räder am Campingplatz wieder abschließen. Den Rest des Abends verbringen wir in der Küche beziehungsweise dem Aufenthaltsraum, wo wir mit unseren Bekanntschaften der letzten Stunden und Tage Eindrücke und Erlebnisse bis Mitternacht teilen und die sonst übliche Berichterstattung vertagt wird.




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Mit dem Rad von Köln nach Formentera - es geht auch anders ...




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Live Vortrag

Zurzeit ist leider nichts geplant, die Liste unter Vorträge wird jedoch ständig aktualisiert.
Falls Sie selbst Interesse haben, mich einzuladen oder Sie einen Veranstalter kennen, treten Sie gerne mit mir in Kontakt. Es erwarten Sie unterhaltsame anderthalb bis zwei Stunden Fotoshow mit live vorgetragenen Erlebnissen und Anekdoten sowie Musik untermalten Passagen. Für Fragen oder einen kleinen Plausch stehe ich Ihnen während einer kurzen Pause oder im Anschluss gerne zur Verfügung und ich würde mich freuen, Sie persönlich kennen zu lernen!




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