Reisetagebuch

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Bilder

2013-07-25

90. Tag: 85 Kilometer (Gesamt: 6441)
Strecke: Beauvais (10:45 Uhr) - Maisions-Laffitte (20:00 Uhr)
Wetter: unterschiedlich bewölkt, 28°

Unser ohnehin überstrapaziertes Reisebudget schonen wir an diesem Morgen, indem wir uns im Hotel selbst um unser Frühstück kümmern. Dank Wasserkocher brauchen wir auf einen Kaffee oder Tee nicht zu verzichten, zu Beißen gibt es selbst eingekauftes Baguette und, damit der Hotel Charakter gewahrt bleibt, Frühstückssaft.
Nicht viel später werden die ersten Kalorien noch im Hotel gelassen. Drei Mal geht es für mich mit den Taschen unter dem Arm die drei Etagen über die schmale, steile Treppe abwärts, was zur Folge hat, dass ich sie zwei mal hoch kraxeln muss. Weniger außer Atem
verlassen mit uns zwei Radler aus Italien das Haus. Sie tragen erheblich weniger Gepäck mit sich, da sie in Unterkünften wie diesen die Nächte verbringen, doch der eine junge Mann macht keinen sonderlich glücklichen Eindruck. Wie ich von seinem Begleiter erfahre, plagen ihn Schmerzen in der Schulter und er steuert zunächst eine Apotheke an, um sich mit Schmerzmitteln zu versorgen. Außerdem hört es sich so an, als ob die Reise ein vorzeitiges Ende finden soll, doch bevor eine Entscheidung fällt trennen sich unsere Wege bereits wieder.
Nach kurzem Fotostopp vor der Kathedrale in Beauvais geht es für uns über die D1001 in südlicher Richtung weiter. Die Landstraße ist gut ausgebaut und entsprechend stark befahren, das Ganze eingebettet in eine ländliche Gegend. In Chambly dann zur Abwechselung mal ein kleineres Gewerbegebiet, in dem wir auf Filialen deutscher Supermärkte stoßen. Zu Utes Begeisterung sind die Regale ebenso gefüllt wie in heimischen Gefilden, so dass die Orientierungsrunde für den Einkauf entfällt. Ich hingegen muss vor der Tür wartend feststellen, dass die Präsenz von Aldi vor Ort zur Folge hat, dass mein Anruf zur Abfrage des Mobilfunk Kontostandes auf französisch beantwortet wird und es mir weder gelingt, an die gewünschte Information zu gelangen noch den Internetzugang für eine weitere Woche zu buchen.
Einen Ort weiter finden wir in Beaumont an der Oise eine Bank, auf der wir im Schatten die Errungenschaften aus dem Supermarkt verdrücken. Mit Blick auf den Fluss, vorbeifahrende Schiffe und eine Gruppe von Männern, die auf dem staubigen Platz vor uns Boule spielen und auf französisch versuchen, etwas über uns in Erfahrung zu bringen, lassen wir die Zeit verrinnen beziehungsweise nutzen diese zum Auffrischen meiner spanischen Sprachkenntnisse. Einer der Kugelwerfer ist Portugiese und der Sprache des Nachbarlandes mächtig, so dass es uns gelingt, einige der Fragen beantworten können.
Nach einer Stunde Pause folgen wir der Beschilderung eines grünen Radweges von London nach Paris entlang des Flusses. Stellenweise ist der Weg sogar so Natur belassen, dass wir uns durch das Gestrüpp kämpfen müssen. Ein anderes Mal geht es einen Hügel hinauf und entlang eines alten Schlosses, bis bei Neuville beziehungsweise Conflans die Mündung in die Seine erreicht ist und wir, wie bereits in London, in einer Hamburger Braterei einkehren. Im Unterschied zu den uns bereits bekannten Filialen lernen wir hier die nächste Generation der Selbstbedienung kennen. An Bildschirmen müssen wir selbst unsere Bestellung zusammen klicken. Eine Bedienung steht uns hilfreich zur Seite und Minuten später haben wir nicht nur das gewünschte Menü vor uns sondern auch noch eine Gelegenheit, den Internetzugang zu nutzen um den Aldi Tarif auf diesem Wege zu buchen.
Der weitere Weg nach Maisions-Laffitte führt über die bereits erwähnte grüne Route und durch ein Waldgebiet, so dass uns der längere Schlenker entlang der Seine erspart bleibt. Mit der Aussicht, den auf einer Insel im Fluss gelegenen Campingplatz noch vor 20:00 Uhr zu erreichen, hetze ich Ute durch die Landschaft. Als wir tatsächlich mehr oder weniger auf die Minute genau ankommen stellen wir jedoch fest, dass wir es gemütlicher hätten angehen können – die Rezeption schließt erst zwei Stunden später. Im Gegensatz zu den beiden vorherigen Campingplätzen in Frankreich ist es circa 30 Kilometer vor den Toren der Hauptstadt besser bestellt, was die Sanitäranlagen anbelangt; diese sind zwar bereits etwas betagter, trotz der vier Sterne gibt es weder Klopapier noch Seife oder Papierhandtücher, doch die WC's lassen sich benutzen ohne um die Gesundheit bangen zu müssen. Nachdem alle essentiellen Dinge erledigt sind widmen wir uns der Frage, wie wir den nächsten Tag gestalten wollen. Für eine Übernachtung auf einem Campingplatz in Versailles sind uns 30 Kilometer eine zu kurze Entfernung und für eine anschließende Stadtrundfahrt durch Paris mit der Weiterfahrt zum nächsten Campingplatz am anderen Ende der Stadt ist uns der Weg zu weit beziehungsweise der Tag zu kurz. Über das bereits einige Male verwendete Hotel Buchungsportal halte ich Ausschau nach Alternativen und werde fündig. Für zwei Übernachtungen ohne Frühstück will man in einem Haus einer internationalen Hotelkette etwas weniger als 200 Euro haben, was uns die Sache wert ist. Entsprechend klicken wir die Buchung zusammen und sitzen schließlich noch bis Mitternacht auf geliehenen Stühlen vor unserem Zelt, mit den Rechner auf den Knien und voller Erwartung, was wir in Paris erleben werden.




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Mit dem Rad von Köln nach Formentera - es geht auch anders ...




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Zurzeit ist eine Veranstaltung geplant, die Liste unter Vorträge, in der Sie Details zum Wann, Wo und Worüber finden, wird jedoch ständig aktualisiert.
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Ich freue mich über Ihren Besuch und bin gespannt darauf, Sie kennen zu lernen!




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