Reisetagebuch

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Bilder

2013-09-10

137. Tag: 123 Kilometer (Gesamt: 10252)
Strecke: Sevilla (11:00 Uhr) – Puerto de Santa María (20:00 Uhr)
Wetter: sonnig, 33°

Trotz rotierendem Propeller unter der Decke und angenehm harter Matratze schlafe ich unruhig in meinem Apartment; keine Ahnung, woran es liegt. An sich bekomme ich auch nicht viel von dem mit, was rund um mich herum passiert. Kein Krach im Haus, kein Lärm auf der Straße, noch nicht einmal Vollmond. Vielleicht fehlt mir einfach nur die gewohnte Umgebung des Zeltes. Egal.
Der Wecker tönt zu gewohnter Stunde und ich greife auf das Angebot des Hotels zurück, dort zu frühstücken, zwei Türen weiter. Für 8 Euro verleibe ich mir ein paar Brötchen, Cornflakes, ein Croissant, zwei Stückchen süßen Kuchen sowie ein paar Tassen Kaffee und ebenso viele Gläschen Saft ein. Um kurz nach 10:00 Uhr verlasse ich meine Unterkunft, packe auf dem Platz vor dem Hotel noch mal den Rechner aus und nutze den Internetzugang, der mir in den eigenen vier Wänden verwehrt geblieben war. Um mich herum löst eine Besuchergruppe die nächste ab. Der Platz der Doña Elvira. Die Dame betrieb hier einst ein Freilicht Theater, die orange farbigen Anstriche an den Häusern sollen an die Früchte erinnern, die hier mal an den Bäumen reiften. Die engen Gassen wegen der Hitze, aus Zeiten, als die Leute noch keine Parkplatzprobleme kannten und die Fortbewegungsmittel noch auf Hufen standen. Das Erklärungen meist zweisprachig. Englisch und Spanisch. Ich hingegen bringe meine jüngsten Fabulierungen auf die Reise und beantworte E-Mails, die mich erreichten. Eine aus England von dem Ehepaar, das wir in Sandringham kennen lernten, eine andere von Freunden aus Unna, die mal gerne wieder Karten mit mir spielen würden.
Um 11:00 Uhr startet dann meine Stadtrundfahrt durch Sevilla. Nochmal zurück an die Kathedrale, ein wenig durch die Altstadt, vorbei am Plaza-De-España sowie durch ein paar Grünanlagen, bis ich die Stadt langsam über den Paseo-De-La-Palmera, einen Palmen gesäumten Boulevard, verlasse. Die Stadt hinterlässt bei mir einen sehenswerten Eindruck; die vielen alten Gebäude, geschmackvoll eingebettetes Modernes, viel Grün, viele Radwege. Selbst raus aus der Metropole fahre ich noch ein ganzes Stück über grünen Asphalt, auf dem vor und nach jeder Kreuzung ein Fahrrad markiert ist, bis es schließlich über eine stark befahrene Landstraße zu den zwei Schwestern geht – Las-Dos-Hermanas. Auf den Straßen dort tobt das Chaos. Stau, Gehupe, Trillerpfeifen der Polizisten, die versuchen, den Verkehr in geordnete Bahnen zu lenken. Als ich dort eintreffe, ist es 12:45 Uhr. Da ich noch nicht weiß, wie und wo ich übernachte, mache ich Halt an einem Supermarkt und decke mich mit dem Notwendigsten ein, um notfalls irgendwo wild campen zu können. Ein Fertiggericht aus der Dose, ein Körnerbrot, was zu trinken – eine volle Wasserflasche habe ich noch aus dem Apartment.
Die nächsten fast 40 Kilometer bis Marismilla komme ich so gut weiter, dass ich beschließe, den nächsten Campingplatz hinter Jerez anzusteuern. Ein Autofahrer bewahrt mich auf dem Weg dorthin vor einer Sackgasse. Ich mache gerade ein Foto und will weiter fahren, da bleibt er wild gestikulierend neben mir stehen und erklärt, dass der Weg, den ich nehmen will, nach ein paar Kilometern endet. Im zuvor erwähnten Ort endet meine Suche nach einer Zwischenmahlzeit erfolglos, so dass ich mich in der aufgesuchten Bar mit zwei Flaschen Radler begnüge, dann geht es kurz vor 16:00 Uhr weiter. Dank Rückenwind und geteerten Wegen komme ich weiterhin gut voran. Die Straßen sind leer, die Landschaft gibt nicht viel her. Riesige Felder, Bewässerungskanäle, über dem Asphalt flimmert die Hitze. Eine Stunde später, ich bin 20 Kilometer vor Jerez, merke ich, wie mir die Kräfte langsam schwinden. Passend dazu wird es hügelig und der Wind bläst mir mehr von der Seite um die Ohren, manchmal auch von vorn. Um 18:00 Uhr erreiche ich die Stadt. Circa hundert Kilometer liegen hinter mir, der Campingplatz in Puerto-De-Santa-María noch 20 weitere Kilometer entfernt. Zunächst steuere ich den den nächst gelegenen Supermarkt an. Eine Flasche Trinkjoghurt, anderthalb Liter Isodrink. Fragte ich mich zwischenzeitlich, wo die ganze Flüssigkeit, die ich bislang zu mir genommen habe, geblieben ist, ich musste nur eine Pinkelpause einlegen, so finde ich auf dem T-Shirt die Antwort und ich bilde mir ein, man kann es auch riechen – schon ein wenig unangenehm. Nach einer halben Stunde Pause setze ich die Fahrt fort. Jerez nehme ich nur beiläufig wahr, dann liegt der Ort hinter mir und eine Schotterpiste mit einigen Hügeln vor mir. Als ich auf dem Campingplatz eintreffe, sehne ich mich nur noch nach der Dusche. Ohne rechten Appetit setze ich mich um 22:00 Uhr noch in das Restaurant, zum selber Kochen in der Dunkelheit habe ich keine Lust mehr, dann strecke ich alle Viere von mir – der Rechner bleibt an diesem Abend aus.



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Mit dem Rad von Köln nach Formentera - es geht auch anders ...




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