ACHTUNG: je nach Auffassung kann diese Seite Spuren von Werbung enthalten!

Reisetagebuch

2015-08-10
2015-08-11
2015-08-12
2015-08-13
2015-08-14
2015-08-15
2015-08-16
2015-08-17
2015-08-18
2015-08-19
2015-08-20
2015-08-21
2015-08-22
2015-08-23
2015-08-24
2015-08-25
2015-08-26
2015-08-27
2015-08-28
2015-08-29
2015-08-30
2015-08-31
2015-09-...
Bilder

2015-08-19

10. Tag: 86 Kilometer (Gesamt: 1022); 1473 Höhenmeter, 1263 Meter max. Höhe
Strecke: Oberpinswang (Österreich - Lech; 09:30 Uhr) - Landeck (Inn; 18:00 Uhr)
Wetter: stark bewölkt, zeitweise leichter Regen, 15°

Die Nacht auf einer richtigen Matratze war zwar bequemer als die Variante im Zelt, doch was ich vermisste war die frische Luft.
Nach ausgiebigem Frühstück vom Buffet geht es los. Die Wäsche ist genau so klamm wie die Tage zuvor, der Keller zum Trocknen brachte also nicht den gewünschten Effekt, und als ich starte, sieht es draußen auch nicht besser aus als am Vortag, als ich ankam. Es nieselt, ist frisch, und die Gipfel um mich herum liegen noch stärker im Dunst. Schade, von imposanten Bergpanoramen, wie sie Arbeitskollegen Anfang Juli bei einer Tour Richtung Tegernsee einfingen, ist keine Spur zu entdecken. Ich muss mich mit kleineren Erfolgserlebnissen zufrieden geben, wie zum Beispiel der Bewältigung des ersten Hügels. 10 Prozent Steigung steht am Straßenrand, die aber auf Asphalt, dafür mit den gut 20 Kilo Gepäck am Rad.
Trotzdem dauert es nicht lange, da steige ich ab. 14 Prozent sollen es bei nächster Gelegenheit sein, auf geschottertem Boden, hin zur Ruine am Fuße der Schlosses Ehrenberg. Auf dem Parkplatz dort ist schwer Betrieb. Ausflügler strömen in die Souvenirläden, Wanderer die Wege hoch zu den alten Gemäuern oder der Hochbrücke, die zwei Gipfel miteinander verbindet.
Ein paar Meter weiter mache ich die erste Bekanntschaft des Tages. Ein Pärchen aus Mönchengladbach steigt gerade wieder auf das Stufentandem, nachdem ein Platten im Vorderrad sie hat pausieren lassen. Wir unterhalten uns ein wenig, soweit es die Puste zu lässt, denn es geht weiter empor, auf weiterhin abenteuerlichen Pfaden. Die Schotterpiste wird von einem Bach teilweise überflutet und ich bekomme einen leichten Vorgeschmack darauf, was es bedeutet, zu furten. Nee, ist übertrieben, ist nur wie durch eine tiefere Pfütze fahren, allerdings mit fließendem Wasser. Ein paar Kilometer später geht es wieder allein weiter. Das Vorderrad meiner Begleitung läuft nicht so richtig rund, irgendwas muss getan werden.
Die Strecke hingegen bleibt herausfordernd. Die Steigungen sind die eine Sache, der teilweise nicht befestigte Untergrund eine andere. Ich bin froh, die dickeren Reifen an den Rädern zu haben, als die, die an dem Trecking Rad montiert sind, mit dem es über das Nordkap nach Formentera ging, ansonsten hätte ich zumindest einmal die Erfahrung einer Bruchlandung machen dürfen.
Wettertechnisch ändert sich den Tag über nicht viel. Die Berge bleiben Wolken verhangen, es fehlen die Farben, der Glanz, die Fernsicht. Mit dem Fernpass bewältige ich den ersten Weg in ein anderes Tal, ohne die Zugspitze auch nur im entferntesten zu Gesicht zu bekommen. Selbst der Blick von einem Aussichtspunkt bleibt trist. Interessanter sind schon eher die Kontakte mit drei Radlern aus Langenfeld, also quasi der Kölner Nachbarschaft, die den Pass zum Ziel einer Tagestour erklärt haben, oder die beiden anderen jungen Männer, die mir auf der Talfahrt entgegen kommen. Sie fluchen über den Weg den Berg hinauf, der Reschenpass sei viel einfacher zu bewältigen gewesen, aber vielleicht sieht es aus der Gegenrichtung ja auch ganz anders aus. An einigen Stellen passiere ich Schilder, in denen Mountainbiker talwärts zum Absteigen aufgefordert werden, Schiebestellen, so steht es dort geschrieben, die ich getrost ignorieren kann; gehöre ja schließlich nicht zur Zielgruppe, und ob von denen einer die Hinweise befolgt, wage ich zu bezweifeln.
Kosteten die 40 Kilometer bis zum Pass hinauf mich gute vier Stunden, so geht es abwärts deutlich schneller. Zwar bremst mich auch hier der unebene Boden mehrfach aus, doch dass ich mein Gefährt schieben muss, wie von einigen aufgeschnappt, so schlimm ist es nicht. In Imst lege ich eine erste längere Pause ein und werde daran erinnert, wie schnell mein Vergnügen enden kann. Die Voruntersuchung eines Familienangehörigen zu einem geplanten Eingriff im Krankenhaus brachte unerwünschte Ergebnisse. Zunächst aber bleibt die Hoffnung, dass die Medizinmänner ihr Metier beherrschen und alles weitere zufriedenstellend verläuft.
Entsprechend zur getrübten Stimmung passen die ersten 10 Kilometer entlang des Inn. Neben dem Radweg verläuft, unüberhörbar, die Autobahn. Einzig die Tatsache, dass das Stück bis Landeck eben verläuft, bleibt tröstlich; die Beine sind doch lang geworden, bei der kleinsten Erhebung schalte ich auf die kleinsten Gänge, und um 18:00 Uhr stehe ich vor der Rezeption eines Campingplatzes. Bis ich geduscht, die Wäsche gewaschen und eine Pizza im Ort zum Abend verdrückt ist, sind zweieinhalb Stunden vergangen. Die Straßenbeleuchtung ist längst eingeschaltet und es stellt sich für mich die Frage: sind die Tage schon wieder so kurz, oder liegt es nur an dem Schmuddelwetter, dass es nicht noch länger hell ist?
Vor dem Griff in die Tastatur dann noch im Aufenthaltsraum des Campingplatzes ein Gespräch mit einem Radler aus Heidelberg, den es nach Venedig zieht, ein Blick auf hoffentlich folgende Etappen, und das war er dann, der erste Tag per Rad in den Alpen.



Bericht zurück
2015-08-18
Seitenanfang
2015-08-19
Bericht vor
2015-08-20



Mit dem Rad von Köln nach Formentera - es geht auch anders ...




Newsletter

Sie wollen per E-Mail über neue Einträge auf dieser Seite informiert werden?
Kein Problem!
Klicken Sie auf Newsletter und folgen Sie den dort beschriebenen Anweisungen.




Live Vortrag

Zurzeit sind 2 Veranstaltungen geplant, die Liste unter Vorträge, in der Sie Details zum Wann, Wo und Worüber finden, wird jedoch ständig aktualisiert.
Falls Sie selbst Interesse haben, mich einzuladen oder Sie einen Veranstalter kennen, treten Sie gerne mit mir in Kontakt. Es erwarten Sie unterhaltsame anderthalb bis zwei Stunden Fotoshow mit live vorgetragenen Erlebnissen und Anekdoten sowie Musik untermalten Passagen. Für Fragen oder einen kleinen Plausch stehe ich Ihnen während einer kurzen Pause oder im Anschluss gerne zur Verfügung.
Ich freue mich über Ihren Besuch und bin gespannt darauf, Sie kennen zu lernen!




Werbung in eigener Sache

Der Reisebericht der Radtour 2011 von Köln über Barcelona nach Formentera ist unter dem Titel "Urlaub, mal anders" (ISBN: 978-3-7309-0754-2) als E-Book für kleines Geld im Handel erhältlich.

Kennen Sie das?
Sie haben den Supermarkt gerade hinter sich gelassen da fällt Ihnen ein, was Sie unbedingt besorgen wollten - dann aber doch vergessen haben. Das ist nicht nur on tour blöd, sondern Zuhause ebenso. Und da Stift und Zettel sich häufig genug nicht in greifbarer Nähe befinden, der kleine elektronische Störenfried hingegen schon und weil es obendrein viel praktischer ist: verwenden Sie, sofern Sie es nicht bereits tun, Pruedis Einkaufsliste.
Die App für Ihr Android Smartphone, der Sie nicht nur vertrauen können, die Sie nicht mit Werbung belästigt, die auf das Wesentliche reduziert ist, die sich einfach bedienen lässt und die auch dort funktioniert, wo es vielleicht mal kein Internet gibt.
Sie kennen Pruedis Einkaufsliste noch nicht? Dann wird's aber Zeit - jetzt kostenlos testen!