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Reisetagebuch

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2015-08-23

14. Tag: 114 Kilometer (Gesamt: 1445); 846 Höhenmeter, 435 Meter max. Höhe
Strecke: Margoni (Brenta; 08:30 Uhr) - Montebelluna (18:00 Uhr)
Wetter: unterschiedlich bewölkt, 23°

Als ich an diesem Sonntag Morgen aus dem Zelt krieche stelle ich fest, dass es geregnet haben muss, zumindest leicht. Meine Behausung ist nasser als sonst, was den Aufbruch etwas in die Länge zieht, da ich nicht alles klatschnass einpacken will. Also ein wenig abledern, und dann geht es los.
Italiens Supermärkte in der Region, in der ich mich gerade befinde, haben Sonntags geschlossen. In einer Bäckerei bekomme ich jedoch ein Brötchen für unterwegs, oder als Abendbrot, im Café nebenan noch mal ein belegtes sowie eine Tasse Cappuccino - mein Frühstück.
Fallen die ersten Kilometer noch etwas schwer, das Stück aus Trient heraus steckt mir noch in den Knochen, so fliegen die folgenden 30 Kilometer in anderthalb Stunden förmlich dahin. Diesmal ist es der glatte Asphalt entlang des Brentas, der das zügige Vorankommen begünstigt. Gelegentlich bleibe ich dabei auf dem Radweg, anstatt der ausgearbeiteten Route zu folgen, und als ich an einem Punkt angelange, an dem ich zweifelnd überlege, wie es am besten weitergeht, spricht mich ein italienischer Rennradfahrer an. Nach Feltre will ich, gebe ich ihm zu verstehen. Einfach folgen, so die Antwort des hilfreichen Herrn. Ob der Weg hügelig sei? Gestenreich versuche ich, fehlendes Vokabular wett zu machen. Nein, alles glatt - auch diese Handbewegung ist unmissverständlich.
In der Tat geht es dann weitgehendst eben weiter, allerdings nur fünf Kilometer. Dann verabschiedet sich mein Lotse, weist mir in groben Zügen den weiteren Verlauf, und es ist Schluss mit einfach. Bis ich den richtigen Weg nach einigen Biegungen erwische, dauert es ein Weilchen, anschließend stehen 150 Meter Höhenunterschied an - einmal Formenteras Mola rauf. Die Serpentinen sind zwar steil, aber nicht so sehr, dass ich absteigen müsste; die fünf Kilometer ziehen sich halt nur.
Ob die ausgearbeitete Route einfacher gewesen wäre? Ich habe meine Zweifel. Kürzer ja, aber das bedeutet ja nicht, dass die Strecke schneller bewältigt ist. Über eine Reihe kleinerer Dörfer erreiche ich schließlich gegen 14:00 Uhr Feltre, die Stadt, die mir zur Orientierung diente. Den Via-Claudia-Augusta Machern war der Ort aber wohl zu unbedeutend, oder aber man wollte der Steigungen geprüften Gefolgschaft weitere Höhenmeter ersparen. Sowohl um den neuen Stadtkern als auch um den auf einer Anhöhe gelegenen älteren macht die Route einen Bogen, und aus meinem Vorhaben, mir eine warme Mahlzeit zu gönnen, wird nichts. Erst am Ortsrand stoße ich auf so etwas wie einen Edel-Italiener: Bedienung in Weste und mit Fliege, Stoffservietten, edles Interieur - und ebensolche Preise. Für die Portion Gnocchi zahle ich 12,50 Euro, sie sind es mir auch wert, aber 10 Euro für zwei große Radler, das entspricht ja schon Oktoberfest Preisen.
Anschließend folge ich abermals der Beschilderung, und wieder hat der eingeschlagene Weg zusätzliche Kilometer sowie eine gut befahrene Schnellstraße zur Folge. Ist der Weg, den ich für den richtigen halte, noch ruhig und attraktiv, so stelle ich nach zweieinhalb Kilometern fest, dass er nicht zielführend ist. Also wieder fünf Kilometer auf dem Tageszähler, die mich nicht so recht weiter bringen.
Auf der Schnellstraße werde ich nahezu im Sekundentakt von Autos überholt, doch als ich wieder zurück auf der geplanten Strecke bin, ist es kaum besser. Lediglich auf der anderen Uferseite des Sonnas. Eine weitere Änderung ist allerdings auf beiden Seiten des Flusses unverkennbar: ich rücke vor in das Alpenvorland - diesmal in das venezianische. Aus Bergen werden Hügel, und hätte ich mehr blauen Himmel über mir, ich würde vielleicht etwas von den Dolomiten sehen, die nun hinter mir bleiben.
Das Flachland gestaltet sich für mich einstweilen eher unattraktiv. Viel Verkehr, Ortschaften, die ineinander übergehen, und keine Möglichkeit, irgendwo unentdeckt zu Campieren und dabei auf frisches Wasser zum Duschen zurückgreifen können. Gegen 18:00 Uhr finde ich einen Bauernhof, auf dem ich bleiben kann. Ein Gästezimmer für 40 Euro bin ich mir nicht wert, entsprechend gibt es die Wiese für das Zelt sowie den Wasserhahn für die Campingdusche, und wir einigen uns auf fünf Euro, inklusive Sitzplatz unter dem Dach der Scheune, neben den Kühen, um trockenen Hauptes diese Sätze in den Rechner zu bekommen - zum Abend fallen nämlich abermals ein paar Regentropfen.



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Mit dem Rad von Köln nach Formentera - es geht auch anders ...




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