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Reisetagebuch

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2015-09-07

29. Tag: 103 Kilometer (Gesamt: 2822); 987 Höhenmeter; 561 Meter max. Höhe
Strecke: Nähe Salernes (08:15 Uhr) - Nähe Céreste (17:15 Uhr)
Wetter: sonnig, 25°

Einmal mehr überlebe ich eine Nacht, ohne belästigt zu werden. Der Fluss hinter dem Zelt rauscht friedlich, es stört sich niemand daran, dass ein Zelt auf dem Wohnmobilstellplatz steht, und als ich bei noch frischen Temperaturen meiner Behausung entsteige um mir die Zähne zu putzen, habe ich den Eindruck, dem nachkommen zu können, ohne observiert zu werden. Bei dem entsprechenden Nachbarn im Wohnmobil sind noch sämtliche Vorhänge zugezogen.
Kaum sind die ersten Meter geradelt, stelle ich fest, dass es dort einen noch viel besseres Plätzchen zum Übernachten gegeben hätte, aber so ist das halt. Da sucht und sucht man, ist froh, etwas zu finden, und die nächste Ecke herum wäre es noch genialer; ob es den Schlafplatz betrifft, einen Rastplatz oder die Einkaufsmöglichkeit - immer wieder das Gleiche. Nur halt ohne Verlass. Insofern habe ich es aufgegeben, Entscheidungen zu bereuen. Nachher ist man immer schlauer.
Vom Streckenverlauf her ändert sich auf den ersten 40 Kilometern nicht viel. Es geht mehr rauf als runter, auf den einspurigen Landstraßen ist es am angenehmsten, da am ruhigsten, nur ist man hier recht verlassen, wenn man ein Geschäft oder einen Brunnen sucht. So überrascht es wenig, dass es eine zweispurige Piste ist, an der ich nur eine halbe Stunde nach dem Start eine Bäckerei entdecke, nicht erwartungsgemäß ist eher, dass sich diese mitten in der Prärie befindet, dennoch nicht unbekannt zu sein scheint. Ein Kunde nach dem anderen macht halt, darunter auch ein älteres Pärchen im sportlichen Radlerdress, das auf morgendlicher Runde unterwegs ist und mir Unterhaltung beim Frühstück beschert.
Nach fast 15 Kilometern auf ebener Strecke, zwischen Vinon-Sur-Verdon und Manosque, gelange ich in die Haute-Provence. Statt Wein und Oliven erwarten mich hier Wälder und Felder und ich überlege, ob die Berge, die im Osten liegen, die sind, durch die ich an das Meer gelangt bin, sprich der Tende.
In einem der Orte lege ich eine kurze Pause ein, investiere 13,50 Euro in ein Tagesmenü, Gerichte zur Auswahl gibt es keine. An sich Schade, gedanklich hatte ich eher einen Salatteller vor mir gesehen. Dass das Thermometer auf dem Dorfplatz zwischen 30° und 32° pendelt halte ich für übertrieben. Im Schatten ist es angenehm frisch, in der Sonne fühlt man sich jedoch auch nicht verkehrt aufgehoben; zumindest fühle ich mich mit dem langärmligen Trikot über dem T-Shirt nicht falsch gekleidet. Lese ich die E-Mails, die mich erreichen, kann ich mir gar nicht vorstellen, dass man in der Heimat mit dem Gedanken spielt, die Heizung anzustellen. Aber wie bereits zuvor geschrieben - Entscheidungen halt.
Ab 16:00 Uhr halte ich nach einem neuen Stellplatz für das Zelt Ausschau. Die Probleme scheinen immer dieselben zu sein. Sieht man ein attraktives Plätzchen, hat man kein Wasser, hat man selbiges, fehlt es an besagten Plätzchen.
Auf dem Bauernhof, auf dem ich frage, ob ich für die Nacht bleiben kann, in der Hoffnung, sowohl Wasser als auch einen Flecken Erde zu erhalten, werde ich abgewiesen. Freundlich, aber bestimmt. Nur wenige Kilometer weiter gäbe es einen Campingplatz. Dann halt den. Im nächsten Ort, Céreste, hake ich noch mal nach. Ja, auf dem Weg nach Apt gibt es einen. Das Radlerpärchen, deren Taschen behängte Vehikel vor der Bar stehen, in der ich nach frage, hat andere Sorgen. Das Ehepaar kommt aus dem Süddeutschen, dem Dialekt nach Baden Würtemberg oder Schwabenländle, aber das schließt sich ja auch nicht aus, sucht ein Zimmer, doch die meisten Unterkünfte haben geschlossen, und das Fremdenverkehrsbüro öffnet erst in einer halben Stunde. Also abwarten und Tee trinken - wobei Glas und Färbung des Inhalts eher auf anderes schließen lassen. Ein wenig bedauern die beiden, kein Zelt dabei zu haben, wir hätten sicher einen geselligen Abend miteinander verbringen können. Kaum bin ich wieder in Bewegung und eine Ecke weiter, wieder dieses in Frage stellen von Entscheidungen. Ich hätte dem Pärchen Gesellschaft leisten sollen, ebenfalls ein Bier beziehungsweise Radler genießen sollen, wer weiß, ob der Campingplatz diesbezüglich bewirtschaftet ist?
Ob mein Entschluss schlauer war oder nicht mag dahin gestellt bleiben, zumindest brauche ich ihm nicht nachzutrauern. Auf dem einfachen aber sauberen und preiswerten Campingplatz, den ein Bauer auf einer seiner Wiesen eingerichtet hat, lerne ich mit meinen Nachbarn ein Frührentner Ehepaar aus Holland kennen. Das Aufladen der Akkus lässt mich mit ihnen in Kontakt kommen, und nachdem die obligatorischen Handgriffe und Arbeiten erledigt sind, bietet man mir ein Bier an. Da kann ich natürlich nicht widerstehen, aus dem einen Bier werden zwei, und dazu kommt eine nette Unterhaltung. Reisen, Lebenserfahrungen, Wertvorstellungen - wir verstehen uns gut. Ob es an den Berichten über bisheriges Entgegenkommen liegt oder woran auch immer, die Sonne ist bereits untergegangen, Augenblicke später ist es auch schon empfindlich frisch, da erhalte ich auch noch eine warme Mahlzeit sowie einen Kaffee. Wie bereits Eingangs geschrieben, man weiß halt nicht, was einen erwartet, und so endet ein weiterer Tag dieser Reise auf sehr angenehme Art und Weise.



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Mit dem Rad von Köln nach Formentera - es geht auch anders ...




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