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Reisetagebuch

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Bilder

2015-09-16

38. Tag: 52 Kilometer (Gesamt: 3649); 570 Höhenmeter; 106 Meter max. Höhe
Strecke: Mataró (09:15 Uhr) - Calafell (17:15 Uhr)
Wetter: leicht bewölkt, windig (ca. 5 Bft. aus Süd), 26°

Wie verabredet treffe ich mich um kurz nach 08:00 Uhr mit Thomas und Günter, den Marseille-Marrakesch Radlern aus Hamburg, zum Frühstück. Das Buffet für drei Euro kann sich sehen lassen. Zähle ich die 50 Euro für die Übernachtung hinzu, relativiert sich zwar wieder einiges, berücksichtigt man aber, dass den Hanseaten zu zweit das gleiche abgenommen wird, kann man sich nach meinem Dafürhalten nicht beschweren.
Eine gute Stunde später verlassen wir das Hotel mit gemeinsamen Ziel - dem Bahnhof von Mataró, einen knappen Kilometer vom Hotel entfernt.
Die zehn Kilometer am Vortag für mich auf der N-II, der Küstenstraße, gaben mir das Gefühl, zusammen mit Ute vor vier Jahren die richtige Entscheidung getroffen zu haben, indem wir die Bahn nach Barcelona hinein wählten, und zu dem gleichen Entschluss komme ich auch jetzt, wo ich eher unplanmäßig in der gleichen Situation bin. Das Duo aus Deutschlands Norden zieht auch lieber eine Stadtrundfahrt dem Verkehr durch Vororte und Industriegebiete vor, wobei ich noch einen Schritt weiter gehe. Zwar verbrachte ich viel Zeit mit der Planung, wie ich aus der Millionenstadt wieder heraus gelange, aber so richtig überzeugen konnte mich der Weg vorbei am Flughafen sowie über die Autobahn ähnliche C-31 bis zur nächsten Ausfahrt nicht. Obwohl das Radfahren auf der Schnellstraße erlaubt ist, ich kann mir besseres vorstellen. Schon aus Cádiz heraus, vor zwei Jahren, war ich froh, nach einigen, meines Erachtens unvermeidbaren, Kilometern auf ähnlicher Piste wieder auf ruhigeren Pfaden zu landen, und so nutze ich an diesem Tag meine Freiheiten, auch aus Barcelona heraus den Weg über die Schiene zu bevorzugen. Castelldefels erscheint mit der richtige Ort, die Reise aus eigener Kraft wieder fortzusetzen. Neben 4,10 Euro kosten mich die etwa 50 Kilometer Luftlinie über die Katalanenmetropole knapp zweieinhalb Stunden Zeit; Zeit, in der ich unmöglich die Strecke hätte radeln können, da die Distanz auf der Straße größer gewesen sein dürfte, die Verkehrsverhältnisse keine derartige Durchschnittsgeschwindigkeit zugelassen hätten und ich, trotz Navi, das eine oder andere Mal hätte anhalten müssen, um mich zu orientieren. Im Gegenzug bekomme ich von Barcelona nicht mehr als zwei unterirdische Bahngleise zu sehen - nicht so spannend. In Clot verlasse ich meine einstweilige Reisebekanntschaft, die auf der Linie 1 noch eine Haltestelle weiter, bis zum Triumpfbogen fährt, um dort die Besichtigungsrunde durch die Stadt aufzunehmen, die ich mit Ute gedreht hatte, während ich eine Haltestelle weiter, irgendetwas mit García, in die Linie 2 wechsele, die nicht am Flughafen endet und mich an das gewünschte Ziel bringt. Hatte ich noch in Erinnerung, aus den Katakomben Barcelonas über Rolltreppen jeweils eine Ebene höher zu gelangen, so klärt mich diesmal eine Frau darüber auf, das es auch einen Aufzug gibt - mehr oder minder unter der Rolltreppe. Erst beim Gleiswechsel wieder abwärts bekomme ich aber heraus, dass das Rad auch tatsächlich in die Kabine passt, nur muss ich dazu eine der am Vorderrad befestigten Taschen abnehmen; gibt es auch nicht gratis, die Erkenntnis, ich bezahle sie mit 20 Minuten Wartezeit, da mir, gerade unten auf dem Gleis angekommen, eine Bahn vor der Nase weg fährt.
Was ich aus dem Fenster der Bahn sehe bestätigt meine Meinung, die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Ich blicke auf Industriegebiete und Wohnblocks, an denen man nicht mit 15 Stundenkilometern vorbei geradelt sein muss; so etwas kann man nahezu auch vor der Haustür haben, lebt man nicht gerade auf dem Land.
In Castelldefels dann brauche ich zwei, drei Anläufe, bis ich auf der Strandpromenade landet, über die meine geplante Route führt, wo ich feststellen darf, dass mir ein kräftiger Wind um die Ohren fegt - von vorne, und damit es nicht langweilig wird, gibt es auch direkt noch einen Felsen dazu, der zu bezwingen ist. Sind zwar nur 100 Meter hoch, aber in den Serpentinen dürfte ich einige Male dafür sorgen, dass Autos auf gute Schrittgeschwindigkeit herunter schalten müssen, bevor sie an mir vorbei kommen; erst bergab kann ich wieder höhere Gänge fahren und erreiche mit 30 Stundenkilometern mehr als das dreifache dessen, was ich bergauf zustande bringe.
Nach knapp 10 Kilometern dann der nächste Ort und wieder ebene Strecke. Sitges, wo für mich auffallend viele Männer Hand in Hand umher bummeln oder paarweise Tische in Restaurants und Bars besetzen. Scheint wohl eine Art Hochburg entsprechend veranlagter zu sein, stört mich aber nicht weiter. Hauptsache, die Menschen sind glücklich und mein Wohlbefinden wird nicht beeinträchtigt. Ansonsten weht auch hier ein rauer Südwind, trübt die Sicht und wühlt das Meer auf. Entsprechend geht es weiter, jedoch ohne weitere nennenswerte Erhebungen. Ab Vilanova-i-la-Geltrú geht es für mich mehr oder minder nur noch über die Strandpromenade weiter. Zwar hätte ich auch bis hier hin mit der Bahn noch weiter durch fahren können, doch die Serpentinen entlang der Küste hatten auch ihre Reize - Aussichten, wie an der Costa-Brava, um die ich mich dieses Mal mit meinem Schlenker in das Inland gebracht habe. Ansonsten überall das gleiche Bild in den Orten: die meisten Geschäfte, Restaurants und Bars haben bereits geschlossen, am Strand und auf der Straße kaum noch Leute, die Saison ist gelaufen.
Entlang der Route finde ich einen Campingplatz, schaffe es dann doch noch, etwas tiefer ins Portemonaie zu greifen, mit 19 Euro nur einen unter dem gesetzten Limit, und erhalte das berüchtigte Bändchen für das Handgelenk, das mich zur Nutzung des Pools berechtigt. Dass es mir dennoch nicht gelingt, mich in das Nass zu stürzen, liegt daran, dass das Schwimmbecken um 18:00 Uhr geschlossen wird, ich aber erst eine Viertelstunde später mit meinem Handtuch unter dem Arm dort auftauche - dumm gelaufen. Dann halt zu Abend essen. Ich bekoche mich mal wieder selbst, die Dose enthält Chili-con-Carne, und erstehe im Supermarkt einen Liter San-Miguel sowie zwei Halbliter Flaschen Zitronenlimo, womit sich der Flüssigkeitsverlust des Tages unter freiem Himmel mit dem Rechner auf den Oberschenkeln schmackhaft kompensieren lässt.



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Mit dem Rad von Köln nach Formentera - es geht auch anders ...




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