Reisetagebuch

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Bilder

2015-09-17

39. Tag: 99 Kilometer (Gesamt: 3748); 824 Höhenmeter; 82 Meter max. Höhe
Strecke: Calafell (09:00 Uhr) - L'Ampolla (17:30 Uhr)
Wetter: sonnig, mäßiger Wind (ca. 4 Bft. aus West), 27°

Trotz frühmorgendlichem Regen beginnt der Tag trocken und bleibt es auch. Der Wind dreht auch ein wenig, treibt mich aber immer noch nicht so richtig an. Dazu kommen die Hügel, die nicht gerade zu dazu dienen, die Durchschnittsgeschwindigkeit hoch zu halten. Lediglich die Tatsache, dass ich weite Abschnitte an diesem Tag auf der N-340 verbringe, sorgt dafür, dass ich halbwegs zügig voran komme. Bis Tarragona bleiben die Anstiege überschaubar. Zehn, zwanzig Meter rauf, anschließend wieder runter. Die Stadt selbst hat da bereits mehr zu bieten, zumindest auf dem Weg hinauf in die Altstadt, durch die ich eine Runde drehe. Hatte ich Barcelona bereits übersprungen, weil ich die Katalonenmetropole bereits „kannte“, sofern man das nach einer drei-, oder waren es gar vierstündigen Besichtigungstour behaupten kann, so kenne ich Tarragona nur dem Namen nach, verbinde mit dem Namen spanischen Automobilbau, sehe aber in der halben Stunde in den Mauern auf dem Hügel ganz andere Dinge. Enge Gassen, eine Vielzahl einladender Bars und Restaurants, die Kathedrale sowie das eine oder andere Museum - wie gewohnt, alles von außen.
Der Weg aus der Stadt heraus zieht sich durch Industriegebiete und ist mal wieder deutlich weniger attraktiv. Dass im Meer, wie an einer Schnur aufgereiht, die Tanker liegen und auf ihre Abfertigung warten, überrascht nicht, betrachtet man die Fabriken und Tanks, in denen Erdöl verarbeitet und gebunkert wird, dazu stinkt es, und laut ist es außerdem. Anfassen oder schmecken entfällt. Einen Steinwurf entfernt von den hochexplosiven Betrieben kann sich derjenige die letzte Mahlzeit noch einmal durch den Kopf gehen lassen, dem all das nicht reicht. Ein Vergnügungspark lockt mit einigen Metern freiem Fall und einer Achterbahn, die sich einige Male windet. Aber den Leuten scheint es zu gefallen. Die Schreie derer, die da durchgewirbelt werden, höre ich trotz überholender Autos und Lastwagen.
Salou, der nächste Ort am Meer, straft mich lügen, hatte ich am Vortag behauptet, die Saison sei gelaufen. Ich entdecke kein Geschäft, das geschlossen ist, der Strand ist belebt, und auf der Promenade wird kräftig flaniert. Einzig auffällig hier, dass Lokale sich vorzugsweise englischem Publikum widmen, was aber, dem Stimmengewirr nach, überwiegt. Bei einem Baguette und einem Topf Kräuterkäse verfolge ich ein wenig das Treiben, finde anschließend ein Restaurant, welches das von mir favorisierte Eis anbietet, dann folgen etliche Kilometer über Radwege entlang des Strandes. Nach etwa 15 Kilometern endet das Vergnügen. Zurück auf die N-340, die Küstenstraße, die sich, der Beschilderung nach, noch fast 1200 Kilometer Richtung Westen erstreckt, wahrscheinlich bis Huelva. Einem etwas höheren Hügel, etwa 80 Meter sind zu überwinden, wird es unübersichtlich. Eine größere Fabrik, ein Atomkraftwerk, eine Kreuzung mit der Autobahn, doch es gelingt mir, auf der richtigen Spur zu bleiben. Anders muss es kurz zuvor einem Lastwagen- und einem PKW-Fahrer ergangen sein. Beide liegen im Straßengraben, der Sattelschlepper rechts neben mir mit der Zugmaschine mir zugewandt, der Kleinwagen ziemlich zerquetscht. Der Verkehr staut sich in beiden Richtungen, an der Unfallstelle sind bereits drei Feuerwehrwagen, mehrere Polizeiautos, ein Rettungswagen, und ein Hubschrauber setzt auch gerade zur Landung an. Was ich sehe, sieht nicht gut aus. Man kann nur hoffen, dass die Beteiligten mit dem Leben und ohne längerfristige Schäden davon kommen, doch Schlimmeres ist hier nicht auszuschließen. Ich mogele mich an der Unfallstelle vorbei, doch es dauert noch etliche Kilometer, bevor ich keine nachrückenden Einsatzfahrzeuge mit Sirenen mehr wahrnehme. Die letzten Kilometer des Tages verbringe ich wieder auf kleinen Straßen, bekomme Aussichten auf schöne Buchten, doch die Stimmung ist aufgrund des Zwischenfalls getrübt.
In L'Ampolla, am Rande des Ebro-Deltas, bekomme ich auf dem Campingplatz vom Rezeptionisten zu hören, dass derartige Unfälle nicht besonderes seien. Fast alle zwei Tage kracht es, nicht wenige Beteiligte bezahlen mit dem Leben. Ich solle lieber auf ruhigeren, kleineren Straßen bleiben. Weise gesprochen, der Mann, jedoch bilde ich mir schon ein, den Ratschlag weitestgehend zu befolgen. Betrachte ich hingegen die Route für den Folgetag, so gibt es da wieder ein Naturschutzgebiet, um das es keinen anderen Weg herum gibt, außer über die Landstraße. Also: zuversichtlich bleiben und aufpassen, soweit im Rahmen der eigenen Möglichkeiten umsetzbar …



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