Reisetagebuch

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Bilder

2015-09-18

40. Tag: 82 Kilometer (Gesamt: 3830); 360 Höhenmeter; 30 Meter max. Höhe
Strecke: L'Ampolla (09:00 Uhr) - Peñíscola (16:45 Uhr)
Wetter: leicht bewölkt, 25°

Der Freitag Morgen beginnt vielversprechend. Das Zelt ist kaum zusammen gepackt, da krabbeln meine Nachbarn aus ihrem betuchten „Schlafzimmer“. Eine junge Familie. Nach gegenseitigem „Hola, buenos dias“ stutze ich, als die Mutter sich mit ihrem Sohn und ihrer Tochter in deutsch unterhält, mit bayerischem Akzent. Die Kinder wiederum wechseln die Sprache fließend; mit Papa wird spanisch geplappert, mit Mama deutsch, und auch sonst ist man aufgeschlossen. Es dauert nicht lange, da bekomme ich einen Kaffee angeboten, den ich gerne annehme. Beim Müsli lehne ich dankend ab und greife auf die Ration aus der eigenen Packtasche zurück.
Anschließend geht es in das Ebro-Delta. Bevor ich auf zunächst sandigen Wegen dahin holpere, begegne ich noch einem Pärchen aus Bremen. Dem „Moin“ folgt ein kurzer Plausch. Die beiden sind nicht zum ersten Mal in der Region, ich soll mich auf die vielen Vögel freuen. Mit entsprechender Erwartungshaltung war ich bereits gestartet, doch entweder nehme ich die falschen Wege, oder nach der Po-Mündung sowie der Camargue hatte ich mehr erwartet. Ich bilde mir zwar ein, auch Flamingos zu sehen, doch sind sie weit genug entfernt, als dass ich mir sicher bin oder sie erkennbar vor die Linse der Kamera bekomme. Statt großflächiger Salinen durchquere ich nicht minder kleine Reisfelder. Einige sind abgeerntet, anderen steht dies noch bevor, auf wieder anderen dreht der Mähdrescher seine Runden, dazwischen reichlich Federvieh, aber halt nicht die langbeinigen wie -halsigen Vögel auf der Suche nach Krebschen.
Fast drei Stunden bin ich in dem Mündungsgebiet des Flusses unterwegs. Die Weitläufigkeit der Gegend, die Ruhe, auch wenn gelegentlich der Lärm einer Schnellstraße herüber dringt, sind mal wieder beeindruckend. Mit Sicherheit könnte man auch hier noch länger verbringen, entlang des Ebro verlaufen gut ausgebaute Radwege, doch mag ich von meiner Route nicht all zu sehr abweichen. Das Potential, sich in einem der Naturschutzgebiete zu verfahren, ist nicht ganz ohne, und so wie ich viele Wege auf der Karte sehen, gibt es kaum Rundkurse, sondern eine Vielzahl von Stichwegen.
Zurück im nächsten Ort dann die Erkenntnis, dass in dieser Region das Geschäft mit dem Tourismus weitestgehend gelaufen ist, für dieses Jahr. An einem der vereinsamten Strände gönne ich mir eine kleine Siesta bei Temperaturen, die ein Verlangen, auch noch in die Fluten zu springen, nicht aufkommen lassen. Es ist schön, in der Sonne zu dösen, auf eine Abkühlung im Meer kann ich getrost verzichten, ohne, dass es mir schwer fällt.
Die Anzahl der Kilometer auf der weiterhin stark befahrenen N-340 beschränkt sich auf einige wenige, allerdings auch, weil ich meine Tagesetappe enden lasse, bevor noch einmal zwanzig weitere folgen. In der Hoffnung, dass am folgenden Samstag etwas weniger Verkehr herrscht, erkundige ich mich nach den Konditionen auf dem nächsten Campingplatz. Zwölf Euro sind genehm, auch scheint es so, dass der Platz eher einfach gehalten ist. Als das Zelt steht und es mich zu den Sanitäranlagen treibt, stelle ich allerdings fest, dass es doch einfach ist, als mir lieb ist. Das Publikum hat offensichtlich eine andere Einstellung zur Hygiene als ich. Klar, bevor man seine eigenen Hinterlassenschaften auf der Toilette abzieht, kann man auch die des Vorgängers weg spülen, die Keramik nach eigenem Gusto von Spuren befreien, oder es sein lassen, doch letztendlich habe ich Angst, all zu sehr in Berührung mit Einrichtungsgegenständen zu gelangen. Habe da so meine Befürchtungen, was man sich da einfangen könnte. Auch wenn der Spatengang nicht unbedingt die komfortabelste Lösung ist, Druck abzubauen, unbedenklicher dürfte er alle Male sein. So erledigt sich auch die Überlegung, in den Pool zu springen, statt dessen suche ich das Restaurant auf, das einen einladenderen Eindruck macht. Nach der Fahrt durch die Reisfelder halte ich eine Paella für angemessen, und was die Getränkewahl betrifft, so bleibe ich bei Bewährtem.



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Mit dem Rad von Köln nach Formentera - es geht auch anders ...




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