Reisetagebuch

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Bilder

2016-06-02

33. Tag: 49 Kilometer (Gesamt: 2266); 354 Höhenmeter; 135 Meter max. Höhe
Strecke: Vík (10:30 Uhr) – Skógar (16:30 Uhr)
Wetter: sonnig, 15°, 6 Bft. W

Der Campingplatz in Vík ist außergewöhnlich. In jeglicher Hinsicht. Stehe nach kurzer Nacht extra um kurz nach 07:00 Uhr auf, um in Ruhe Geschäftliches erledigen zu können.
Ohne in Details gehen zu wollen – es gelingt. Drei Toiletten, ebenso viele Pissoirs, sechs Waschbecken sowie zwei Duschen für geschätzt 200 Gäste sind in meinen Augen schon eine Zumutung. Es existiert zwar ein weiterer Raum mit Sanitäreinrichtungen für die Damen, der ist allerdings noch geschlossen. Die Anlage hat ja auch erst offiziell seit dem Vortag geöffnet. Da muss ja noch nicht alles funktionieren. Die Lage und das Publikum hingegen lassen über die Unannehmlichkeiten hinweg blicken. Nach dem Aufstehen komme ich dazu, ein paar Brocken Spanisch zu quatschen. Meine Nachbarn kommen aus Argentinien sowie Ecuador. Beim Aufbruch fällt mir hingegen ein Wohnmobil auf, das mir bekannt vorkommt. Ein Ehepaar aus der Schweiz, dem ich bereits bei meiner Übernachtung in Hirtshals begegnete, auf der Fähre hatten wir ebenfalls kurze Male Kontakt. Ich schaue um die Ecke und liege richtig, was zur Folge hat, dass eine gute halbe Stunde lang auch die Muttersprache nicht in Vergessenheit gerät. So erfahre ich, dass die Alpenländler mit ihrer Fahrt gen Norden mit etwas Bekanntschaft machten, was ihnen von Zuhause bereits ausreichend vertraut ist – Winter. Entsprechend machten sie kehrt, bis zum Myvatn waren sie schon vorgedrungen, nun geht die Reise im Uhrzeigersinn weiter. Die beiden sind wirklich rührend. Ich bekomme zwei Riegel heimischer Schokolade zugesteckt, nicht die einer Tafel, sondern eher so, wie man sie von Mars oder Snickers her kennt. Und ob sie mir sonst noch irgendwomit weiterhelfen könnten. Dankend lehne ich ab, dann verabschieden wir uns ein weiteres Mal mit der Aussicht, uns an der nächsten Sehenswürdigkeit erneut zu begegnen.
Bei strahlend blauem Himmel ist mein erstes Ziel der Strand von Vík. Laut Reiseführer steht dort ein Gedenkstein der Deutschen zum Dank an die Isländer, die Schiffbrüchige retteten. Nichts Spektakuläres, aber eine nette Geste. Interessanter fast der schwarze Sand, an dem das Meer aufschlägt. Anschließend gilt es, einen fast Mola (*) hohen Hügel zu überwinden. Dahinter knicke ich von der 1 links ab, erneut Richtung Strand. Auf der Rückseite des Felsens, den ich von Vík kommend aus umrundete, gibt es direkt die nächste Touristenanlaufstelle. Die Basaltsäulen von Reynisfjara sowie Reynisdrangar, der Legende nach versteinerte Trolle, die wie Finger aus dem Meer ragen. Der Abstecher kostet gute 12 Kilometer. Sechs hin, sechs zurück, dann geht es mit 12 Prozent Gefälle die mühsam erklommenen Höhenmeter wieder hinab und es erwarten mich die am Straßenrand angekündigten sechs Beaufort Gegenwind. Ist wohl der Preis für die direkten Sonnenstrahlen. Die Durchschnittsgeschwindigkeit sinkt auf durchaus noch bekannte Werte. Geht es nicht irgendwo aufwärts, gerade mal zweistellige Werte. Es geht aber auch noch einmal nach oben. Ein Straßenschild weist die Steigung mit 10 Prozent aus. Hilft auch nicht unbedingt, schneller voran zu kommen. Auch eine Pause auf halber Strecke zwischen Vík und Skógar bringt keine neuen Erkenntnisse – nach 20 Minuten ohne Bewegung ist nur noch das Bestreben, entweder aus dem Wind oder zurück in den Aktionsmodus zu gelangen. Da es für mich keine Möglichkeit gibt, der Luftbewegung zu entkommen, bleibt nur die zweite Alternative. Gegen 16:00 Uhr ist Skógar erreicht. Bereits von der Straße aus ist der dortige Wasserfall nicht zu übersehen, davor zu stehen macht ihn nicht unattraktiver, und davor sein Zelt aufzuschlagen ist quasi die Krönung. Hier treffe ich die Schweizer wieder, ich bedanke mich abermals dafür, wie genüsslich der erste Happen Schokolade auf der Zunge zerging, der zweite steckt noch im Proviantbeutel und wartet als Belohnung für weitere Anstrengungen. Der Wind lässt zwar im Laufe des Nachmittags nach, anstatt 30 weiterer Kilometer zum nächsten Wasserfall, dem Seljalandfoss, lasse ich es ruhig angehen, genieße ein wenig die Sonne und lasse die Schermaschine zum Einsatz kommen. Nachdem die Wärmequelle hinter dem nächsten Fels verschwindet, wird es direkt empfindlich frischer. Zeit, das Essen zuzubereiten, zu telefonieren, den Sturzbach aus gut 60 Meter Höhe zu bestaunen, die beiden Radler anzusprechen, die hinter meinem Zelt das ihre aufgeschlagen haben und zu hoffen, dass auch der nächste Tag ein sonniger wird. Macht schon was her die Vorstellung, den ersten Blick aus dem Zelt auf das tosende Gewässer bei blauem Himmel werfen zu können.

(*) Mola: etwa 170 Meter hohe Hochebene Formenteras und quasi Höhenmaßeinheit meiner Radreisen




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Mit dem Rad von Köln nach Formentera - es geht auch anders ...




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