Reisetagebuch

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Bilder

2016-06-09

40. Tag: 58 Kilometer (Gesamt: 2755); 591 Höhenmeter; 410 Meter max. Höhe
Strecke: Stykkishólmur (08:15 Uhr) – Patreksfjörður (17:00 Uhr)
Wetter: bewölkt, 13°, 2 Bft. O

Ausnahmsweise habe ich eine unruhige Nacht hinter mir. Die Angst, die Fähre rüber zu den Westfjorden zu verpassen, ist eine Sache, dass in der Nacht der Wind zwischenzeitlich dreht und intensiver das Zelt flattern lässt, eine andere. Hätte ich wohl doch besser alle Heringe und Leinen zum Abspannen verwendet. Schlaftrunken wie ich jedoch bin und kuschelig warm wie es im Schlafsack ist, verzichte ich darauf, noch einmal an die frische Luft zu kriechen sowie auf dem Boden herum zu hämmern und belasse es bei der Geräuschkulisse. Hoffe, dass meine Nachbarn mich dafür nicht lynchen. Aber vielleicht sieht es bei denen ja auch nicht besser aus.
Vor der Fähre bin ich der erste. Trotz Frühstück bin ich viel zu früh dort. Erst eine Viertelstunde vor dem Ablegen lässt man die Fahrzeuge über die Rampe rollen. Auf meine Frage an den Lademeister, ob ich mein Rad festzurren soll, bekomme ich zu hören, dass ich mir die Mühe sparen kann. Es wird eine ruhige Überfahrt werden, und der Mann behält recht. Bei diesiger Sicht wirken die Felsen im Fjord geradezu mystisch. Kurzer Halt an der Insel Flatey, wo die einen Vogelkundler das Boot verlassen, andere hinzu steigen. Fahrzeuge wechseln keine. Würde sich wohl auch schwieriger gestalten, eine Rampe ist nirgends zu entdecken.
Die Fahrtzeit ist mit zweieinhalb Stunden angegeben, die knapp zwanzig Minuten für das An-/Ablegen und Warten auf Flatey kommen wohl noch hinzu, denn es ist fast 12:00 Uhr, als ich aus eigener Kraft wieder in Bewegung bin. Die ersten 30 Kilometer entlang der Küste der Westfjorde fliegen nahezu dahin. Leichter Rückenwind macht es möglich. Landschaftlich unterscheidet sich zunächst nichts von dem, was ich bislang von Island gesehen habe. Stein gesäte Hänge, wo keine Weiden existieren, nur karges Moos und auf der anderen Straßenseite das Meer, gelegentlich gesäumt von Sandstränden. Nach 30 Kilometern knickt die Straße ab in das Inland und zieht sich ein auslaufendes Tal hinauf. Auf 400 Meter Höhe. Über eine Stunde bin ich für die fünf Kilometer unterwegs. Als ich auf dem Pass ankomme, könnte ich in den Bach oder Fluss eintauchen, der talwärts strömt. Eine Viertelstunde später ist mir ganz anders zumute. Ein Hot-Pot wäre jetzt das Richtige. 40° warm. Der Sinneswandel geht mit der Abfahrt einher. Sechs Kilometer lang ist sie. Ich versuche, die Geschwindigkeit auf 40 km/h zu beschränken. Am Ende glühen wahrscheinlich die Bremsen, während ich mir halb erfroren vorkomme. Das Tempo sprengt die Eigenschaften der Jacke, den Wind abzuhalten. Die Verdunstungskälte der pitschnassen Kleidung auf der Haut trägt ein Übriges dazu bei, kein Wohlbefinden aufkommen zu lassen. Das stellt sich erst langsam wieder ein, nachdem ich auf dem Campingplatz unter der Dusche stehe. Diesmal überdacht, in geschlossenem Raum.
Im Aufenthaltsraum hingegen sorgen Gespräche mit anderen Radlern und Reisenden dafür, dass es mir heiß und kalt den Rücken runter läuft. Ein Abstecher nach Latrabjarg, der westlichste Zipfel der Westfjorde, würde mich auf Armlänge an Puffins, also Papageientaucher, heranführen, während der Weg, den ich mir Richtung Dynjandifoss ausgesucht habe, sich in einem äußerst schlechten Zustand befinden soll. Nichts für Radler. Matschig, tiefe Schlaglöcher, sehr steil. Mal schauen, was mir über Nacht dazu einfällt.



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Mit dem Rad von Köln nach Formentera - es geht auch anders ...




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