Reisetagebuch

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Bilder

2016-06-15

46. Tag: 39 Kilometer (Gesamt: 2969); 307 Höhenmeter; 206 Meter max. Höhe
Strecke: Korpudalur (10:00) – Bolungarvík (20:15)
Wetter: leicht bewölkt/sonnig, 13°, 3 Bft. NO

Halbzeit. Nicht irgendeiner EM-Partie, sondern die der Reise – sofern alles nach Plan verläuft. Was Island anbelangt, so ist die Hälfte der Zeit ebenso wenig erreicht wie die Anzahl der ursprünglich ins Auge gefassten Kilometer, wobei letzteres an Bedeutung verliert hat. Die Erlebnisse zählen. Und dabei habe ich meinen Spaß, nicht zuletzt aufgrund der Gesellschaft Gleichgesinnter, wie dieser Tage Caroline und Sandy. Erneut brechen wir an diesem Morgen gemeinsam auf, verlassen unsere wilde Wiese, auf der wir abseits der Straße eine herrlich ruhige Nacht verbrachten, bis die Sonne es im Zelt warm werden ließ, holpern die fünf Kilometer zurück auf den Asphalt und bringen nach knapp 200 Meter den nächsten Hügel hinauf auch die sechs Kilometer durch den Tunnel hinter uns, in dessen Mitte ein weiterer abzweigt. Zurück am Tageslicht folgt am Fuße eines Skiliftes, im Sommer natürlich nicht in Betrieb, eine Pause, in der abermals viel gelacht und herum geblödelt wird. Danach geht es den verbleibenden Hang hinunter nach Ísafjörður mit dem nächsten Abenteuer vor Augen. Eine Tour im Kajak auf dem Fjord. Meine beiden Begleiter haben irgendwo eine Empfehlung aufgeschnappt, dass wir uns an Anja halten sollten. Eine Meeresbiologin, die uns nicht nur erzählen kann, wie 'rum man das Paddel hält, sondern sich auch hinsichtlich der Natur im feuchten Element auskennt. In der Touristeninformation wird der Kontakt angebahnt, außerdem erfahren wir, dass der gut 2000 Einwohner zählende Ort gelegentlich von Kreuzfahrtschiffen angelaufen wird, die mehr als doppelt so viele Besucher auf einen Schlag ausspuckt. Auch wenn wir uns als Low-Budget Reisende zu erkennen geben, der junge Mann in dem Büro hilft uns freundlich weiter und gibt uns zu verstehen, dass wir durchaus gern gesehene Gäste sind. Gut, legt man den Betrag zugrunde, den wir im Ort für unser Vergnügen lassen, so ist es möglicherweise doch mehr, als mancher Kreuzfahrer dort ausgibt, aber immerhin werden wir für die 15.000 ISK pro Person fast fünf Stunden lang hervorragend unterhalten. Um den Hafen herum geht es einmal quer über das Wasser, wir erfahren, dass das Abwasser des Ortes ungeklärt in das Meer gelangt, dass es in den Fischfarmen für die Tiere nicht großartig anders zugeht als in anderen Massentierhaltungen, dass man bei längeren Ausflügen auf dem Wasser Glück haben kann, bis auf wenige Meter an Wale heran zu kommen, müssen uns aber mit einem Seehund zufrieden geben, der ein Stück weit vor uns den Kopf aus dem Wasser reckt.
Nachdem das Wasser kräftig umgerührt ist, keiner von uns ausprobieren musste, wie man die Spritzdecke des Seekajaks Hals über Kopf öffnet und wir uns frisch geduscht vom Team der Wassersportstation verabschieden, werden entlang der Küste auf Asphalt noch einmal ein paar Kilometer zurück gelegt. Diesmal ist das Ziel der Camping von Bolungarvík. Caroline hat sich in den Kopf gesetzt, die Mitternachtssonne zu beobachten. Obwohl mich dieses Ereignis weniger reizt, ich ziehe mit, liegt der Ort immerhin auf meiner Route. Von dort aus soll bei klarem Himmel kein Berg im Wege stehen, was für die nächsten Tage die letzte Gelegenheit sein sollte. Nicht, dass mit Verschiebungen des Gesteins zu rechnen ist, aber behält die Wettervorhersage recht, so war es das einstweilen mit strahlend blauem Himmel. Die Zeltwiese selbst ist zwar kein idealer Standpunkt für Observationen, ist man hingegen bereit, den warmen Schlafsack zu verlassen, ein paar Kilometer zum Leuchtturm zurück zu radeln, dann könnte es etwas werden, die Sonne kurz nach dem Untergang wieder aufgehen zu sehen. Vorsorglich weise ich Caroline noch darauf hin, dass, sollte die Sonne nicht komplett rund erscheinen, sie vielleicht auf den Erdtrabanten fixiert ist. Sie reagiert mit aufgesetzter Empörung, Sandy und ich lachen. An sich schade, dass sich unsere Wege aller Voraussicht nach am nächsten Tag trennen werden. Nun denn – ich werde sehen beziehungsweise hören, was aus ihrer Unternehmung geworden ist. Interessanter für mich ist fast die Begegnung mit anderen Gästen des Campingplatzes, die ich bereits in Þingeyri als Nachbarn hatte. Herbert und Emma, ein Ehepaar aus Osnabrück. Sie lassen für Sandy und mich eine andere Sonne aufgehen, die für Caroline bedeutungslos ist – ein Feierabendbier, aus Deutschland hierher transportiert, garniert mit Urlaubsanekdoten.



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