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Reisetagebuch

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Bilder

2016-06-22

53. Tag: 60 Kilometer (Gesamt: 3450); 340 Höhenmeter; 190 Meter max. Höhe
Strecke: Vesturhópsvatn (11:00) – Blönduós (18:00)
Wetter: unterschiedlich bewölkt, 12°, 3 Bft. N

Der Tag startet grau, der Himmel ist Wolken verhangen. Passt gar nicht zu meiner Laune. Fühle mich blendend. Die Ruhe, allein am See. Rumorte in der Nacht noch irgendwo ein Bagger oder Trecker, so sind es am Morgen nur die Vögel, die zwitschern, rollen, tschiepen oder dieses seltsame Geräusch mit ihrem Flügelschlag verursachen. Alles nichts, was mich stört. Eher schön anzusehen, wie sie da am Ufer stehen, baden, auf und davon fliegen. Beim Frühstück stellt sich die Erkenntnis ein, dass es genau diese Stille sein muss, die mich verzückt. Muss plötzlich an den Nazi denken, dem ich vor einigen Tagen im Süden begegnete. Seine Worte, dass die Menschen hier dumm und einfältig seien, sich hinter deren Rücken über die Touristen lustig machen. Auch wenn ich letzteres weder pauschal ausschließen wollte, noch sonderlich verwerflich fände, macht man sich dann auf den Weg, und bringt, ohne darüber gesprochen zu haben, eine Flasche Wasser vorbei? Irgendwie bedauere ich den Nazi. Welch armseliges Leben, in seiner Denke so eingeschränkt zu sein.
So schön meinen Übernachtungsplatz finde, ich will weiter, jedoch ohne Eile. Greife zur Mundharmonika, bringe noch ein paar stümperhafte Töne hervor, erfreue mich aber daran. Hört mich ja sonst keiner. Glaube ich zumindest.
Als ich zusammenpacke, trudeln die ersten Fischer ein. Der erste ist schnell mit seinem Boot auf dem See, der zweite ist der, den ich am Vorabend ansprach und der mir das Wasser brachte. Grüßt zu mir herüber und fragt: „Iceland, nice?“ Ich bilde mir ein, ein breites Grinsen steht mir Gesicht geschrieben. „Yeap!“ Recke ihm den nach oben gestreckten Daumen entgegen.
Nach einer knappen Stunde über staubige Pisten bin ich zurück auf der 1. Hier gefällt mir Island nur noch halb so gut. Zu viel Verkehr, zu viele, die es zu eilig haben, zu viele, die zu rücksichtslos fahren. Zwar ist sie nicht zu vergleichen mit einer deutschen Autobahn oder der spanischen N340, doch in Relation zu anderen Straßen des Landes ist sie stark frequentiert. Wo ich andernorts Minuten lang die Straße für mich alleine habe, sind es hier nur Sekunden. Nach weiteren zwei Stunden beziehungsweise 25 Kilometern bietet sich die Gelegenheit, die Ringstraße abermals zu umfahren. 20 Kilometer Umweg, die jedoch gut investiert sind. Schlagartig wird es ruhig, auf den 27 Kilometern begegne ich maximal einem Dutzend Autos. Zwischendurch abermals Asphalt statt Schotter, langgestreckt geht es einen Hügel hoch, dann in ein Tal hinunter. Bei strahlend blauem Himmel ein herrliches Panorama: Berge, Seen, Flüsse – es wirkt nahezu alpin, um andere Verkehrsteilnehmer brauche ich mich so gut wie nicht zu kümmern.
Blönduós erreiche ich, ohne ein weiteres Mal auf die 1 zu müssen. Dem Verpflegungsstopp am Supermarkt folgt der Weg zum Geldautomaten, ein wenig Smalltalk mit einem anderen deutschen Radler, der die Insel in Gegenrichtung umrundet. Welche Ecken sind einen Abstecher wert, welche weniger, dann geht es für mich rüber zum Campingplatz. Hätte ebenso einen anderen nehmen können, klang dann aber doch etwas verworren und lag nicht direkt auf dem Weg. Während der Unterhaltung mit dem anderen Pedalisten zeigte ein Isländer Interesse für mein Fahrzeug. Ich ließ ihn eine Runde drehen, er lud mich daraufhin ein, auf seiner Zeltwiese kostenlos zu übernachten. Die Möglichkeit des Duschens sei aber nicht gegeben, dafür müsse ich dann ein paar Kronen zahlen. Die andere Alternative zählt jedoch auch zu den preiswerteren, beinhaltet die Nutzung der Duschen und weist sogar Steckdosen und Spiegel an den Waschbecken auf. Das erste Mal seit Tagen. Und so kommt es, das auch die Haarschneidemaschine nicht umsonst ihr Dasein im Gepäck fristet. Einzig kleiner Haken dabei: als ich aus dem Bad komme, ist von Sonne sowie blauem Himmel nichts mehr zu sehen und die Wäschespinne voll behängt.



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Mit dem Rad von Köln nach Formentera - es geht auch anders ...




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