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Reisetagebuch

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Bilder

2016-06-24

55. Tag: 68 Kilometer (Gesamt: 3577); 476 Höhenmeter; 211 Meter max. Höhe
Strecke: Nähe Skagatáarviti (10:15) – Sauðárkrókur (19:00)
Wetter: unterschiedlich bewölkt, 15°, 5 Bft. W

Das erste Mal reißt mich der Wecker um kurz nach 01:00 Uhr aus dem Schlaf. Mitternachtssonne anschauen. Wie schon vor dem Öffnen des Zeltes festzustellen ist, hat sich der Wind gedreht. Kommt nun aus Südwest anstatt Nordost. Nicht ganz ohne Grund sollte man das Zelt mit dem Eingang der Wind abgewandten Seite hinstellen. Hatte ich auch gemacht. Nun aber flattert das Zelt bedeutend mehr. Außerdem habe ich den Wind auf dem Eingang. Macht das Zelt fast zu einem Segel, sobald man die Reißverschlüsse öffnet. Hätte ich das eher gewusst, ich hätte meine schöne warme, behagliche Hütte für das Schauspiel gar nicht verlassen müssen. So aber zeigt ein Blick aus der Behausung – könnte sich lohnen. Der Himmel ist nicht komplett Wolken verhangen. Also Jacke über, in die Schuhe schlüpfen und raus in den Sturm, der mich fast um bläst.
Die Sonne steht knapp über dem Horizont. Zumindest scheint es so. Ein leichter Dunstschleier verhindert die klare Sicht. Könnte auch sein, dass sich die Sonne nur in den Wolken spiegelt. Eine gute Viertelstunde lang schaue ich mir das Geschehen an, stelle aber so gut wie keine Veränderung fest, außer, dass es mir kälter wird. So ähnlich hatte ich mir das vorgestellt. Zumindest muss ich mir nicht nachsagen lassen, es nicht wenigstens versucht zu haben, dieses Naturspektakel zu verfolgen.
Der anschließende Schlaf ist unruhig. Nahezu im Stundenrhythmus werde ich vom Schlagen des Zelttuchs wach. Gegen 06:00 Uhr ziehe ich bereits in Erwägung, aufzustehen, entscheide mich dann aber doch anders. Der Wind könnte ja nachlassen, wenn ich noch warte. Tut er nur leider nicht. Um 08:00 Uhr gebe ich mich geschlagen, stehe auf. Beziehungsweise erledige bei geschlossenem Reißverschluss, was zu erledigen ist. Frühstücken, Zähne putzen, Waschen sowie die üblichen Handgriffe, die Ausrüstung in den Packsäcken zu verstauen. Dann startet das eigentliche Abenteuer. Verlustfreies Zelt abbauen und Taschen packen. Gebe ich mir sonst Mühe, meine Behausung einigermaßen ordentlich zusammen zu rollen, so gewinne ich damit an diesem Morgen keinen Preis. Bin froh, dass es so funktioniert, wie ich es mir überlegt hatte. Ein, zwei Heringe im Boden lassen, dass nichts weg fliegen kann, in den Packsack knüllen und Vorkehrungen treffen, dass sich zwischenzeitlich die Zeltunterlage beziehungsweise LKW-Plane nicht selbstständig macht. Gelingt mir mit Hilfe des Seils, das sonst als Wäscheleine zum Einsatz kommt. Irgendwo wird eine Schlaufe gelegt, das andere Ende mit dem Karabinerhaken am Rad befestigt. Letztendlich bin ich schneller fertig, als erwartet, womit ich mich mit der nächsten Herausforderung konfrontiert sehe. Radeln im Sturm. Die ersten zehn Kilometer gehen noch, danach wird es mühsam. Auch wenn Windstärke sowie -richtung unverändert bleiben, was ihn gut beziehungsweise schlecht macht ist meine Fahrtrichtung. Am einen oder anderen Anstieg habe ich Glück, da leistet er Anschub, auf dem Weg Richtung Süden hingegen bremst er mich aus. Fast 50 Kilometer Schotterpiste geben mir den Rest. Um 17:00 Uhr ist die Strecke bewältigt. Laut Navi bin ich über fünf Stunden in Bewegung. Eine Ruhepause, ein Spatengang, diverse Fotostopps, sonst nur Kurbeln. Sähe ich nicht den Hauch einer Chance, den Campingplatz in Sauðárkrókur zu erreichen, ich würde aufgeben. Das Problem nur: diese Ecke Islands ist nur halb so wasserreich, wie sie sein sollte. Zwischendurch steuerte ich ein Haus an, um meine Flaschen zu füllen. Das Wasser in den Seen und Bächen, die auf dem Weg lagen, erschien mir zu sehr durch Schafe und Vögel verunreinigt, als dass ich unbekümmert daraus hätte schöpfen mögen.
Die letzten 16 Kilometer auf Asphalt sind hingegen unerwartet leicht zurück gelegt. Beim Anstieg von 70 auf 210 Meter Höhe unterstützt abermals der Wind, das anschließende Gefälle hinunter ans Meer zieht sich, dann erwartet mich ein Supermarkt mit Salatbuffet. Ist zwar um kurz vor 19:00 Uhr schon einigermaßen geräumt, ich finde aber dennoch Reste, die Abwechselung in meinen Speiseplan bringen. Auf dem ziemlich überfüllten Campingplatz schlage ich meine Herberge neben der eines amerikanischen Radlers auf. Wir quatschen nett miteinander, ich erfahre von ihm, dass die Hochlandpiste, die ich fahren wollte, die 35 beziehungsweise Kjölur, mittlerweile freigegeben ist und erfahre ein paar Details. Als das Zelt steht, wechselt mein Interesse jedoch. Eine Dusche muss her. Und wenn möglich ein Hot-Pot. Beides bietet sich nebenan, im Schwimmbad, nur muss ich mich sputen. Um 21:00 Uhr wird geschlossen. Ich komme jedoch ausreichend zu meinem Vergnügen, dann ist die Wäsche dran. Auch wenn der Himmel wenig Aussichten auf Erfolg verspricht, dass etwas trocknet. Noch vor dem Essen ist schließlich Ute an der Reihe. So wie sie freue auch ich mich, ihre Stimme zu hören, danach das Übliche, bis gegen Mitternacht diese Zeilen getippt sind und das Zelt wieder beginnt, im Wind zu flattern. Dazu kommt jedoch diesmal das Aufschlagen von Regentropfen.



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Mit dem Rad von Köln nach Formentera - es geht auch anders ...




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