Reisetagebuch

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Bilder

2016-06-29

60. Tag: 58 Kilometer (Gesamt: 3866); 513 Höhenmeter; 352 Meter max. Höhe
Strecke: Goðafoss (10:45) – Reykjahlíð/Myvatn (19:45)
Wetter: unterschiedlich bewölkt, zum Spätnachmittag hin zeitweise Regen, 12°, 4 Bft. W

Welch Überraschung an diesem Morgen. Blaue Löcher am Himmel, wärmende Strahlen der Sonne kommen durch. Ich reiße alle im Zelt alle Luken auf, sehe zu, dass die klammen Jacken und die Hose auf die Leine kommt. Als ich gefrühstückt habe und im Zelt alles gepackt ist, beginnt ein Wettlauf mit der Zeit. Dunkle Wolken ziehen heran. Das Glück bleibt mir treu – in doppelter Hinsicht. Zum einen bekomme ich das Zelt trocken abgebaut, zum anderen verziehen sich die Regenwolken, ohne einen Tropfen abzugeben. Statt dessen erwischt es mich auf andere Art und Weise.
Ich habe gerade die Zeltwiese hinter mir gelassen und rolle über den Parkplatz vor der Tankstelle, um noch ein paar Bilder vom Goðafoss mit nicht gar so verhangenem Himmel zu schießen, da spricht mich jemand an. Baseballkappe auf, Holzfällerhemd und Jeans an. Ob ich wüsste, dass mein Hinterreifen platt ist. Na super! War nicht genau das meine Befürchtung am Vortag. Ursache des Plattens nicht gefunden – nächste Reifenpanne vorprogrammiert. Nein, so entgegne ich dem netten Herrn, der sich als Chauffeur eines Superjeeps herausstellt. Ein Isländer, der einer deutschen Reisegruppe in sechs Tagen sein Land näher bringt. Wir quatschen ein wenig, nun in meiner Muttersprache statt auf Englisch, dann beginnt das bereits bekannte Spiel – Taschen runter, Hinterrad ausbauen, Mantel abziehen, Schlauch raus, aufpumpen, Loch suchen. Das verwirrende nur: es findet sich keines. Weder auf der Lauf- noch auf der Felgenseite, ebenso wenig wie auf den Flanken. Auf der Suche nach einem Behälter mit Wasser erhalte ich Unterstützung von einer der Damen hinter der Kasse des Ladens, vor dem ich stehe. Die einzige Stelle, an der Luftblasen aufsteigen, ist am Ventil. Ich drehe es kräftiger zu, da entweichen keine mehr. Sollte es das gewesen sein?
Eine gute Stunde ist 'rum, als ich auf den Goðafoss zusteuere. Hatte ich mir irgendwie anders vorgestellt, das Timing, doch damit nicht genug, wenngleich weniger unangenehm. Am Wasserfall steht ein Radler aus Dresden, fotografiert. Ich frage, ob er ein Bild von sich mit der Sehenswürdigkeit im Rücken haben will. Ja, gerne, aber dann auch mit Ukulele. Das Instrument wird ausgepackt, ein paar Seiten gezupft, das Bild ist im Kasten, ein Wort ergibt das andere, bis ich auf der Straße bin, ist es 12:45 Uhr. Und der erste Anstieg liegt direkt vor mir. Von 115 Meter rauf auf 275. Vier Kilometer. Macht bei etwa 5 km/h vierzig Minuten. Die gleiche Strecke abwärts ist in sieben Minuten zurück gelegt. 35 km/h, gebremst. Das zügige Vorankommen hält jedoch nicht lange an. Der Wind steht mir auf der Brust und auch in diesem Tal endet rasch mit einem Hügel, den es zu erklimmen gilt. Diesmal von 50 auf 350 Meter. Sieht zwar alles nett aus, entlang der Straße, zieht sich aber. Das Schleichtempo hat jedoch seine Vorzüge. Nicht nur ich bin länger in der Sonne, auch die Kamera, die vor dem Wasserfall weiterhin zickte. Die Wärme, der Gegenwind sowie der geringe Fahrtwind kommen ihr aber zugute. Noch im Verlauf des Hügels erweckt sie wieder zu alter Funktionstüchtigkeit.
Die folgende Talfahrt beschränkt sich auf 100 Meter. Auf circa 270 Meter Höhe liegt der 10 Kilometer lange See, an dessen anderem Ufer der nächste Campingplatz liegen sollte. Der Myvatn, zu deutsch: Mückensee. Am Fuße einiger Vulkane liegt er von erkalteter Lava umgeben, die teils skurrile Formen angenommen hat. Ich verlasse die 1 und wähle den Weg entlang des südlichen Ufers. Vorbei an den Pseudokratern, die zwar wie welche aussehen, jedoch keine sind, spaziere einen zweieinhalb Kilometer langen Wanderweg auf der Halbinsel Kálfaströnd und ebenso eine kurze Runde durch Dimmuborgir, wo ich weniger auf Trolle stoße als das mich ein Regenschauer erwischt, bevor am nordöstlichen Ufer die Tagesetappe endet, ohne das ich auf das Moskitonetz für den Kopf zurückgreifen muss. Ein paar Viecher bekomme ich zwar während der Fahrt ab, so viele sind es aber letzten Endes doch nicht, und stechen tun sie auch nicht. Sollten welche im Rachen gelandet sein, so sind die Tierchen geschmacksneutral und absolut nicht sättigend. Neben einer warmen Dusche ist eine ebensolche Mahlzeit nämlich das dringlichste Verlangen am Abend.



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Mit dem Rad von Köln nach Formentera - es geht auch anders ...




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