Reisetagebuch

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Bilder

2018-07-15

3. Tag: 56 Kilometer (Gesamt: 166); 362 Höhenmeter; 221 Meter max. Höhe
Strecke: Kongsberg (10:45) – Nähe Rollag (21:00)
Wetter: sonnig, 28°

Kann man sich selbst beneiden? Wäre es möglich, ich würde es tun. Die Tour bleibt wunderschön. Auch wenn sich zu den voran gegangenen Kilometern nur wenig ändert – es darf gerne noch eine Weile so weitergehen. Angenehm ist, dass es im Gegensatz zum Vortag weniger hügelig ist. Es bleibt eine Berg- und Talfahrt, doch es sind deutlich seltener steilere Anstiege zu bezwingen. Zum Eingewöhnen vielleicht nicht das Verkehrteste.
Das Landschaftsbild ändert sich ebenfalls nur marginal. Neu ist, dass sich in Richtung Westen baumlose Gipfel breit machen. Wegweiser am Straßenrand weisen sie als Blefjell, Sørkjefjell und Uverudfjell aus. Hochebenen, die auf über 1.000 Meter über Meeresniveau liegen. Wir bewegen uns etwa 800 Meter tiefer. Noch.
Nichts Neues auch hinsichtlich der Streckenführung. Wir bleiben auf nur schwach frequentierten Wegen, lediglich auf den letzten zehn Kilometern ist etwas mehr los. Die Autofahrer bleiben aber rücksichtsvoll, überholen nur, wenn die Situation es zulässt, und halten dabei gebührenden Abstand.
Das Wetter? Es bleibt untypisch. Der Wind erleichtert und das Vorankommen, am Himmel gibt es nur ein paar vereinzelte Wölkchen, darüber hinaus strahlt die Sonne. Einar, unser Warmshowers Gastgeber, vor dessen Tür unser Wagen steht, hatte uns bereits vorgewarnt. Dieses Jahr wäre ein Jahrhundertsommer. Der schönste seit 70 Jahren. An den letzten kann er sich nicht erinnern. Da kam er zur Welt. Diesmal beehren wir das Land. Dem Anschein nach orientiert sich das Wetter an großen Ereignissen. Uns ist es recht. Es darf gerne noch mindestens drei Wochen lang so bleiben. Selbst ein polnisches Wandererpärchen am Vortag war begeistert. Sie kamen mit großen Rucksäcken auf den Schultern dorther, wo es uns hin zieht. Aus der Hardangervidda. Auch dort sei es kaum kühler gewesen. Die beiden strahlten und waren begeistert. Eine großartige Landschaft, erst recht bei blauem Himmel.
Einstweilen geben wir uns mit dem zufrieden, was die Natur in tieferen Gefilden für uns parat hält: eine Pause im Wald an einem kleinen See, ein paar Blaubeeren, oder sind es Moltebeeren, die am Boden wachsen, sowie die Panoramen im Flusstal. Der ersten Rast folgt anderthalb Stunden später eine Siesta am Numedal Kro, einem verwaisten Campingplatz vor einer beeindruckenden Felswand am anderen Flussufer. Als wir nach zehn Kilometern die nächste idyllische Zeltwiese vor uns haben, geraten wir in einen Gewissenskonflikt: hier bleiben oder noch die 15 Kilometer weiter, wo sich erneut eine Gelegenheit zum Nächtigen bieten sollte. An mangelnder Kraft sollte es nicht liegen. Andererseits hat der Platz vor uns etwas, was voran gegangene nicht hatten: eine Stelle, von der aus man in den Fluss kommt. Wir entscheiden uns für Bleiben. Es ist Sonntag, der voran gegangene Tag steckt uns noch ein wenig in den Beinen und Ute hat Urlaub. Außerdem – die Aussicht auf ein Bad in den Fluten ist zu verlockend. Wie oft sich uns eine derartige Gelegenheit noch bieten soll – wir wissen es nicht.
Kaum steht die Behausung, schlüpfen wir in die Badesachen. Was folgt ist in der Tat ein Erlebnis. Wir wagen uns bis zu den Oberschenkeln in die Strömung, dann tauche ich ein paar mal unter. Vitalisierend trifft das Empfinden wohl am besten. Klingt nicht negativ. Ansonsten ist es schon empfindlich frisch. Bei anderer Gelegenheit schreckte ich auch nicht davor zurück, es kalt zu nennen. Oder eisig. Ohne nachzumessen tippe ich auf zwei Zentimeter. Vielleicht auch drei. Doch egal, verschwitzt vom Radeln, mit dem bewaldeten Hügel im Hintergrund und der kleinen Insel neben mir fühlt sich das klare Nass einfach nur gut an. Dass anschließend die Dusche kaum wärmer ist, weil ich keine Münzen für einen entsprechenden Automaten parat habe, es zum Abendessen Tütennudeln gibt und viel zu häufig Autos auf der Straße vorbei fahren – für den Moment will ich mit nichts und niemandem tauschen und auch Ute macht einen nicht unzufriedenen Eindruck …



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