Reisetagebuch

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Bilder

2018-07-19

7. Tag: 57 Kilometer (Gesamt: 380); 600 Höhenmeter; 1339 Meter max. Höhe
Strecke: Finse (09:00) – Flåm (19:00)
Wetter: sonnig, 23°

Der Tag zum Ende der ersten Woche hat das Potential, das Highlight der Reise zu werden. Die Entscheidung, den voran gegangenen in Finse enden zu lassen, war goldrichtig. Zwar beginnt der Donnerstag noch einigermaßen verhalten, steigert sich aber rasch. Aus Kostengründen verzichten wir auf das Frühstück im Hostel, räumen unsere Siebensachen und schaffen es sogar, auch die im Trockenraum aufgehängten Klamotten nicht zu vergessen. Als wir uns in die Sättel schwingen, zeigt das Thermometer vor unserer Unterkunft 15°. Die empfundene Temperatur wird mit neun Grad beziffert. Kann hinkommen. Halbwegs windfest eingehüllt fühlen wir uns jedenfalls nicht overdressed.
Je länger wir radeln, desto mehr erstrahlt der Eisschild des Hardanger Gletschers unter blauem Himmel. Nach einer guten Stunde lässt es sich auch gut ohne Bewegung aushalten. Zeit für das Frühstück. An sich nichts überraschend Neues. Müsli, Kakao oder Trinkschokolade, eine Tasse Tee. Anders als sonst hingegen der Ort des Geschehens: eine Steinplatte am Wegesrand, mit Blick über ein paar Seen, höher gelegene, weiße Gipfel und die staubig, steinige Piste vor uns, auf der ein Radler nach dem anderen vorbei rumpelt. So gut wie alle in der gleichen Richtung, in der wir unterwegs sind. Wanderer sind kaum unterwegs. Dass wir erst sieben Kilometer weit gekommen sind? Kein großes Wunder. Der Untergrund lässt mit den Packtaschen keine größeren Geschwindigkeiten zu, hinzu kommen immer wieder kürzere, gerne auch steilere Anstiege, dazu unzählige Fotostopps. Es vergehen kaum 500 Meter, auf denen wir nicht mindestens einmal auf den Auslöser drücken. Die Landschaft ist unglaublich. Hier steingesäte Hochebene, dort schneebedeckte Hänge, viel Wasser, Grün in unterschiedlichsten Tönen. Auch frisch gestärkt verliert die Gegend nicht an Charme. Wiederholte Male überholen wir die gleichen Gesichter beziehungsweise ziehen diese an uns vorbei. Andere sind ebenso fasziniert wie wir von dem was uns umgibt.
Je weiter wir in unserem Schneckentempo voran kommen, desto übler wird die Strecke. Häufig versuchen wir, unsere Gefährte auf faustgroßem, losen Gestein in der Spur zu halten, zweimal rollen wir durch ein kurzes, verbliebenes Schneefeld über dem Weg, immer wieder geht es über kleinere Brücken, wenn Wassermassen die Fahrbahn kreuzen.
Nach etwa zehn Kilometern ist der höchste Punkt überschritten, doch es dauert noch gute 30 Kilometer, bevor wir die Räder ungebremst laufen lassen können. Kurz zuvor gerät das Adrenalin richtig in Wallung: auf knapp zwei Kilometern geht es in 20 Kehren hinunter von über 800 Metern auf 550 Meter Höhe – begleitet von tosenden Wassermassen. Doch auch unterhalb der Baumgrenze bleibt es atemberaubend. Irgendwo stürzt immer Wasser, mal im freien Fall, mal über den Fels, im Tal strömt es gewaltig und steil empor ragende Wände zeigen uns, wie klein wir sind.
Interessant ebenso eine Begegnung. Ein älteres Pärchen hat die gleichen orange farbenen Taschen wie wir. Die beiden kommen uns entgegen und wir plaudern gefühlt eine gute halbe Stunde. Petra und Mathias kommen aus Dresden, sind jedoch nur selten dort anzutreffen. Im Februar kurbelten sie in Indien und Nepal, für den nächsten Winter steht Neuseeland auf der Wunschliste, Marokko, Südamerika sowie der Kaukasus wurden bereits unter die Räder genommen.
Kontrastprogramm dann in Flåm. Der Fjord ist noch nicht zu sehen, da blicken wir auf ein Kreuzfahrtschiff. Wie hoch es ist? Keine Ahnung. Egal. Es hat zahlreiche Decks. Ein zweites liegt weiter draußen, im Ort geht es zu wie auf dem Rummelplatz. Es wimmelt nur so von Menschen, ein Souvenirladen reiht sich an den nächsten und Pläne werden verworfen. An sich wollten wir mit der Bahn zurück nach Myrdal, zu dem Ort, von dem aus es steil in Serpentinen hinab ging, doch die Waggons zur Fahrradmitnahme sind bis Ende des Monats ausgebucht. An diesem Tag überfluten 5.000 Gäste den Ort, für den nächsten erwartet man „nur“ 1.800, und ein Ausflug in das Fjell steht hoch im Kurs. Nachvollziehbar ist es. Entsprechend heißt es für uns: umdisponieren und schauen, was das Land als nächstes für uns bereit hält.



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