Reisetagebuch

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Bilder

2018-07-20

8. Tag: 50 Kilometer (Gesamt: 430); 881 Höhenmeter; 384 Meter max. Höhe
Strecke: Flåm (08:30) – Voss (18:30)
Wetter: sonnig, 23°

Leicht anders als geplant starten wir in den Tag. Die acht Uhr Fähre ist uns zu früh, die um elf zu spät, bleibt die um neun. Um im Zweifelsfall nicht mit einem Ticket in der Hand dem Boot hinterherzuschauen, löse ich unsere Fahrkarte unmittelbar vor dem Ablegen. Mit ihrer Prognose lagen der Herr hinter dem Schalter der Touristeninformation sowie ein Besatzungsmitglied am Vortag richtig – so früh am Morgen geht es noch ruhig zu, die meisten Gäste sitzen noch beim Frühstück.
Am Hafen sieht es aus wie tags zuvor: ein riesiges Kreuzfahrtschiff liegt im Hafen, ein zweites, etwas kleineres, im Fjord. Der Kahn, den wir besteigen, wirkt dagegen wie ein Nussschale. Die Fahrräder an Bord unterzubringen ist unproblematisch, weitere Reisende fänden auch noch Platz. Laut Ticketschalter hätten 222 weitere Passagiere mitfahren können, so aber ist es kein Problem, einen Platz an der Reling oder im Salon zu finden.
Blicken wir gespannt auf die an uns vorbei ziehenden Felswände, so ist Fahrt für den Kapitän alltägliche Routine. Mal lässt er das Schiff langsam auf einen Hang zugleiten, auf dem eine Ziegenherde residiert, andere Male wiederholt er das Prozedere vor einem Wasserfall, einem Stein, auf dem sich Robben sonnen oder kleinen Siedlungen, die am Fjord liegen. Der Himmel strahlt einmal mehr blau, einige Gipfel werfen zu der frühen Stunde jedoch noch tiefe Schatten auf das Wasser und im Fahrtwind ist es empfindlich frisch. Nach gut anderthalb Stunden ist Gudvangen erreicht. Der Ort ist ein wenig kleiner als Flåm, liegt eine Fjordverästelung weiter westlich und auf dem Seeweg gute 35 Kilometer entfernt. Um kurz nach elf haben wir wieder festen Boden unter den Rädern. Die Strecke ähnelt der, die wir zuletzt in Richtung des vorherigen Meeresarmes durchfuhren. Rechts und links ragen anderthalbtausend Meter hohe Gesteinswände empor, dazwischen rauscht ein Fluss, nebenan verläuft die Straße.
Rollen wir auf den ersten Metern noch verhältnismäßig mühelos dahin, ändert sich dies nach zehn Kilometern schlagartig. Führt die Straße für Autos durch einen Tunnel durch den nächsten Fels hindurch, weist ein Schild für Fußgänger und Radler nach links ab. Da die Einfahrt in die Röhre gestattet erscheint, immerhin verbietet kein Verkehrszeichen derartiges, spielen wir mit dem Gedanken, es uns leicht zu machen. Die Einfahrt ist noch nicht erreicht, da weißt uns ein Autofahrer energisch und aufgeregt darauf hin, dass wir gefälligst von unserem Vorhaben abzusehen hätten. Aus einem zweiten Seitenfenster klingt es gleichartig und auch ein LKW-Fahrer hinter uns lässt keine Zweifel aufkommen – der Tunnel ist motorisierten Verkehrsteilnehmern vorbehalten. Motorradfahrer auf einem Rastplatz vor der Ausweichstrecke bestätigen dies, scheinen aber amüsiert, was uns bevor steht. Es folge ein steiler Anstieg. Ein sehr steiler. Eine Kurve später bekommen wir es zu spüren. Anderthalb Kilometer lang. Anschließend befinden wir uns knapp 250 Meter höher und können uns kaum noch auf den Beinen halten. Eine Stunde kosteten uns die zwanzig Kehren. Keuchten wir nicht gerade irgendwo im Schatten, schoben wir unsere Vehikel. Hätten wir also ebensogut nach Myrdal hoch gekonnt. Erschwerend wäre dort lediglich hinzu gekommen, dass wir Schotter anstatt Asphalt unter den Rädern gehabt hätten.
Viel zu schnell hingegen gelangen wir auf dem Weg abwärts zurück auf die E16, die Verbindungsstraße zwischen Oslo und Bergen. Nur einmal verlassen wir sie um einen See herum, wo wir uns ein Picknick sowie eine Siesta gönnen, ansonsten kämpfen wir zwischen Autos, Bussen und Lastwagen bis Voss um unseren Platz auf dem Asphalt. Immerhin bleibt uns die Perspektive, dass es von dort aus auf wieder weniger stark frequentierten Routen weiter gehen sollte, leider aber einstweilen ebenso bewölkter.



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