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Reisetagebuch

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Bilder

2019-05-01

10. Tag: 25 Kilometer (Gesamt: 534); 64 Höhenmeter; 160 Meter max. Höhe
Strecke: Stadtbesichtigung Strasbourg
Wetter: sonnig 21°

Erster Mai. Warum ich dabei an Heinrich Bölls Anekdote zur Senkung der Arbeitsmoral denken muss? Vielleicht nahe liegend, vielleicht aber auch nicht. Auf jeden Fall aber gefällt mir die Geschichte. Wer sie nicht kennt (es gibt sie in mehreren Abwandlungen und möglicherweise auch von anderen Autoren) - einfach mal im Netz nach suchen. Der Fischer hat für mich das Leben verstanden. Wie aber auch immer – man muss meine Einstellung dazu nicht teilen.
Was das alles mit dieser Reise zu tun hat? Ich bilde mir auch ein, meinen Fang gemacht zu haben. Was soll ich mit mehr? Der Tag ist auch so wunderschön, und das nicht nur, weil die Sonne lacht, das Thermometer über die 20° Marke klettert und wir Besuch erhalten. Dorothee hat sich angekündigt. Dorothee? Richtig, Dorothee. Niemand aus der Verwandtschaft, sondern die Reiseradlerin, der ich im Jahr zuvor im Januar an der Rhône begegnete. Ich auf dem Weg Richtung Süden, nach Barcelona, sie aus dem Süden kommend, aus Afrika. Wir quatschten eine Weile am Straßenrand, zusammen mit Ute besuchte ich einen ihrer Vorträge in Bonn, tags zuvor setzte ich sie davon in Kenntnis, dass wir bei ihr in der Nähe sind. Hatten wir zunächst vor, gemeinsam einige Kilometer den Rhein entlang zu radeln, so disponierten wir um, nachdem ich die gebrochene Speiche entdeckte. Glück im Unglück, wie sich erst noch zeigen sollte.
Kurz nach neun rollt Dorothees Rad über die Wiese auf unser Zelt zu. Während wir die Reste unseres Frühstücks beiseite räumen, plaudern wir uns ein. Wer kräftig durch die Welt strampelte, hat genug zu erzählen, doch auch wir können das eine oder andere Erlebnis zum Besten geben. So brauchen wir nicht lange aufzutauen, wenngleich die morgendlichen Temperaturen im Schatten eher frösteln lassen.
Eine Stunde später treten wir in die Pedale. Es geht über die Passerelle-Des-Deux-Rives, eine Fußgänger- und Radfahrerbrücke, die uns nach Strasbourg führt. Abwechselnd die Gefährte unter dem Hintern wechselnd kurbeln wir uns durch die Stadt. Es ist die wahre Freude. Die Quecksilbersäule steigt, Ute freundet sich mit Dorothees eingebautem Rückenwind im Rad an und auf den Straßen herrscht erstaunlich wenig Verkehr. Busse und Bahnen stehen am Tag der Arbeit in den Depots. Über ein neues Stadtviertel rücken wir dem Stadtzentrum mit verwinkelten alten Gassen, viel Fachwerk, dem Strasbourger Münster, dem Europaparlament sowie schließlich dem Petit-France, dem kleinen Frankreich näher. An einem der Kanäle lassen wir uns eine Kleinigkeit schmecken, ansonsten genießen wir es, im Strom der anderen Touristen mitzuschwimmen – auch wenn es nicht in einem der Ausflugsdampfer ist. Dass der Nacken nachher ebenso rot ist wie viele der Ampeln, die wir überfuhren? Egal. Es schmälert den Spaß nicht und mit den Ordnungswidrigkeiten wähnen wir uns in guter Gesellschaft. Letzten Endes können wir unsere Stadtführerin nur wärmstens weiterempfehlen. Vielleicht hilft es ihr ja. Sie will sich als Tourenleiterin Geld hinzu verdienen. Einstweilen können wir nur jedem raten, ihre Vorträge zu besuchen, die im Mai in Unna sowie im Juli gleich in unserer Kölner Nachbarschaft (Lessing Gymnasium; Zündorf - im Zuge des Projekts Mali) geplant sind. Im Zweifelsfall einfach nach Dorothee Fleck im Internet Ausschau halten.
Wieder allein auf dem Campingplatz schließlich alltägliches. Nette Plauderei mit den nicht minder sympathischen wie hilfsbereiten Stellplatznachbarn aus der Schweiz, die uns spontan auf einen Tropfen Wein einladen, Tütennudeln vom Spirituskocher sowie Klappern auf der Tastatur der Reiseschreibmaschine, die gleichzeitig für weitere Verwendungszwecke herhalten muss. Dass ich ebenso gut einer bezahlten Tätigkeit nachgehen und Besitztümer mehren könnte anstatt weiter mit dem Rad zu lustwandeln? Sicher, doch wozu. Das Leben ist schön. Der Tag hat es einmal mehr gezeigt. Trotz Nächten auf dünnen Luftmatratzen oder kulinarischer Genüsse auf Sparflamme. Heinrich Böll hat es schon trefflich auf den Punkt gebracht.



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