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Reisetagebuch

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Bilder

2019-06-21

61. Tag: 70 Kilometer (Gesamt: 3207); 162 Höhenmeter; 182 Meter max. Höhe
Strecke: Hainburg (10:30) - Bratislava/Pressburg - Neusiedl am See (19:00)
Wetter: sonnig, 30°

Brückentag. Während andere Zeitgenossen mit diesem Freitag zwischen Fronleichnam und dem Wochenende selbiges verlängern, wechseln wir zweimal über entsprechende Bauwerke das Ufer der Donau. Bevor es so weit ist lernen wir jedoch den Gatten der Chefin kennen, der Dame, die das Hotel mit der Zeltwiese in Hainburg ihr Eigen nennen darf. Der Gute ist mit Vorbereitungen für den Abend beschäftigt und freut sich dem Anschein nach über die Gelegenheit zu plaudern. Uns ist es ebenfalls nicht unangenehm, erfahren wir bei dieser Gelegenheit neben Anekdoten aus dem Leben des Mannes etwas über regionale Sitten und Gebräuche. So fällt der Brückenfreitag auf den Tag der Sommersonnenwende und dafür gilt es Brennholz vorzubereiten, das nach Einbruch der Dunkelheit in einem Stahlkorb am Ufer des Flusses in Brand gesetzt wird. Bereits zuvor warben Orte mit derlei Feierlichkeiten beziehungsweise diese vom Schiff aus zu bewundern. In Kärnten, der Heimat des Mannes, würden riesige Scheiterhaufen entfacht, was wiederum manchen Berg an Geäst erklärt, an dem wir die vergangenen Tage vorbei kamen.
Gänzlich ohne Feuerwerk, Menschenauflauf oder Aufsehen verlassen wir quasi pünktlich mit dem mittäglichen Glockengeläut das vierte Land unserer Reise und überqueren die Grenze in den einstigen Ostblock. Die Einreise in die Slowakei erfolgt nicht spektakulärer als andere Grenzübertritte zuvor. Niemand interessiert sich für uns, der frühere Posten mit Schlagbaum, Wechselstube und Zollkontrolle existiert in dieser Form nicht mehr. Einziger Unterschied: der Radweg wird einstweilen merklich schlechter. Anstatt über glatten Asphalt rollen wir über Betonplatten. Alle paar Meter holpern die Räder kurz über daumenbreite Fugen. Lästig, aber zu ertragen.
Nachdem ein Bunkermuseum links liegen gelassen ist, der Anblick eines mit Hochhäusern zugebauten Hügels verdaut und einige hundert Meter entlang einer Autobahn vertrauten Lärms genossen sind, rückt die Donau wieder in Sichtweite und die nächste Stadtrundfahrt steht an. Bratislava, Hauptstadt des Landes, im Schnelldurchgang. Fünf Kilometer in gut einer Stunde. Nicht, weil das zeitweise Pressburg nichts zu bieten hat, sondern weil wir die gut fünfzig steilen Meter zur Burg hoch scheuen, diverse Altbauten nicht auf unseren Rundkurs nehmen und an anderen sicherlich bedeutsamen Gebäuden mehr oder minder achtlos vorbei fahren, was deren Attraktivität jedoch nicht schmälern soll. Wir folgen halbwegs einer ausgearbeiteten Route, lassen uns vom Besucherstrom lenken und sehen zu, nicht all zu vielen Mitmenschen im Wege zu stehen. Was wir dabei mitnehmen? Auch wenn der historische Teil Bratislavas überschaubarer erscheint als in Wien: in der Stadt herrscht lebendiges Treiben. Bei schönstem Sommerwetter sitzen überall Menschen vor Lokalen, Besuchergruppen werden durch die Gassen gelotst und irgendwo buhlen Einheimische an Ständen um das Interesse an ökologischen Projekten. Vor der amerikanischen Botschaft besteht ein offiziell wirkender Bediensteter darauf das Fotografieren über den Zaun hinweg zu unterlassen, ansonsten nehmen wir beiläufig einmal mehr erstaunte Blicke auf ein vorbei rollendes Liegedreirad wahr.
Wieder zurück auf dem rechten Donauufer kurbeln wir noch etwa sieben Kilometer auf glattem Asphalt den Fluss entlang. Die Beschilderung unterscheidet sich nicht wesentlich von der bisherigen, wir passieren einige Biergärten und begegnen etlichen anderen Radlern, manch einer offensichtlich ebenfalls reisend unterwegs.
An einem Abzweig machen wir an einer der Imbissbuden mit Sitzplätzen im Schatten halt. Mein Englisch wird verstanden, Euros und Cents angenommen und Unklarheiten auf deutsch geklärt. Überraschend: für die eiskalten Getränke zahle ich etwa das gleiche wie in Österreich, erhalte aber die doppelte Menge. Nicht unangenehm, doch ein wenig wärmer wäre ausreichend. Aber gut - ich könnte mir natürlich mehr Zeit nehmen. Immerhin ist mein Liter Spezi deutlich eher herunter gekippt als Utes Apfelschorle.
Unmittelbar mit dem Aufbruch lernen wir den Vorzug ausgewiesener slowakischer Radwege kennen. Wir verlassen die Donau und folgen einer Route, die ich zu Teilen selbst am Rechner entwarf. Rasch werden die Schlaglöcher im Asphalt größer, wenig später zweifeln wir, ob wir uns noch auf einem Weg befinden. Was einst als Straße existiert haben mag, ist an diesem Sommersondenwendentag 2019 lediglich noch eine lehmige Spur, die schweres Gerät hinterließ. Nebenan entdecken wir eine frisch geteerte Piste, die jedoch nach wenigen Metern vor einer Barriere endet. Wir bleiben auf der staubigen Strecke mit schlammigen Pfützen. Einige Meter Asphalt über eine Autobahnbrücke geben uns das Gefühl, das es besser werden müsste, doch wir irren uns gewaltig. Der Weg schlängelt sich entlang eines Waldrandes, die zwei Reifenspuren werden tiefer, das Gestrüpp ragt weiter über den Weg, wir scheuchen allerlei kleines, fliegendes Getier auf und irgendwann passiert es: ich verliere auf meinen drei Rädern das Gleichgewicht, kann das kippende Vehikel nicht mehr halten und liege im Matsch. Nachdem ich mich wie ein Käfer in Rückenlage befreit habe schiebe ich weiter. Ist mühsam, aber geht. Schweiß fließt und es dauert nicht lange, da schlägt mir unter den Anstrengungen die kalte Limo auf den Darm. Schöne Schei…e, zur Freude unzähliger schillernder Fliegen und Moskitos.
Eine Kurve später ist das Ärgste überstanden und wir können wieder fahren, es folgen Kilometer auf Asphalt, wenig später passieren wir Kittsee, damit erneut eine grüne Grenze und verlassen die Slowakei, wie wir sie betraten – unauffällig.
Erneut in Österreich geht es auf langen Geraden und entlang Windkrafträder gesäumter Felder weiter gen Südwesten. Für gut eine Woche verlassen wir die Donau. Meine Idee: ein wenig durch die Ausläufer der Puszta, vorbei an Neusiedler See und Plattensee oder Balaton, wie er auf ungarisch heißt, bevor wir in Budapest an den Fluss zurück kehren.
In Neusiedl schließlich gönnen wir uns ein Zimmer für zwei Nächte in einem einfachen Hotel. Einen Tag durchatmen, Eindrücke sacken lassen, Kräfte sammeln, vielleicht im See baden. Ob irgendwo ein Sommersondenwendefeuer entfacht wird? Wir bekommen es nicht mit. Statt dessen genießen wir es, uns in einem nahe gelegenen Restaurant beköstigen zu lassen, bereuen es um Viertel nach neun, den Hinweis unserer Gastwirtin nicht befolgt zu haben, uns ab neun nicht mehr nach draußen zu setzen (wegen der Mücken) und merken wie es ist, ein stickiges Zelt gegen ein noch schlechter belüftetes Hotelzimmer zu tauschen. Wie aber auch immer: wir bereuen nichts …



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