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Reisetagebuch

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Bilder

2019-07-12

82. Tag: 71 Kilometer (Gesamt: 4368); 116 Höhenmeter; 143 Meter max. Höhe
Strecke: Belgrad (08:30) - Panchevo - gegenüber Grocks (17:00)
Wetter: heiter, 24°

Es ist das letzte Mal auf dieser Reise, dass Ute und ich gemeinsam aufbrechen. Bevor wir jedoch all unser Hab und Gut in die Tiefgarage schleppen, ist das Frühstück im Hotel an der Reihe. Zwischen sechs und halb elf wird aufgetischt, als wir gegen sieben eintrudeln, geht es deutlich ruhiger zu als am Vortag zwei Stunden später.
Anderthalb Stunden später treten wir in die Pedale. Wir sind im Plan und dabei bleibt es. Zwanzig nach neun stehen wir vor dem Fahrradgeschäft. Für zehn sind wir verabredet. Ich nutze die Zeit und bereite vor, was vorzubereiten ist. Mein Rad abschließen, Utes flugtauglich machen. Pedale ab, Lenker quer, Sattel tiefer, Vorderrad ausbauen, Luft aus den Reifen. Damit Ute allein alles wieder zusammen bekommt, noch ein paar Fotos mit dem Handy.
Kurz nach zehn dann ein langes Gesicht. Der freundliche Monteur, der extra für uns eine Stunde eher beginnt, ist eingetroffen, doch das Rad passt nicht in den vorhandenen Karton. Als der Lenker und das vordere Schutzblech ganz abgeschraubt sind, passt es. Lediglich die Dokumentation in Bildern ist fortan nicht mehr vollständig. Die Lampe muss abmontiert werden, zwei Schrauben an der Gabel gelöst werden sowie eine, die den Vorbau hält. Muss jemand mit ein wenig technischer Fantasie oder Fachwissen beim Zusammenbau helfen.
Noch bevor Utes Flug nach München auf der Infotafel am Flughafen ausgewiesen ist, treffen wir am Terminal ein. Auch hier also kein Stress. Zeit, in aller Ruhe die Packtaschen in Folie hüllen zu lassen und abzuwarten.
Kurz darauf der Hinweis, wo Ute einchecken muss. Wie wir feststellen, ist sie nicht die einzige, die ein Rad aufgibt. Zwei andere Deutsche ebenso. Sie fliegen gleichfalls nach München. Obwohl die beiden jungen Männer extra Taschen für ihre Gefährte haben, herrscht ein wenig Aufregung. Eine Tasche samt Rad wiegt 37 Kilo. Zulässig sind lediglich 32. Wir versuchen Utes Gepäck direkt mit loszuwerden, werden aber in die Schlange vor dem Schalter verwiesen. Hinten anstellen. Wenn wir an der Reihe sind, folgt alles Weitere.
Als es soweit ist, ein wenig Konfusion. Das Rad sei als Gepäckstück registriert und bereits bezahlt, die Packtaschen nicht. Wir reklamieren, dass es genau anders herum sei, jedoch bereit sind es so zu akzeptieren, wenn die Packtaschen weniger kosten als das Rad. Ute zückt irgendwann die Kreditkarte, bekommt aber im Eifer des Gefechts nicht mit, ob sie nun achtzig oder neunzig Euro legitimiert - nun ja, gibt Schlimmeres. Die beiden Pakete am Sperrgepäckschater loszuwerden klappt jedenfalls ohne Beanstandungen.
Kurz darauf dann der Abschied. Ein paar Tränen kullern. Es war eine schöne Zeit und gerne hätte ich das Ziel der Reise mit Ute gemeinsam erreicht, doch es hat nicht sollen sein. Für mich kam ein Abbruch ebenso wenig in Betracht wie für Ute die Fortsetzung. Eine letzte Umarmung, ein Kuss, dann geht es für Ute im Slalom zur Sicherheits- und Passkontrolle. Nachdem sie ihre Papiere zurück hat, noch einmal Winken, dann trennen sich unsere Wege. Wann und wo wir uns wiedersehen? Steht noch nicht fest.
Vor dem Terminal nehme ich mir ein Taxi. Auf den 72er, den Bus, der mich nach Novi Beograd bringen könnte, den Stadtteil, in dem mein Rad steht, will ich nicht warten. Mir ist nach Ablenkung.
Der erste Taxifahrer, den ich anspreche, will fünfzehn Euro. Ein Preis wie Zuhause. Ich bilde mir ein, es müsste preiswerter gehen. Ein zweiter akzeptiert meine vorgeschlagenen zehn Euro, wenig später bin ich im Radgeschäft - der Chauffeur hat einen Fahrstil wie ein Rennfahrer. Ich will ihm noch mit auf den Weg geben, bitte auf Liegeradfahrer mit gelben Fähnchen acht zu geben, lasse es aber doch bleiben. Unwahrscheinlich, dass sich unsere Wege kreuzen.
Nach kurzem Dankeschön bei unserem Helfer und seiner Chefin dann der Weg zurück in die Stadt. Mittlerweile finde ich ihn auch ohne das Navi. Ein paar mal rechts links, dann bin ich nahezu dort, wo ich mit Ute wenige Stunden zuvor unterwegs war. Nur in Gegenrichtung und ohne dass ich im Rückspiegel sehe, wie sie mir folgt. Zeit für trübselige Gedanken bleibt zum Glück nicht - der Verkehr erfordert ausreichende Konzentration.
Da der Aufzug für Fahrräder an der Brankov-Brücke noch immer nicht funktioniert, kürze ich die Route ein wenig ab. Nicht entlang der Sava Mündung zurück auf den Donau-Radweg, dorther, wo wir am Vortag entlang liefen, sondern quer durch die Stadt, dorthin, wo wir in der Nähe des Hotels über einen Wegweiser stolperten. Nahezu im Vorbeifahren an einem Verkaufsstand noch ein Stück Pizza auf die Hand, dann lasse ich in großem Bogen über die Panchevachki Brücke Belgrad hinter mir. Dass Radfahrer auf einen Seitenstreifen sollen? Ein Witz. Der Bordstein ist gefühlt dreißig Zentimeter hoch, eine Absenkung gibt es nicht.
Nicht viel besser anschließend auf dem Trampelpfad entlang der Donau. Irgendwo ist eine Bodensenke beziehungsweise ein Rinnsal zu überqueren. Über zwei Holzbohlen, zusammen etwa einen halben Meter breit. Ich besinne mich der Hinweise eines französischen Pärchens, das wir vor kurzem trafen, und mache kehrt. Das Fahren auf der Busspur entlang der Schnellstraße nach Panchevo ist zwar auch kein Vergnügen, ich komme aber wenigstens weiter.
Nachdem auch der nächste Ort, Starchevo, passiert ist, wird es beschaulicher. Kaum noch Verkehr, keine Industriegebiete mehr, nur noch Wiesen, Felder und Wälder. Auf wieder holperiger Lehmpiste schließlich der Donaudamm - jedoch nicht nur der, sondern ebenso eine dicke dunkle Wolke, der ich mich nähere.
Ich erreiche gerade einen Campingplatz, da entlädt sie sich. Eine Viertelstunde zu früh. Ich bekomme noch im Trocknen mit, dass mich die Nacht nichts kostet, dann wird es nass. Als ich anschließend im Zelt sitze, komme ich mir darin verloren vor. Es ist leer ohne Ute. Viel zu viel Platz für meine Beutel mit Anziehsachen, Camping- und Kochutensilien. Freuen tue ich mich als ich lese, dass die Frau meiner Wahl zu etwa gleicher Zeit Zuhause angekommen ist. Einzelheiten darüber, was sie zwischenzeitlich erlebte, soll ich später erfahren - ich möchte kein Vermögen für ein paar Worte in Roaminggebühren investieren.



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