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Reisetagebuch

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Bilder

2019-08-31

132. Tag: 109 Kilometer (Gesamt: 8065); 1086 Höhenmetern (x 1.4?); 933 Meter max. Höhe
Strecke: Lokve (09:15) - Pasjak (HR) - Triest (I; 20:00)
Wetter: sonnig/Gewitter, 26°

Lieber Balkan – an diesem Samstag verabschiede ich mich von dir. Ob ich damit geografisch richtig liege weiß ich ebenso wenig wie vor knapp drei Wochen. Für mich begannst du westlich von Sofia und endest östlich von Triest. Es war eine schöne Zeit, wahrscheinlich der Höhepunkt dieser Reise. Achtzehnhundert Meter, da kommt auch der Brenner bei deiner Schwester nicht heran. Ich hatte höchsten Respekt vor dir und habe ihn noch immer. Er war so groß, dass ich Annäherungsversuche entlang der bulgarisch/türkischen beziehungsweise bulgarisch/griechischen Reise verwarf, doch du zeigtest mir Wege, die für mich bezwingbar waren, gabst mir tiefe Einblicke, die mich mit Ehrfurcht erfüllten und verwöhntest mich mit dem Anblick zahlreicher Grate, Gipfel und Wasserfälle. Dass du mir Grenzen aufzeigtest? Sowohl für die politischen, die für mich nicht immer nachvollziehbar waren, wie für die eigenen: danke - macht das Leben spannend.
Den Abschied machst du mir nicht leicht. Du weist schon wie es gemeint sein dürfte - mein Leibchen wird nass, bevor es richtig trocknen kann. Die Strecke vorbei an der Lokvarsko Talsperre, an deren Fuß ich morgens mein Zelt abbaue? Nett, so sehr, dass ich es nicht bereue, nicht dem Wegweiser zum einstigen Winnetou Dorf gefolgt zu sein. Man kann es vielleicht auch übertreiben, mit dem Kult um Filmstätten. Täler, durch die der Apachenhäuptling ebenso gut hätte reiten können, empfinde ich als nicht minder sehenswert. Der Blick auf die Adria und die Hochebene bei Rijeka? Für mich beeindruckend, für die Kamera zu viel des Guten. Sie kann den Blick auf das Meer nicht fassen. Die anschließende Talfahrt? Nun ja - ein rasantes Vergnügen, das du mir gerne hättest ersparen dürfen. Ein paar Kilometer später lässt du mich die Hälfte hinab geschossenen sechshundert Meter Höhenunterschied mühevoll erneut erklimmen. Dass du die Wolken auf den letzten Kilometern in Kroatien öffnest, dass das Wasser in den Schuhen schmatzt? Hätte wegen meiner nicht sein müssen, doch der Mensch in der Tankstelle, der mir meine letzten Kuna gegen geschmackvollere Durstlöscher tauscht, meint, es wäre normal. Nun ja, er wird es eher beurteilen können als ich. Hätte ich eher gewusst, was du da an Schleusen öffnest, ich hätte die vorherige Rast am Wegesrand sowie den Plausch mit Sam, dem radelnden Engländer, zeitlich ein wenig nach hinten und räumlich unter ein überdachtes Plätzchen verschoben. Slowenien? Wird mir einstweilen als sehr grün in Erinnerung bleiben. Interessant außerdem die zahlreichen Spanferkel, die vor jedem Restaurant unermüdlich ihre Runden drehen. Anstatt länger zu verweilen bin ich jedoch in anderthalb Stunden durch mit den dreißig Kilometern. Ich will Triest noch im Hellen erreichen. Gelingt ja auch fast, träfe ich nicht kurz hinter der nächsten Grenze in Italien Peter. Peter sagt dir nichts? Mir zunächst auch nicht, als er sich aber als derjenige zu erkennen gibt, der mich auf einem Motorrad in Montenegro überholte und mit dem ich neunhundert Meter über Kotor auf eine Limo an einem Tisch saß, der fällt bei mir der Groschen - Zufälle gibt es. Nachdem wir uns am Straßenrand erneut verabschieden, holt er mich kurz darauf noch einmal ein und lotst mich zum nächsten Supermarkt. Nett. Dann beginnt es aber zu dämmern und wir sagen nach dem Einkauf erneut Lebewohl.
Obwohl Peter mir den Weg zum Camping beschreibt und das Navi den Ort auf der Karte kennt habe ich anschließend meine Schwierigkeiten, zu ihm zu gelangen. Sehr verwinkelt und unübersichtlich alles, zudem auf den letzten Metern noch einmal richtig steil. Aber gut, sind ja die letzten Meter des Tages. Dass dich meine Zeilen erst am nächsten Morgen erreichen? Bitte hab Nachsicht. Im Restaurant waren sie nicht die Schnellsten, dafür war die Unterhaltung um so genussvoller. Zufällig setzen sich drei junge Deutsche zu mir an den Tisch. Zwei Mädels, ein junger Mann. Radler. Auch sie kennen sich noch nicht lange. Es wird ein vergnüglicher Abend. Wir quatschen, philosophieren, blödeln und lachen viel. Herrlich. Nachdem sich die beiden Damen verabschieden geht es mit einem italienischen Pärchen am Nachbartisch weiter bis tief in die Nacht. Herzallerliebst.
Wie es für mich weiter geht, deutete ich bereits an. Weiter Richtung Norden, als allernächstes nach Grado, in die Lagune. Gerne komme ich jedoch eines Tages wieder, wenn man uns lässt. Bis dahin, lieber Balkan, vielen Dank und alles Gute.



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