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Reisetagebuch

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Bilder

2019-09-01

133. Tag: 59 Kilometer (Gesamt: 8124); 88 Höhenmetern (x 1.4?); 401 Meter max. Höhe
Strecke: Triest (10:45) - Grado (17:45)
Wetter: sonnig, 27°

So schön sich der Vorabend entwickelte, so spät wurde es. Halb zwei war es, als ich in den Schlafsack kroch, geschlafen habe schlecht. Zu viele Eindrücke schwirrten durch den Kopf. Mit entsprechenden Anlaufschwierigkeiten starte ich in den Tag und die ersten Kilometer machen mir das Leben nicht leichter. Es geht abwärts. Steil. Laut einem Verkehrsschild mit 23 Prozent. Das ganze auf Kopfsteinpflaster in einer engen Gasse. Richtig wohl fühle ich mich der der Angelegenheit nicht. Die Enden der gezogenen Bremsgriffe berühren die Lenkerenden. Eine Vollbremsung aus höherer Geschwindigkeit traue ich nicht. Eher rechne ich damit, dass die Bremsscheiben glühen oder die Hydraulikleitung platzt oder abreißt, von der Sorge um zügig um die Ecke schießendem Gegenverkehr ganz zu schweigen. Eine Viertelstunde kosten mich die zwei Kilometer, auf denen ich gute dreihundert Meter an Höhe verliere. Sind zwar durchgängig keine 23 Prozent, reicht mir aber alle Male - beim anschließenden Mitschwimmen im Verkehr am Bahnhof vorbei Richtung Hafen fühle ich mich wohler.
Deutlich angenehmer die Sehenswürdigkeiten Triests, von denen ich nur die mitnehme, die in Sichtweite liegen: der Canale Grande mit seinen Kirchen am Ende, der Piazza Unità D'Italia mit seinen flankierenden Prunkbauten sowie der Zickzack Kurs um flanierende Besucher in einer sich daran anschließenden Fußgängerzone. Ein ganz anderes Flair als in den Städten des ehemaligen Ostblocks oder Jugoslawiens. Offener, lebhafter, vertrauter - mediterraner.
Am Hafen dann eine knappe Stunde warten am Anleger des grünen Delphins, des Dampfers, der an diesem Sonntag dreimal zwischen Triest und Grado verkehrt. Morgens, Mittags, Spätnachmittags. Die nächste Gelegenheit für mich: die Fahrt um eins. Zwanzig vor eins tut sich was an Bord, fünf Minuten später weiß ich, ich habe mir die Zeit umsonst vertrieben. Gut, Ute wird sich über meinen Anruf gefreut haben und ein wenig daddeln im sozialen Netz - warum nicht? Mancher Beitrag entwickelt sich zum mentalen Futter für die Zeit auf der Straße. Zwei Tage zuvor gab es da so etwas, das mir über die Hügel half.
Anstatt eineinviertel Stunde auf mehr oder weniger direktem Wege über das Wasser darf ich die Strecke außen rum, entlang der Küste. Zurück zum Bahnhof, knapp hundert Meter über zehn Kilometer hinweg die Klippen hinauf, durch ein Industrie geprägtes Sistiana sowie schließlich auf halber Distanz ab von der S14 und über Radwege zunächst an den Strand und anschließend durch ein Naturschutzgebiet. Was wäre mir entgangen, hätte es mit dem Schiff geklappt. Ich zahle weder Eintritt noch trage ich meinen Teil zu einem Massentourismus bei - ich habe größtenteils das Mündungsdelta des Isonzo mit seinen Nebenläufen, Kanälen und der Adria in ihrem nordöstlichsten Zipfel für mich allein. Ein Traum. Unbeabsichtigt scheuche ich gelegentlich Reiher und was sich sonst so am Wasser tummelt auf, bewundere brackige Pfützen oder Schilf bestandene Ufer.
Weniger romantisch die Suche nach einem Schlafplatz. Vor Grado gibt es zahlreiche Campingplätze. Für mich alles die falschen. Den ersten lasse ich links liegen. Seine Aufmachung, die vier Sterne und die Größe schrecken mich ab. Der nächste sieht nicht viel besser aus, doch ich will wissen, womit ich zu rechnen habe. 23,50 Euro. Nachdem ich dem Rezeptionisten erzähle, dass ich weder ein Animationsprogramm noch ein Schwimmbad oder 1a Ausstattung benötige sondern mir wenige Quadratmeter Stellfläche sowie eine Dusche reichen rät er mir, es nebenan zu versuchen. Dort sei es möglicherweise etwas preiswerter. Ich bedanke mich und versuche wie geheißen. Das Ergebnis: bahnbrechend. 22,50 Euro. Oder 27,50 Euro, wenn mir an einem Platz am Meer gelegen ist. Leicht frustriert akzeptiere ich. Ohne dem Meer näher zu rücken. Bereits gegen acht fallen mir ohnehin die Augen zu, dann gönne ich mir eine Pizza sowie zwei Radler und während die Kinder zu Klängen, die mir seit mehr als zwanzig Jahren nicht mehr unbekannt sind (qué veo, qué eres), zu Höchstform auflaufen, klappe ich den Rechner zu und schließe die Augen. Doch nicht so einfach mit dem Rhythmus halten - auch wenn er sich lediglich an der Sonne orientiert.



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