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Reisetagebuch

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Bilder

2019-09-27

159. Tag: 88 Kilometer (Gesamt: 9894); 160 Höhenmetern (x 1.4?); 75 Meter max. Höhe
Strecke: Koblenz (10:30) - Bonn - Köln (18:30)
Wetter: unterschiedlich bewölkt/später sonnig, 23°

Freitag. Letzter Tag. Laut Wettervorhersage soll es den ganzen Vormittag über regnen. Während ein paar Tropfen fallen und um uns herum Reißverschlüsse von Schlafsäcken und Zelten auf und zu gezogen werden lassen wir es halbwegs gemächlich angehen, frühstücken im Zelt und haben Glück. Kaum ist das Müsli ausgelöffelt können wir unser betuchtes Zuhause abbauen, ohne dass es erneut nass wird.
Auch anschließend kommen wir trockenen Hauptes davon. Eine Weile noch wabern dicke, dunkle Wolken über uns, mit jedem Meter Rhein abwärts aber wird es freundlicher.
Kurz vor Andernach dann ein ungewohnter Anblick. Noch auf dem Hinweg stand, wie all die Jahre zuvor, am Wegesrand der monströse Kühlturm des Atomkraftwerks Mühlheim-Kärlich. Nun ist er weg. Ab Mai knabberte ein Bagger die Wände bis auf achtzig Meter Höhe ab, den Rest erledigte im August eine Sprengung. Wie lange ein Schornstein sowie das Reaktorgebäude noch stehen? Bleibt abzuwarten. Auch sie sollen eines Tages von der Bildfläche verschwunden sein.
In Bad Breisig werde ich zum Stein des Anstoßes. Ich erdreiste mich, der Aufforderung eines Schildes auf der Rheinpromenade nicht nachzukommen. Radfahrer bitte absteigen. Prompt bekomme ich beim Vorbeirollen an den Tischen und Stühlen der Außengastronomie von dort sitzenden Gästen zu hören, der Hinweis gelte auch für mich. Willkommen in Deutschland. Ich gefährde niemanden, doch Ordnung muss sein. Schön, wenn man sei Dasein so genießen kann.
Kurz darauf nur unweit der Ahrmündung ein freundlicherer Gruß. Wir begegnen unserem Zeltplatznachbarn. Er sammelt auf dem Weg von den Bäumen gefallene Wallnüsse. Ein schräger Vogel. Dem Bekunden nach kommt er wie wir aus Köln, dem Dialekt nach sogar gebürtig, mit der Orientierung im näheren Umfeld hingegen scheint er seine Probleme zu haben. Ahr, Lahn, Sieg - irgendwie entlang der Flüsse wollte er zurück Richtung Dom. Klar, kann man machen, von Koblenz aus gesehen jedoch mit grundlegenden Entscheidungen verbunden. Entweder fährt man rheinaufwärts und bleibt rechtsrheinisch oder anders herum. Empfahl ich dem Mann am Vorabend die Route entlang von Ahr und Erft, berichtete er beim Aufbruch, dass es an die Lahn gehen sollte. Was es letztendlich wird? Es soll uns nicht stören. Wir wählen weiterhin den direkteren Weg, auch wenn er durch Fussgängerzonen auf Fernradwanderwegen führt.
Je mehr wir uns der Heimat nähern, desto weiter rückt eine Vorstellung in die Ferne. Unser letzter Reisetag fällt nicht nur auf einen Freitag, es ist auch noch der letzte im Monat. Gerne wäre ich durchgestartet zum Rudolfplatz, wo um sechs allmonatlich die Critical Mass startet, der Pulk von Radlern der für sich reklamiert, wir behindern nicht den Verkehr, wir sind der Verkehr. Leider jedoch wird deutlich: wir schaffen es nicht rechtzeitig. Ab Bonn, laut Navi dreißig Kilometer vor dem Ziel, schließlich eine ganz andere Sorge: werde ich überhaupt aus eigener Kraft Zuhause ankommen? Sind es zunächst seltsame Geräusche vom rechten Vorderrad, die mich aufhorchen lassen, stelle ich kurz darauf fest: irgend etwas stimmt nicht. Als ich stehen bleibe und mir die Sache anschaue, durchfährt mich ein Schauer. Das Rad hat Spiel. Ein Lagerschaden?
Mit bangen Blicken setzen wir die Fahrt auf dem gefühlt kürzesten Wege fort, wechseln vor dem Posttower die Rheinseite, lassen die Autobahn im Norden des zwischenzeitlichen Regierungssitzes hinter uns, überqueren die Sieg, steuern irgendwann über die Felder dem Kölner Fernsehturm sowie den Domspitzen entgegen und haben Glück. Das Rad hält.
Auf den letzten Metern schließlich nicht nur vertraute Ecken sondern ebensolche Gesichter. Ein Bekannter aus dem örtlichen Fahrradclub, eine Nachbarin, vor der Haustür dann noch eine und noch eine und Willkommensgrüße. Einerseits schön, andererseits befremdlich. Ich hatte mich schon fast daran gewöhnt nicht zu wissen, wie es hinter der nächsten Biegung aussieht und neue Menschen kennen zu lernen. Andererseits - es muss ja nicht die letzte Erfahrung dieser Art gewesen sein …



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