auf den Spuren von Ute & Dirk Prüter

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Routenplanung

Hin und wieder werde ich darauf angesprochen, wie ich meine Routen mit dem Rad plane. Auch wenn jeder andere Vorstellungen bezüglich der Strecke hat, die er zurücklegen möchte, so gibt es m.E. eine Reihe von Gemeinsamkeiten, die unabhängig sind davon, was der Einzelne bevorzugt. Der Eine mag Steigungen und Holperpisten, der Andere Routen ohne großartige Gefälle und Asphalt bevorzugen, ebenso werden die Vorstellungen darüber auseinander gehen, ob es auf kürzestem Wege von A nach B zu gelangen gilt, oder ob der Weg das Ziel sein soll.
Für die Herangehensweise, wie die gewünschte Strecke zu finden ist, halte ich diese Fragestellungen jedoch für unerheblich. Als gewichtiger sehe ich die Entscheidung an, ob ich später anhand von Karten im Papierformat oder mit Hilfe eines GPS Gerätes auf dem Lenker meinen Weg durch die Landschaft finden möchte. Im Zeitalter Satelliten gestützter Navigationsmöglichkeiten ziehe ich letzteres vor, insbesondere unter dem Aspekt, dass der Luxus ungleich höher ist, ohne dass der Anschaffungspreis für die entsprechende Technik deutlich über dem liegt, der im Laufe ausgedehnterer oder entlegenerer Touren für Karten auf Papier zu berappen ist. Diese Entscheidung mag jedoch auch davon abhängen, wohin es mich zieht und in wie weit elektronisches Kartenmaterial vorliegt, doch zumindest in hiesigen Breitengraden sah ich bislang noch keinen Anlass, meine Meinung zu revidieren. Auf keinen Fall kann es schaden, gelegentlich auch einen Blick auf das werfen zu können, was rechts und links jenseits „des roten Fadens“ liegt.
Soweit die Vorbemerkungen, nach denen sich meine nachfolgenden Hinweise relativieren lassen sollten.

Für einen ersten Blick auf „das Zielgebiet“ verwende ich Google Earth. Die Satellitenansicht vermittelt mir einen Eindruck davon, was ich zu sehen bekommen werde. Außerdem enthält das Programm einige nützliche Leistungsmerkmale zur Orientierung. Zum Einen sind da die Fotos, die bei einer gewissen Dichte einen Hinweis darauf geben, dass es dort etwas „zu sehen“ gibt (sofern man, wie ich, an Sehenswürdigkeiten interessiert ist). Zum Anderen existieren Werkzeuge wie das Lineal, die Ortsmarkierung oder der Pfad, um mit wenigen Handgriffen ein Gefühl für Entfernungen zu bekommen oder um Dinge festzuhalten, die man nicht in Vergessenheit geraten lassen will.
Als nächstes stellt sich die Frage: halte ich Ausschau nach einer fertigen Route im Netz, die möglichst viel von meinen Vorstellungen abdeckt, oder konstruiere ich meinen eigenen Weg. Wie bereits einleitend erwähnt, kommen hier die individuellen Aspekte zum tragen, über die man sich im Klaren sein sollte. So gibt es eine ganze Reihe von zurück gelegten Touren, denen man leider häufig genug nicht auf Anhieb entnehmen kann, woran demjenigen gelegen war, der sie zur Verfügung stellt. Einen anderen Ansatz habe ich in Routenplanern gefunden, wie ihn einige deutsche Bundesländer für ihr Territorium bereitstellen. Dort kann ich als Anwender eine Reihe von Kriterien angeben, die mir wichtig sind: kürzeste Strecke, wenig Steigungen, Themenrouten etc.
Werde ich nicht fündig auf der Suche nach existierendem Material, so bleibt zu guter letzt die Erstellung einer „Self-Made-Route“. Je nach vorliegenden Kartendaten verwende ich Openstreetmap, Google Maps oder Google Earth, wobei insbesondere letzteres nicht frei von Tücken ist. Jedoch ist es auch bei den anderen Alternativen ratsam, sich nicht nur auf eine Quelle zu verlassen. Zunächst ist da das Alter des Kartenmaterials; bei Google Earth z.B. findet sich in der Statuszeile ein Hinweis darauf, von wann die Bildaufnahmen stammen, und die können auch schon mal einige Tage auf dem Buckel haben. Als weiteren Knackpunkt habe ich die Erfahrung gemacht, dass insbesondere kleinere Wege nicht immer so gefahren werden können, wie man es sich wünscht. Treckerspuren und Trampelpfade können schon mal zugewachsen sein, oder die Route führt über privates Grundstück, dessen Eigentümer Vorkehrungen getroffen hat, dass der Weg nicht für jedermann passierbar sein soll.
Bezüglich der Verwendung von Google Maps schätze ich die Fähigkeit, Start- und Zielpunkt einer Tour oder Etappe vorgeben und anschließend die Route entsprechend meiner Vorstellungen gestalten zu können, indem ich die Route auf die Punkte ziehe, die auf dem Weg liegen sollen.
Ähnlich gehe ich mit dem mir vorliegenden Programm MapSource aus dem Hause Garmin vor, mit dem ich Daten zwischen Rechner und GPS-Gerät austausche. Auch dieses verfügt über einen Auto-Routing Mechanismus, in den ich eingreifen kann, indem ich Stützpunkte jenseits der errechneten Route setze, woraufhin das Programm erneut kalkuliert und versucht, den gewünschten Punkt in die Route einzubinden.
Unabhängig vom verwendeten Programm empfinde ich es als zweckmäßig, eine Etappe nicht deutlich länger als 25 Kilometer werden zu lassen. Einerseits fallen auf dieser Entfernung je nach Beschaffenheit des Weges bereits mehr Wegpunkte an, als es meinem GPS-Gerät recht ist, andererseits lässt sich eine derartige Route noch mit anderen Programmen weiterbearbeiten, ohne dass es zu Problemen oder Programmabstürzen kommt.

Müssen im Zuge der Planung Daten von einem Format in ein anderes konvertiert werden, so verwende ich dazu das Programm GPS-Babel. Wie der Name assoziiert, unterstützt es eine ganze Reihe unterschiedlichster Darstellungsformen und die Fähigkeit, eine in eine andere umzuwandeln.

Ist es trotz aller Widrigkeiten geschafft, zu einer Route zu gelangen, so greife ich wieder auf das eingangs genannte Google Earth zurück. Dort nutze ich das Höhenprofil um zu begutachten, ob die Strecke einen Verlauf nimmt, wie ich ihn mir zutraue, oder ob über Gebühr damit zu rechnen ist, das Rad schieben zu müssen, was ich zum Anlass nehme, einen Teil der Bemühungen in Frage zu stellen.
Ein weiteres zweckmäßiges Feature von Google Earth in Verbindung mit der Suchmaschine aus gleichem Hause ist es, sich per Suchbegriff-Eingabe die Treffer im sichtbaren Kartenausschnitt anzeigen lassen zu können, die von Interesse sind. Ob es sich dabei um „Camping“, „Hotel“ oder „Pizza“ handelt ist dann wieder ein Punkt, der individuell entschieden werden muss ...