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Reisetagebuch

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Bilder

2015-08-12

3. Tag: 117 Kilometer (Gesamt: 319); 847 Höhenmeter, 397 Meter max. Höhe
Strecke: Caldern (Lahn; 08:15 Uhr) - Unter-Schwarz (Fulda; 19:00 Uhr)
Wetter: leicht bewölkt, 28°

Nachts werde ich wieder einmal wach und bilde mir ein, jemand mache sich an dem Rad zu schaffen. Doch als ich aus dem Zelt heraus luge ist alles in bester Ordnung. Die Wäscheleine hängt weiterhin am Gepäckträger, niemand zu sehen. Auch als um 06:30 Uhr der Wecker tönt steht weiterhin der Drahtesel vor der „Tür“ - war also nur ein böser Traum.
Eine Stunde nach dem Aufbruch, um 09:15 Uhr, lasse ich bei Cölbe, der nächst größeren Ortschaft vor Marburg, die Lahn und somit bereits bekannte Pfade hinter mir. Die Befürchtung, dass das Verlassen des Lahntals einige Höhenmeter mit sich bringt, schließlich heißt das Tal nicht umsonst so, erweist sich als gegenstandslos. Mit der Ohm folge ich dem nächsten Fluss, und zwar von seiner Mündung in den zuvor bereisten Wasserlauf an. Über Felder dringe ich immer tiefer nach Hessen ein, wie nicht zuletzt die Radweg Beschilderungen zeigen. In Kirchhain dann eine weitere halbe Stunde später die erste Pause und ein ebensolches Erfolgserlebnis: in einem Supermarkt bekomme ich einen fertig zubereiteten Salat, mit Käsewürfeln, Ei, Oliven, Tomaten, einer guten Portion Blätter, einem Dressing und einem Brötchen. Vielleicht ist letzteres der Grund dafür, dass ich die Zwischenmahlzeit an der Theke des Bäckers im Laden erstehe. Vor der Tür genieße ich noch ein belegtes Brötchen, einen Milchkaffee und mache dabei Bekanntschaft mit einem älteren Herrn, der zu Glanzzeiten dem Bekunden nach auch schwer zu Rad aktiv war. So bekomme ich von 180 Kilometer Tagestouren zu hören, doch nach gesundheitlichen Rückschlägen muss nun die Kondition erst wieder langsam aufgebaut werden.
Auch mir stecken die bisherigen Kilometer noch spürbar in den Beinen, und nicht nur dort. Das Sitzfleisch drückt, die Hände werden immer wieder taub, und selbst in den Sandalen mit dicker Sohle spüre ich die Pedalen durch. Nach einer guten weiteren Stunde Fahrt, mittlerweile liegen 45 Kilometern hinter mir, verspüre ich das Verlangen nach einer weiteren Rast und mache eine wichtige Erfahrung: in einer Plastikschüssel verpackter Salat in einer Packtasche eingequetscht hinterlässt Spuren. Zumindest die Papiertüte der Bäckerei löst sich schon auf, und so mache ich mich über die Portion her, um weitere Sauereien zu vermeiden.
Es bleibt nicht bei dieser einen neuen Erkenntnis (in der Vergangenheit transportierte Ute derlei Dinge im Lenkerkorb, der diesbezüglich die geeignetere Wahl zu sein scheint, allerdings mit der Tasche bei mir kollidiert, auf der das Navi seinen Platz hat). In Neustadt weiche ich von der ausgearbeiteten Route ab und folge den Hinweisschildern des D4 Radweges. Wahrscheinlich wollte ich im Vorfeld einige Kilometer einsparen, nun interessiert es mich, was sich die Deutschlandrouten Planer überlegt haben, was mich auf dem Weg nach Alsfeld an die Antrifttalsperre gelangen lässt, in der Leute baden. Bei den Temperaturen keine schlechte Idee, zumal die bisherige Strecke ihre Spuren in den Textilien sowie auf der Haut hinterlassen hat. Blöd nur, dass Badehose und -handtuch sich in der Kleidertasche befinden, die wiederum unter der Tasche auf dem Gepäckträger klemmt. Langer Rede kurze Sinn - es ist mir zu aufwändig, alles abzunehmen, und so begnüge ich mich mit ein paar Schritten in das kühle Nass und einigen Hand voll Wasser ins Gesicht und über die Arme sowie der Gewissheit, dass bei nächster Gelegenheit gewisse Dinge griffbereiter sein müssen.
In Alsfeld entschädige ich mich für das verpasste Vergnügen mit zwei Kugeln Eis in der historischen Altstadt. Ist alles schön anzuschauen, ich hole mir im Fremdenverkehrsbüro auch noch einen Stadtführer sowie eine Radrouteninfo, ziehe es dann aber vor, zügig weiterzukommen und auch die D4 Route zu verlassen, um das anvisierte Tagesziel, Niederaula, noch zu erreichen. Eine Eifa-Route, benannt nach dem gleichnamigen Flüsschen oder Bach, soll mich über attraktive Wege führen, doch in dem Ort, der ebenfalls den Namen trägt, lässt mich die Beschilderung im Stich. Nach einigem Hin und Her entscheide ich mich für den Weg über eine Landstraße, versuche es nach der ersten Kurve noch mal auf einen Feldweg, bereue den Entschluss aber wenig später, als die Piste auf steilen Pfaden und grob geschottertem Waldweg endet; an der nächsten Kreuzung beende ich mein Off-Route Abenteuer und kehre auf den Asphalt der Landstraße zurück.
Auch die Entscheidung, Niederaula anzusteuern, ist nicht die glücklichste, stelle ich erst dort fest, dass ich vier Kilometer wieder zurück fahren kann, die sich bereits mit dem nächsten Routenabschnitt decken. Zumindest aber das Abendessen an einer Imbissbude, eine Portion Tortellini, entschädigt ein wenig.
Gestaltet sich die Suche nach einem Platz für die Nacht zunächst aufwändig, so wird mit einem Male alles ganz einfach, als ich an einem Bauernhof nachfrage, ob man nicht eine Wiese für mich habe. Klar, es gibt direkt einige zur Auswahl, und ich entscheide mich für die, die direkt an der Fulda liegt, womit die Frage nach Wasser für die Dusche sowie für die Wäsche hinfällig wird. An einer Stromschnelle existiert eine hervorragende Einstiegsmöglichkeit und ich lasse mir einige Zeit, mich im Fluss zu baden und den Wassersack für die Wäsche zu füllen, bevor das abendliche Ritual mit der Technik folgt, ich lediglich feststellen muss, dass ich mich in einem Funkloch befinde, was den Datentransfer ins Internet auf einen späteren Zeitpunkt verschiebt.



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Mit dem Rad von Köln nach Formentera - es geht auch anders ...




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