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Reisetagebuch

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Bilder

2015-08-16

7. Tag: 121 Kilometer (Gesamt: 738); 1139 Höhenmeter, 525 Meter max. Höhe
Strecke: Schillingsfürst (08:45 Uhr) – Donauwörth (18:30 Uhr)
Wetter: Vormittags Regen, Nachmittags stark bewölkt, 19°

Bereits in der Nacht wird deutlich: der Wetterbericht hat recht. Es beginnt zu regnen. Hat zwar was beruhigendes, das Tropfen auf dem Zelt, macht die Sache beim Abbau der Behausung aber nicht angenehmer.
Wie auch immer, nach knapp einer Woche ohne nennenswerten Niederschlag tagsüber kann ich mich über den Wetterumschwung nicht beklagen. Werden halt Kilometer gemacht. Die Anzahl der Fotostopps reduziert sich ebenso wie die Momente, in den Orten zu verweilen oder ein Mittagsschläfchen am Wegesrand einzulegen.
Wider gestriger Überlegungen fällt meine Wahl hinsichtlich der Fußbekleidung auf die Sandalen. Mein Universal Heilmittel scheint Wirkung zu zeigen, die Schmerzen bei jedem Kontakt sind erstmals verschwunden. Penaten ist also doch nicht nur was für den A..., sondern hilft auch bei anderen Gelegenheiten, wie ich bereits zuvor bei wunden Lippen oder leichten Macken in der Haut feststellen konnte. Vorsichtshalber verpflastere ich die noch roten Stellen, doch bei den Witterungsbedingungen bleibt es ein kurzfristiges Unterfangen, Abhilfe zu verschaffen, doch letztendlich verschlimmert sich die Situation nicht.
Die Strecke bis Feuchtwangen bleibt hügelig und führt durch waldiges Gebiet. Der nasse Boden trägt nicht unbedingt zum einfacheren Vorankommen bei, aber hilft ja nichts. Ich betrachte es als Fortsetzung des Konditionstrainings für die kommenden Anstiege in weitere Höhen.
Die nächste Etappe bis Dinkelsbühl gestaltet sich geringfügig einfacher. Im Ort angekommen gönne ich mir erst einmal einen Milchkaffee sowie ein warmes Sandwich. Was Warmes tut gut. Anschließend telefoniere ich mit meinem Bruder um festzustellen, dass aus einem Treffen nichts wird. Er ist bereits auf dem Heimweg von dem Open-Air-Festival, von dem noch Besucher durch die Gassen ziehen, und steht auf der Autobahn im Stau. Der einzige Stau, mit dem ich zu kämpfen habe, ist der der Feuchtigkeit unter der Regenjacke. Die Atmungsaktivität ist äußerst eingeschränkt, so dass ich im eigenen Saft stehe und bedaure, nicht die langärmlige Windbreaker Jacke eingesteckt zu haben. In den mittlerweile durchnässten Klamotten wird es immer frischer und der Chill-Effekt auf abschüssigen Strecken ab 40 bis 50 Stundenkilometern wirkt nicht mehr so erfrischend, wie noch zwei Tage zuvor.
Unter dem Dach einer Schutzhütte komme ich an einem Radler Pärchen vorbei, das gerade Pause macht. Ich bleibe kurz stehen und frotzle herum, ob sie den Schauer abwarten wollen. Laut Prognose könnte es länger dauern, dann verabschieden wir uns wieder; in Bewegung friert es sich weniger. Ein paar Dörfer weiter mache ich eine weitere Bekanntschaft. Eine Wanderin kommt mir entgegen, mit schwerem Rucksack auf dem Rücken. Auch bei ihr mache ich kurz halt, und erneut wird gequatscht. In Garmisch ist sie gestartet, das Ziel ist es, Ende September die Ostsee zu erreichen. Es ist schön festzustellen, nicht allein zu sein, mit kruden Vorstellungen, das Land zu bereisen. Übernachten tut die junge Dame, ich schätze sie auf etwa 35, im Zelt beziehungsweise bei Leuten, die ihr Unterkunft gewähren. Dazu spricht sie einfach die Leute vor der Haustür an. Steht dort niemand, wird auch schon mal der Klingelknopf betätigt ...
Nördlingen ist der nächste größere Ort auf dem Weg. Wie in Rothenburg, Dinkelsbühl und anderen fränkischen Kleinstädten auch lockt man hier die Besucher mit der alten Stadtmauer rund um die historische Altstadt. Da es mittlerweile aufgehört hat zu regnen schiebe ich das Rad über das Kopfsteinpflaster und lasse mich ein wenig über das Straßenfest treiben, das hier gerade stattfindet. Ein Paar Rostbratwürstel in der Semmel sowie ein alkoholfreies Radler sind das Ergebnis meiner kleinen Pause. Bei wieder einsetzendem Schauer treffe ich noch einmal auf das Pärchen, mit dem ich bereits hinter Dinkelsbühl ins Gespräch kam. Die beiden scheinen auch vom Reiseradelvirus befallen, haben aber nur noch bis Mittwoch Zeit. Bis dahin wollen sie Füssen erreichen. Den Weg über die Alpen von dort aus haben sie schon vor Jahren hinter sich gebracht, waren aber nur mäßig begeistert - zu viel Autoverkehr. Ich darf also gespannt sein, ob sich zwischenzeitlich daran etwas geändert hat.
Enden lasse ich die Tagesetappe in Donauwörth. Der zweite größere Abschnitt der Reise ist damit erreicht, und ich bilde mir ein, gut in der Zeit zu liegen. Dass die Strecke knapp fünf Prozent länger geworden ist, als geplant? Ist halt so, ich hatte zwischenzeitlich schon befürchtet, dass es mehr sein würde. Ob es daran liegt, dass der Routenplaner die Erdkrümmung nicht berücksichtigt, oder ob das Navi anders misst? Es wird mir wohl ein Geheimnis bleiben.
Weniger unbekannt scheint zu sein, dass auf dem Gelände des Kanuclubs in Donauwörth auch Nicht-Wassersportler willkommen sind. Den Worten dessen nach, der die Gäste in Empfang nimmt, stellen Radfahrer die überwiegende Zahl derer dar, die auf dem Vereinsgelände ihr Zelt aufschlagen, aber es seien auch Wanderer, Kanuten oder motorisiert reisende Besucher willkommen. Letztendlich genieße ich in unterhaltsamer Runde ein kühles Radler, dann ist es 21:00 Uhr und Zeit für den Tagesrapport im Schein der Taschenlampe vor dem Zelt in der Hoffnung, dass der Start in die zweite Woche sonniger wird als der Ausklang der ersten.



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Mit dem Rad von Köln nach Formentera - es geht auch anders ...




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