ACHTUNG: je nach Auffassung kann diese Seite Spuren von Werbung enthalten!

Reisetagebuch

2015-08-10
2015-08-11
2015-08-12
2015-08-13
2015-08-14
2015-08-15
2015-08-16
2015-08-17
2015-08-18
2015-08-19
2015-08-20
2015-08-21
2015-08-22
2015-08-23
2015-08-24
2015-08-25
2015-08-26
2015-08-27
2015-08-28
2015-08-29
2015-08-30
2015-08-31
2015-09-...
Bilder

2015-08-20

11. Tag: 70 Kilometer (Gesamt: 1092); 1185 Höhenmeter, 1522 Meter max. Höhe
Strecke: Landeck (Inn; 09:30 Uhr) – St. Valentin Auf der Haide (Italien; 17:00 Uhr)
Wetter: stark bewölkt, 17°

Der Tag beginnt mit einer kleinen Pleite. Anstatt mir ein Frühstück in einer Bäckerei oder Café einzuverleiben, setze ich mir Wasser auf, fülle mir die andere Schüssel des Kochgeschirrs mit Müsli und öffne die Plastikflasche mit der Sojamilch - sieht irgendwie seltsam aus. Weniger flüssig, mehr cremig. Kleine Geschmacksprobe. Pfui Teufel, das erst zwei Tage alte Gebräu hat wohl die Nacht in der Pension nicht überlebt. Erging ihr wohl wie mir, beim Schlafen - zu warm. Also ungetrunken weg damit, Müsli wieder zurück in den Beutel und nach dem Start doch in die nächste Backstube und ein belegtes Brötchen bestellt.
Die anschließenden 40 Kilometer verlaufen recht unterschiedlich. Anfangs direkt ein paar zünftige Steigungen, so dass ich nicht mehr weiß, woher die Feuchtigkeit in den Klamotten stammt. Weite Strecken dann mit sanfteren Anstiegen. Bei einem der Hügel überholt mich ein junger Mann, dessen Rad ähnlich bepackt ist wie meines. Leichtfüßig zieht er vorbei, dass ich mich schon frage, was ich falsch mache. Weder Akku noch Motor sind an seinem Velo zu sehen, lediglich die dicke Hinterradnabe, die das 14 Gang Schaltgetriebe enthält, wie sie auch an meinem Liegedreirades montiert ist. Aber das allein kann es kaum sein. Angetrieben wird die Kette immerhin aus Muskelkraft. Mit der jungen Dame, die der Sportskanone folgt, komme ich ins Gespräch, bis wir schließlich zu dritt die nächsten Kilometer munter plaudernd zurück legen. Das Pärchen kommt aus Kassel, startete in Ulm, will zum Gardasee und Teile der Strecke nach Innsbruck zurück. Wir lassen einige zurück gelegte Passagen Revue passieren und ich stelle mal wieder fest, mit meinen Einschätzungen nicht allein da zu stehen. Irgendwie beruhigend. Gemeinsam geht es die paar Kilometer auf Schweizer Seite dem Inn entgegen, wir legen noch eine Rast am Grenzposten in Martina ein, starten auch zusammen in die 11 Kehren nach Nauders hoch, doch auf den 400 Höhenmetern hängen mich die beiden ab. Erst Er, bereits hinter der ersten Kurve, dann Sie. Ab Kurve 7 wird der Abstand größer, ich bleibe zwischendurch mal stehen um auf den Auslöser zu drücken, dann ist auch von ihrem blauen Oberteil nicht mehr zu sehen.
Das schöne an dem Anstieg ist, dass die Kehren durchnummeriert sind, Countdown mäßig. Man weiß also, was man noch vor sich hat, wobei die einzelnen Teilstücke sich nicht gleichmäßig verteilen. Ebenfalls angenehm ist, dass es auf Asphalt hoch geht. Macht die Kurbelei nicht zusätzlich anstrengend, wie der lockere Untergrund beim Fernpass. Der Preis des Komforts ist allerdings, dass die Strecke auch vom motorisierten Verkehr genutzt wird. Ist zwar nur eine Nebenroute, die nicht sonderlich stark befahren ist, aber den einen oder anderen gibt es doch, der sie nutzt.
Mit der Norbertshöhe ist der höchste Punkt der Serpentinen erreicht. 1405 Meter über Meeresspiegel. Anschießend folgen ein paar Meter hinunter nach Nauders, dem letzten Ort meiner Reise in Österreich. Nachdem von meinen vorherigen Begleitern nichts mehr zu sehen ist, was kein Vorwurf sein soll, steuere ich eine Imbissbude an, stärke mich mit einem Gyrosteller sowie einem Radler, dann folgt hinsichtlich der bergauf Strecke der Endspurt. Moderat warten weitere 100 Meter Höhenunterschied, die ich mit langen Beinen bewältige, dann ist auch der Reschenpass bewältigt. Dass es ein Spaziergang war? Kann ich nicht behaupten. Ich fühle mich einstweilen am Ende der Kräfte, doch wie es so ist - ist der höchste Punkt erst einmal erreicht, geht es auch wieder abwärts. Gut, so viel Gefälle wartet zunächst einmal nicht, dafür aber der Reschensee auf nahezu gleichen Niveau, und ein kräftiger Rückenwind. Wie ich am Abend erfahre, Ergebnis des schlechten Wetters. Bei schönerem Wetter und wärmeren Temperaturen blase der Wind von Süd nach Nord.
Eine Bank am See nutze ich für eine weitere Pause, diesmal in der horizontalen, bevor es die acht Kilometer um den See herum geht. Ein Blick auf den Kirchturm, der aus dem Gewässer ragt und eine Touristenattraktion bildet; dazu die Surfer und Kiter, die Dank kräftigen Luftzugs über das Wasser flitzen, und zuletzt bekomme ich tatsächlich noch ein wenig blauen Himmel und Sonnenschein zu sehen.
Der erste Campingplatz in Italien ist vorbildlich. Ich zahle keine zehn Euro, freue mich über saubere, moderne Sanitäranlagen, Wäscheleinen in einem Trockenraum sowie einen Aufenthaltsraum, den ich nach einem Salat in einem nahe gelegenen Restaurant nutze. Zwischenzeitlich ärgere ich mich über andere Gäste, die den dort stehenden Fernseher für eine Teenager Komödie einschalten, obwohl auf einem anderen Programm die Übertragung einer Fußballpartie läuft, die mich an sich mehr interessiert: Oslo gegen Dortmund – Qualifikation für den Europapokal. Wie ich zu Beginn der zweiten Halbzeit feststelle, habe ich aus Dortmunder Sicht nicht viel verpasst, es steht 3:0 für die Norweger, doch die zweite Halbzeit beginnt vielversprechend, nach wenigen Minuten fehlt zum Ausgleich nur noch ein Treffer, und ich bin soweit fertig mit meinen Aufzeichnungen für den Tag. Sollten sich also (noch) mehr Fehler und halbe Sätze als sonst eingeschlichen haben, so schiebe ich an diesem Abend die Schuld auf die weitere Mattscheibe, die flimmert und von der es tönt; für eine Korrekturlesung sind mir Zeit und Energie abermals zu kostbar.



Bericht zurück
2015-08-19
Seitenanfang
2015-08-20
Bericht vor
2015-08-21



Mit dem Rad von Köln nach Formentera - es geht auch anders ...




Newsletter

Sie wollen per E-Mail über neue Einträge auf dieser Seite informiert werden?
Kein Problem!
Klicken Sie auf Newsletter und folgen Sie den dort beschriebenen Anweisungen.




Live Vortrag

Zurzeit sind 2 Veranstaltungen geplant, die Liste unter Vorträge, in der Sie Details zum Wann, Wo und Worüber finden, wird jedoch ständig aktualisiert.
Falls Sie selbst Interesse haben, mich einzuladen oder Sie einen Veranstalter kennen, treten Sie gerne mit mir in Kontakt. Es erwarten Sie unterhaltsame anderthalb bis zwei Stunden Fotoshow mit live vorgetragenen Erlebnissen und Anekdoten sowie Musik untermalten Passagen. Für Fragen oder einen kleinen Plausch stehe ich Ihnen während einer kurzen Pause oder im Anschluss gerne zur Verfügung.
Ich freue mich über Ihren Besuch und bin gespannt darauf, Sie kennen zu lernen!




Werbung in eigener Sache

Der Reisebericht der Radtour 2011 von Köln über Barcelona nach Formentera ist unter dem Titel "Urlaub, mal anders" (ISBN: 978-3-7309-0754-2) als E-Book für kleines Geld im Handel erhältlich.

Kennen Sie das?
Sie haben den Supermarkt gerade hinter sich gelassen da fällt Ihnen ein, was Sie unbedingt besorgen wollten - dann aber doch vergessen haben. Das ist nicht nur on tour blöd, sondern Zuhause ebenso. Und da Stift und Zettel sich häufig genug nicht in greifbarer Nähe befinden, der kleine elektronische Störenfried hingegen schon und weil es obendrein viel praktischer ist: verwenden Sie, sofern Sie es nicht bereits tun, Pruedis Einkaufsliste.
Die App für Ihr Android Smartphone, der Sie nicht nur vertrauen können, die Sie nicht mit Werbung belästigt, die auf das Wesentliche reduziert ist, die sich einfach bedienen lässt und die auch dort funktioniert, wo es vielleicht mal kein Internet gibt.
Sie kennen Pruedis Einkaufsliste noch nicht? Dann wird's aber Zeit - jetzt kostenlos testen!