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Reisetagebuch

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Bilder

2015-08-22

13. Tag: 98 Kilometer (Gesamt: 1331); 923 Höhenmeter, 557 Meter max. Höhe
Strecke: Auer (Etsch; 09:15 Uhr) - Margoni (Brenta; 18:30 Uhr)
Wetter: überwiegend sonnig, 25°

Abermals überlebt mein Rest Sojamilch des Vortags die Nacht nicht - oder den voran gegangenen Tag, keine Ahnung, zumindest wird es mit einer Tasse Müsli zum Start in den Tag nichts. Statt dessen gibt es Melone, die sich Rolf, mein Zeltnachbar, zu viel gekauft hat. Oder von der er Teile mir opfert, weil ihm der weitere Transport gen Gardasee zu aufwändig erscheint. So zieht sich beim gemeinsamen Frühstück die Zeit in die Länge, und bis ich wirklich dort angelangt bin, wo ich Tags zuvor schon stand, ist es 10:00 Uhr, doch dafür habe ich auch bereits einen ersten Einkauf hinter mir. In dem Supermarkt gab es Sojamilch sogar im Halbliter Karton. Ein Beitrag, verderbliche Reste zu vermeiden und unter'm Strich ein wenig preiswerter davon zu kommen.
Der Radweg bis Trient bleibt so, wie ich den Weg entlang der Etsch bis Auer kennen gelernt habe: gut ausgebaut, asphaltiert und breit genug, dass für alle Platz ist. Die Rennradfahrer, die auch gerne im Pulk schon mal an mir vorbei brettern, die Tagesausflügler, die häufig genug meinen Rücken zu sehen bekommen, sowie andere Reiseradler, von denen es auch eine handvoll gibt. Unter ihnen stoße ich auf zwei jüngere Herren aus Münster, die in Füssen starteten und bis zum ersten September in Venedig sein müssen, da für den Tag die Rückfahrt mit der Bahn gebucht ist, eine junge Dame aus München, die am Donnerstag startete und den Gardasee zum Ziel hat, sowie ein paar andere, die ich unbehelligt lasse.
Kurz vor Trient enden die deutschsprachigen Hinweise am Wegesrand; statt dessen beschränkt man sich auf die Landessprache sowie hin und wieder des Englischen - die Grenze Tirols muss wohl unbemerkt überschritten worden sein. Oder aber es gibt die imaginäre Linie im Land, ab der Deutsch verpönt ist.
Die Stadt selbst, ich erreiche sie nach knapp 50 Kilometern Fahrt zum Mittag, beeindruckt mich. Viele alte Gebäude, nicht so überlaufen wie Merans Laubengasse, ein geschmackvolles Nebeneinander von historisch und modern - zumindest nach meinem Empfinden. Weniger angetan hingegen bin ich von dem Weg aus der Stadt hinaus. Lief bislang das Rad fast von allein, so ist stadtauswärts Schwerstarbeit zu leisten. Fast 200 Meter geht es quasi eine Wand hoch. Ich schiebe und komme trotzdem kaum weiter. Für drei Kilometer benötige ich eine dreiviertel Stunde. Zum Glück wird es anschließend wieder ebener beziehungsweise es bleibt nicht mehr so steil. Auch wenn der Hügel für mich keinen großen Namen hat, so kommt er mir hinsichtlich der Kraft zur Bewältigung als die bislang härteste Passage der Reise vor. Ob er tatsächlich zur offiziellen Route der Via Claudia Augusta zählt vermag ich nicht zu beurteilen, da nur äußerst selten das Logo der alten Römerstraße auf Wegweisern zu entdecken ist.
Eine weitere unangenehme Überraschung erlebe ich dann auf zwei Campingplätzen am Lago-Di-Caldonazzo. Mit Gebühren von weit über 30 Euro für mein kleines Zelt und mich komme ich mir vor, als ob ich den nahe gelegenen See anteilig mit bezahlen soll. Dass außerdem die Bespaßung mit enthalten ist, auf die ich liebend gerne verzichte, und Heerscharen sich auf dem Gelände verteilen, ziehe ich weiter und werde auf einem Bauernhof fündig, vor dem ein Schild „Zimmer/Chambres“ steht. Zwar sind im Haus alle Übernachtungsmöglichkeiten belegt, doch der deutschsprachige Hausherr gestattet es mir, mein Zelt auf einer Wiese aufzustellen sowie ein Bad zu benutzen. Auf meine Frage, was er dafür bekomme, erwidert er, ich solle anderen ebenso weiter helfen, und diejenigen ihrerseits Unterstützung leisten, wo es geht, dann ist auch ihm eines Tages gedient - gesunde Einstellung, wie ich finde, wobei mir die seltenen Gelegenheiten durch den Kopf gehen, bei denen ich die Rolle des Gastgebers übernahm und dabei von meinen Gegenübern nicht enttäuscht wurde.



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Mit dem Rad von Köln nach Formentera - es geht auch anders ...




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